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Einsamer Wolf 1: Flucht aus dem Dunkeln
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 23.09.2009, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Joe Dever, Verlag: Keine Angabe, Seiten: 410, Erschienen: 2009, Preis: 14,95 €


Die Welt des "Einsamen Wolfs" hat unter Fans mittlerweile schon Kultstatus erreicht und Rollenspielbücher wie auch Romane hervorgebracht. Nun erfahren die Fantasy-Spielbücher unter der Flagge des Manticor-Verlages eine Neuauflage. Flucht aus dem Dunkel stellt den ersten Band dar.

Der Spieler schlüpft in einem Solo-Abenteuer in die Rolle des "Kai"-Schülers "Einsamer Wolf". Dieser geht, wie es sich für einen ordentlichen Schüler gehört, den Lehren der "Kai" nach, welche ihm ungeahnte Fähigkeiten verleihen. Aber vor der Erleuchtung hat Gott den Schweiß gesetzt, und so fristet "Einsamer Wolf" in der Abtei seinem Dasein und übt sich in Geduld, Büffeln und Waffenkunde. Die "Kai" sind angesehene Meister in den freien Königreichen des nördlichen Magnamunds. Aber aus der Ferne droht das Böse, und ehe sich der Schüler versieht, sieht er sich schon mit den Horden des Dunkels konfrontiert, welche die Abtei in Schutt und Asche legen. Als einziger Überlebender muss er einen Weg zu König Ulnar finden, welcher im nahen Holmgard residiert, und ihn vor den Horden warnen. Dabei gerät er immer wieder zwischen die Frontlinien, begegnet Flüchtlingen und kann nur schwer zwischen Freund und Feind unterscheiden.

Prinzipiell ist dieses Abenteuer-Spielbuch klassisch aufgebaut. Der Spieler übernimmt einen Charakter, welcher sich durch zwei Werte auszeichnet: Ausdauer und Kampstärke. Des Weiteren trägt er einen Rucksack, in welchem er allerlei Sachen packen kann, die unterwegs findet. Waffen gibt’s natürlich auch noch. Die Werte werden durch Zufallszahlen errechnet. Hierfür dient eine Zufallszahlentabelle am Ende des Buches, welche gleichzeitig die Funktion des Würfels einnimmt. Des Weiteren kann der Spieler zu Beginn noch sechs aus zehn "Kai" Disziplinen wählen, welche ihm einen Vorteil verschaffen sollen. Diese sind beispielsweise Waffenkunde, welche einen Kampfbonus auf eine bestimmte Waffe gibt, Heilung oder Gedankensperre, welche den Schüler vor psychischen Angriffen schützt.
Das Kampfsystem ist ebenso einfach gehalten: Die Kampfstärke des Charakters wird mit seinem Widersacher verglichen, den Effekt gibt die Tabelle vor. Danach wird jede Runde eine Zufallszahl ermittelt und auf der Tabelle nachgesehen, wer wie viel Ausdauer verliert, bis einer das unaufhaltsame Ende findet.
Das Spielsystem funktioniert wie in jedem Soloabenteuer. Abschnitte sind im Buch von "1" bis "550" durchnumeriert. Je nach Wahl der Alternativen am Ende eines Abschnitts geht es bei einer anderen Nummer weiter.

Was unterscheidet die Serie also von einem gewöhnlichen Abenteuer-Spielbuch? Zum einen ist da die grafische Aufmachung. Neben wirklich gelungenen Bebilderungen der Szenen, gibt es schön gestaltete Charakterbögen sowie eine vollfarbige Karte der freien Königreiche am Anfang des Buches.
Zudem kann die Geschichte durch ein paar nette Elemente begeistern. Es wird einfach nie langweilig, was auch daran liegt, dass die Geschichte zweigegliedert ist. Im ersten Teil muss "Einsamer Wolf" aus der Abtei raus und stolpert von Kampf zu Kampf. Danach muss er sich hauptsächlich verstecken und dem Weg nach Holmgard finden. Am Ende findet er sich in dieser Stadt selbst wider und muss sich seinen Weg im Labyrinth der Gassen suchen. Dabei kann er in der Abtei recht einfach zwischen Freund und Feind unterscheiden. Je näher er aber Holmgard kommt, desto schwieriger wird dies. Demnach steigt auch die Anforderung an den Spieler, zum Ende hin an. Natürlich gibt es am Ende auch einen genretypischen, finalen Kampf.

Abstriche muss man leider beim Druck machen. Der Farbverlauf der Karte ist ein wenig arg grobschlächtig. Auf der einen oder anderen Seite sprenkelt zudem ein wenig Druckerschwärze. Dies mindert den Spielspaß aber nicht sonderlich.
Schwerwiegender ist da schon eine Schlüsselszene mitten im Buch, wo eine Tür einen Zahlencode verlangt, welcher sich aus diversen Fragen zusammensetzt. Die Frage behandelt triviale Begebenheiten in vorhergehenden Szenen. Hat man den Code falsch, stirbt der Held. Das ist ärgerlich und auch völlig unrealistisch. Da bleibt nur schummeln.

Fazit: Bis auf wenige Makel kann Einsamer Wolf voll und ganz überzeugen. Es ist nur ein Abenteuer-Spielbuch, für ein solches aber gut durchdacht, fordernd und kurzweilig, ohne zu viele Klischees zu bedienen. Fans des Genres sollten beherzt zugreifen.




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