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Abenteuer Spielbuch - Botengang
Von Volker Thies

Rezension erschienen: 28.10.2009, Serie: Belletristik, Autor(en): Markus Heitz, Nicole Schuhmacher, Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: 296, Erschienen: 2009, Preis: 8,95 Euro


"Gewinnst du den Kampf, geht es weiter bei 289; verlierst du: 27." Mit solchen Anweisungen begann für Viele der Weg in die Faszination Rollenspiel. Solo-Spielbücher, seien es der Klassiker "Der Hexenmeister vom flammenden Berg" oder die vielen DSA-Soloabenteuer, waren vor rund 20 Jahren sehr populär. Inzwischen ist es ruhig um das Genre geworden. Doch nun scheinen neue Zeiten für die "Solos" anzubrechen. Denn kein Geringerer als Markus Heitz, im Augenblick der erfolgreichste deutsche Fantasy-Autor, haucht dieser Art des Spiels neues Leben ein. Botengang ist immerhin bereits das fünft Solo-Spielbuch, das er bei Pegasus veröffentlicht hat

Der Titel Botengang fast die Handlung auch schon kürzestmöglich zusammen: Es geht darum, eine wichtige Botschaft in eine Festung zu bringen, die von nicht unbedingt freundlichen Bewohnern gehalten wird. Den Hintergrund des Buchs bildet Heitz' Bestseller Die Zwerge. Der Held, dessen Schritte der Spieler lenkt, ist ein Jungzwerg aus dem Stamm der Dritten und die Botschaft ist für die Albae bestimmt, ein Elfenvolk, das mit den Zwergen bestenfalls im vorübergehenden Waffenstillstand lebt.

Mit einer Botschaft für einen Albae-Anführer ausgerüstet, gilt es für den Spieler, eine gefahrvolle Reise hinaus aus dem Reich der Zwerge zu bewältigen. Die Geschichte zerfällt grob in vier Teile: Auf die unterirdische Reise folgt ein je nach Spielentscheidungen in der Länge stark variierender überirdischer Abschnitt. Dann kommt es zu einer überraschenden Wende, die zur Flucht aus der Festung zwingt. Im letzten, sehr kurzen Teil gilt es zurück in der heimischen Zwergenstadt eine wichtige Entscheidung herbeizuführen.

Die in knapp 430 Spielabschnitte unterteilte Handlung hat Markus Heitz spannend entworfen und fesselnd geschrieben. Sie hält immer wieder wechselnde Herausforderungen und Entscheidungssituationen bereit. Oft können Gegenstände, die an früheren Punkten des Abenteuers zu finden waren, in diesen Situationen helfen oder einen schwierigen Kampf vermeiden. Insgesamt wird wohl keiner das Abenteuer bestehen, der bei jeder Gelegenheit die Waffen sprechen lässt. An einigen Stellen hilft Wissen über typische Fantasy-Zwerge und aus dem Zwerge-Roman erheblich weiter, doch keineswegs so sehr, dass das Spiel ohne dem nicht zu schaffen wäre. Fragewürdig bleibt lediglich ein bestimmter Kampf am Anfang der unterirdischen Reise. Er wirkt etwas zu heftig. Wer an dieser Stelle überlebt, wird erheblich geschwächt in die restliche Handlung hineingehen.

Die Regelmechanik ist simpel: Auf jeweils eins von drei Attributen wird das Ergebnis eines Sechserwürfelwurfs addiert, um einen vorgegebenen Probenwert zu erreichen. Auf diese Art funktioniert auch der Kampf. Als vierte Eigenschaft kommt die Lebensenergie dazu. Dann folgt noch die Ausrüstungsliste und fertig ist das Charakterblatt.

Einige seitenfüllende Schwarzweißzeichnungen von Martin Schlierkamp illustrieren die Geschichte an Schlüsselpunkten.

Fazit: Botengang ist vor allem wegen seiner guten Kombination aus verschiedenartigen Herausforderungen ein rundum gelungenes Solo-Spielbuch. Gut durchdachte Entscheidungen, das Hineinversetzen in die Zwergenrolle und etwas Würfelglück tragen gemeinsam zum Bestehen des Abenteuers bei. Zudem lässt Autor Markus Heitz die einzelnen Szenen farbig vor dem geistigen Auge entstehen.




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