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Adios Amigos
Von Volker Thies

Rezension erschienen: 07.09.2009, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Momo Besedic, Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: , Erschienen: 2009, Preis: 14,99 Euro


Geschwindigkeit - darauf kommt es an bei Adios Amigos. Und zwar gleich doppelt: Die Spieler brauchen sowohl flinke Finger als auch Tempo beim Kopfrechnen.
Das Spiel stellt eine Schießerei zwischen mexikanischen Desperados nach. Jeder Spieler legt drei Karten aus, auf die jeweils ein Revolverheld und zwei Ziffern gedruckt sind. Auf ein Kommando beginnt die Schießerei. Geschossen wird mit Revolvermarkern. Jeder der zwei bis vier Spieler hat zehn davon mit den Werten null bis neun. Zunächst darf jeder nur zwei Marker aufdecken. Der Rest bleibt umgedreht. Ein Desperado ist "umgelegt", wenn der Gegner einen Marker mit der Summe oder der Differenz der beiden Ziffern auf die Karte legt. Alle legen gleichzeitig. Also hat derjenige die Nase vorne, der am schnellsten die Werte der gegnerischen Desperados erfasst, sowie Summen und Differenzen errechnet.
Besonders weit kommt man mit nur zwei aufgedeckten Pistolenmarkern natürlich nicht. Hier kommen die beiden Patronen ins Spiel, die jeder Spieler bekommt. Wer eine Patrone ausspielt, löst das Nachladen aus. Dabei dürfen alle Spieler zwei weitere Revolvermarker umdrehen, so dass der Zahlenwert sichtbar wird. Noch einen weiteren Spielstein gibt es: das Dynamitbündel. Damit kann ein Spieler alle anderen zu einer zehnsekündigen Pause zwingen und in dieser Zeit ausnahmsweise auch mehrere Revolvermarker auf einen Desperado legen, um mit deren Summe den nötigen Wert zu erreichen.
Sobald nur noch ein Spieler einen oder mehreren Desperado ohne Revolvermarker hat, endet die Runde und der betreffende Spieler hat die Runde gewonnen. Dann folgt die Abrechnung. Der Rundengewinner bekommt eine bestimmte Anzahl Goldnuggets. Zusätzlich gibt es ein Nugget pro umlegten Desperado und es werden Strafen für Fehlschüsse fällig. Am Ende gewinnt der Spieler mit den meisten Nuggets.
Seinen Zweck als nettes, kleines Hochgeschwindigkeitsspiel ohne besonderen strategischen Tiefgang erfüllt Adios Amigos voll und ganz. Die Tatsache, dass immer nur zwei Revolvermarker auf einmal ausliegen, gliedert den Ablauf etwas, nimmt aber kaum Tempo aus dem Geschehen. Die Funktion des Dynamitbündels wird dagegen kaum klar. In unseren Testrunden kam kaum ein Spieler einmal auf die Idee, es einzusetzen.
Die Spielmaterialien sind ansprechend gestaltet. Den Vogel schießen allerdings die Desperadokarten mit ihren witzigen Zeichnungen von Anette Kannenberg ab. Wirklich sehr gelungen!

Fazit: Adios Amigos ist ein rasantes Spiel. Bei mehr als zwei Mitspielern wird es geradezu irrwitzig turbulent. Die tollen Illustrationen sind ein weiterer Pluspunkt.




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