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Das schwarze Auge: Die zwei Kaiser II - Der erste Kaiser
Von Philipp Kiefner
Rezension erschienen: 07.11.2009, Serie: Belletristik, Autor(en): Daniel Jödemann, Verlag: Fantasy Productions GmbH, Seiten: 352, Erschienen: 2009, Preis: 9,00 Euro  |
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"Who is the King? Who-ha…"
Merket auf ihr guten Leut’. Ich erzähl’ euch die Mär aus Tagen, die längst gewesen und doch unvergessen. Wisset vom Stolz der Dämonenbuhle, der schönen Horas, dies ich stellte gegen der Götter Wort, voll Hoffart und Neid. Höret vom Helden Raul, der Götter Stolz und erster Kaiser. Nun sing ich euch ein Lied von Freiheit und Liebe, von Tod und Gewalt. Dies ist die schreckliche Mär der Hela-Horas und der Entstehung eines Reichs, das mag bestehen in alle Ewigkeit.
Mit Der erste Kaiser schließt der Autor Daniel Jödemann die zweibändige Erzählung vom Aufstieg und dramatischen Fall der Hela-Horas sowie dem legendären Leben des Reichsgründers Raul ab. Obwohl die Persönlichkeiten und die Ereignisse der zweiten Dämonenschlacht vielen DSA-Fans wohl vertraut sind, bergen die beiden Romane doch erstaunliche Einsichten und so manche Überraschung. Konnte der Götterfrevel und die Entfesselung der Dämonen von einer Person allein bewerkstelligt werden oder stecken noch andere Kräfte dahinter? Wurde Raul al’Ahjan bereits als Held geboren und wie gelangte er die Kaiserbürde? Die Antworten auf diese und andere Fragen zeigen neue und erstaunliche Facetten der alten Geschichte. Das Buch Der erste Kaiser versucht dabei auf vielen Hochzeiten zu tanzen. Eine Liebe mit Hindernissen, ein Kaiser wieder Willen, der Wahnsinn einer vergöttlichten Hela, Intrigen und Verrat, der Aufbruch zu Widerstand und Freiheit und natürlich die dramatischen Ereignisse der zweiten Dämonenschlacht, um nur die wichtigsten Plots zu nennen. Dies alles auf gut 322 Seiten adäquat darzustellen ist praktisch unmöglich. Ob die Schwerpunkte, die Daniel Jödemann gesetzt hat, die richtigen sind, möge ein jeder Leser für sich selbst bestimmen. Eines jedoch ist unverzeihlich, nämlich die sehr schwache Darstellung bei der Entfesselung der Dämonen und dem nachfolgenden Eingreifen der Götter. Dieser zentralen Stelle hätten einige Seiten mehr gut getan, denn ansonsten zeigt sich der Autor als gefälliger Erzähler. So wirken seine Beschreibungen von Land und Leuten sehr plastisch und lebendig. Hier fühlt sich der Leser in eine andere Zeit versetzt, die eine ganz eigene Stimmung vermittelt, welche sich deutlich von den neuaventurischen Regionen unterscheidet. Bei der Charakterdarstellung überzeugt Jödemann bei der Figur der Hela-Horas, deren Verblendung und Hochmut sich zu Größen- und Verfolgungswahn entwickeln und so ihren tiefen Fall einleiten. Zusammen mit dem undurchsichtigen Magier Rashid Omar existiert hier ein intensives, dramatisches Element, das mehr Beachtung verdient hätte. Dagegen wirkt das Heldenduo Raul und Baduar eher flach und leblos. Die verhinderte Liebe und insbesondere die inneren Zweifel des zukünftigen Kaisers wirken aufgesetzt und umständlich. Von einigen Längen zu Beginn des Romans abgesehen, geht es flott voran und im letzten Drittel überschlagen sich beinahe die Ereignisse. Gut, dass im Nachwort auf das weitere Leben der wichtigsten Personen eingegangen und so die Historie geschickt abgerundet wird. Für alle Leser, die noch nicht so intensiv in die DSA-Welt eingestiegen sind, steht ein umfangreiches Glossar zur Verfügung. Warum aber der guten Raul als gepiercerter Unsympath auf dem Einband des Romans posieren muss, bleibt wohl ein Rätsel der Redaktion. Dramatischere und ansprechendere Cover hätte der Stoff allenthalben hergegeben.
Fazit: Der Erste Kaiser ist ein solides Stück Autorenarbeit. Kleinere Schwächen treten hinter der gefälligen Darstellung der historischen Ereignisse zurück, auch wenn der Spannungsfaktor naturgemäß nicht ganz so hoch ist. Dafür gelingen dem Autoren einige intensive und stimmungsvolle Momente, die allein schon das Lesen lohnen.
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