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Chez Guevara
Von Lars-Hendrik Schilling

Rezension erschienen: 17.09.2009, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Steve Jackson, Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: , Erschienen: 2009, Preis: 12,95 Euro


"Wacht auf, Verdammte dieser Erde, die stets man noch zum Hungern zwingt!", so beginnt die Internationale, die kommunistische Hymne. Das Prinzip bei Chez Guevara scheint aber eher zu lauten: "Schlaft ein, Versumpfte dieser Erde, die stets man noch zum Arbeiten zwingt!" Nicht umsonst lautet der Untertitel des Kartenspiel: Das Spiel der rumlungernden Revoluzzer. Ist das Spiel somit wirklich so revolutionär, wie man denken könnte?

Humorvolle Kartenspiele haben in den letzten Jahren eine ziemliche Erfolgsgeschichte hinter sich. Spätestens seit dem enormen Erfolg der Munchkin-Reihe, mit ihren gefühlt 200 Fortsetzungen, scheint der Markt für solche Produkte nahezu grenzenlos zu sein. So wurde die Spielelandschaft um viele durchaus spielenswerten Produkt bereichert. Legendär dabei Chez Geek, das Spiel um versumpfte Studenten.

Dieses hat nun seinen Nachfolger um die Bereiter der Weltrevolution. Das Spielprinzip dreht sich ebenfalls darum, möglichst viel Entspannung anzusammeln, ohne viel dafür tun zu müssen. Dafür kann man natürlich angenehmen Besuch in sein Zelt holen (und natürlich unangenehmen Besuch in die Zelte der Mitspieler zu scheuchen) oder man besorgt sich gleich ein paar Komfortgüter. Dazu muss man als Revoluzzer schließlich bloß einen der kapitalistischen Supermärkte ausräumen.
Für ein solches Komandounternehmen braucht es natürlich eine gute Befehlskette. Und so kann man auch als Revolutionär befördert werden, um sich nützliche Vorteile zu sichern, auch wenn man dadurch auch das Risiko eingeht, denunziert zu werden. Dafür darf man aber bei einem Überfall auch den großen Chef spielen - der Glorreiche Anführer der Revolution kommt schließlich nicht mit. Es tut ihm Leid, aber er ist für die Revolution dann doch zu wichtig.

Spieltechnisch funktioniert dies alles durch Karten. Aus seinen Handkarten kann ein Spieler Besuch in sein Zelt holen und Genussmittel ausspielen. Doch wie das so ist, Angenehmes gibt's nicht umsonst. Ein Spieler hat eine gewisse Menge an Punkten, die regeln, wie viele Gegenstände und Besucher er pro Runde einsetzen kann. Höhere Ränge haben davon mehr, besitzen aber eben auch größere Denunzierungsrisiken.
All diese Dinge sammeln so genannte Slackpunkte an, welche zeigen wie versumpft man bereits ist. Wer genügend davon bekommt, hat gewonnen. Ein Revoluzzer kann sich bei einem Überfall auch verletzen und erhält dann Wundmarker, welche von den Slackpunkten abgezogen werden. Zum Glück heilt ein fauler Revolutionär, indem er eine Runde lang einfach gar nichts tut.

Die Spielkarten sind hochwertig gefertigt und durchaus komisch geschrieben und illustriert. Ebenfalls mitgeliefert ist ein gewöhnlicher W6. Warum dieser mitgeliefert ist, man die Wundmarker aber improvisieren muss, liegt vermutlich an rein wirtschaftlichen Überlegungen der kapitalistischen Volksfeinde, die das Produkt vertreiben.

Fazit: Das Spiel Chez Guevara hat wirklich seine komischen Seiten und eignet sich nicht nur für Runden von politsatirisch Interessierten. Ob man es sich wirklich kaufen muss, wenn man bereits das ebenfalls geniale Chez Geek besitzt, ist dann noch eine andere Frage.




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