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Ich bin kein Serienkiller
Von Martin Wagner

Rezension erschienen: 29.10.2009, Serie: Belletristik, Autor(en): Dan Wells, Verlag: Piper Verlag GmbH, Seiten: 384, Erschienen: 2009, Preis: 12,95 Euro


Ich bin kein Serienkiller ist Dan Wells’ Debütroman und er legt dabei großen Wert auf den Hinweis, dass es kein autobiografischer Roman ist. Dan Wells studierte Englisch und arbeitete anschließend hauptberuflich als Redakteur bei einem geowissenschaftlichen Magazin. Sein Interesse an Serienkillern, mit denen er seine Freunde täglich nervte, brachte ihn schließlich dazu einen Roman über einen Serienkiller zu schreiben.

Normalerweise muss man bei einem Buch kaum etwas über die Aufmachung sagen, allenfalls mal etwas über das Cover, doch hier ist das Buch selbst schon etwas Besonderes. Die einzelnen Seiten sind nicht wie gewohnt einheitlich geschnitten, sondern uneinheitlich zusammengebunden, was dem Ganzen den Anschein eines Notizbuches mit reingestopften Blättern verleiht. Dass dies manchmal beim Umblättern stört, kann durch den Umstand, dass es einfach zum Inhalt passt, aufgewogen werden. Das Cover selbst zeigt den Titel in roter Farbe geschrieben: Blut. Und es wirkt so, als hätte es der Protagonist auf eine Wand gemalt, um sich tatsächlich daran zu erinnern.

Der Protagonist, damit wären wir endlich beim Inhalt. John Wayne Cleaver ist 15, Highschool Schüler und weiß ganz genau, dass er, wenn er sich nicht an seine selbst auferlegten Regeln hält, mordend durch die Kleinstadt Clayton ziehen würde. Auf John treffen nämlich alle drei Merkmale zu, die auf Serienmörder zutreffen: Er macht noch ins Bett, quälte kleine Tiere und liebt Feuer. Dass er dazu auch noch Soziopath ist, macht das Ganze nicht besser. Freunde hat er nur, weil er sonst als ungewöhnlich gelten würde, und auch das Verhältnis zu seiner Mutter, die Leichenbestatterin ist und der er hin und wieder beim Bearbeiten der Leichen hilft, ist nicht das Beste. Kurzum, Regeln und der Wille kein Serienkiller zu sein, helfen John dabei das Monster in ihm zu beruhigen und nicht durchzudrehen und zu morden. Als dann ein Serienmörder sein Unwesen gerade in Clayton treibt und John, fasziniert und wütend zugleich, auf die Spur des Täters kommt, nimmt ein spannendes Buch seinen Lauf und am Ende ist nichts mehr wie zuvor.

Das Buch ist gespickt mit Informationen zu Serienkillern und deren Unterschieden zu einfachen Mördern, psychologischen Einschätzungen, Verhaltenstörungen und einer guten Prise Übernatürlichem. Trotz vieler Informationen ist der Roman nicht überfrachtet, sondern genau richtig unterfüttert. Man erhält einen guten Einblick in die Psyche eines Serienkillers to be or not to be… und einen spannenden Handlungsbogen von Anfang bis Ende. Gerade die Kombination aus Übernatürlichem und Menschlichem macht aus dem Buch eine Mischung aus Dexter - wem die Ähnlichkeit bisher noch nicht aufgefallen ist, der kennt Dexter entweder nicht oder hat nicht aufgepasst - und Supernatural, wobei die Jäger, beziehungsweise in diesem Fall der Jäger, etwas finsterer wirkt.

Der Schreibstil ist einfach klasse - schnell, düster und spannend - und ich hatte von Anfang bis Ende das Gefühl im Kino zu sitzen und einen Film zu sehen. Das schaffen nicht viele Bücher, aber Ich bin kein Serienkiller hat das Kopfkino-Prädikat verdient.

Fazit: Dan Wells gelingt mit seinem Debüt ein toller Thriller über Serienkiller a la Dexter und gerade die Mischung mit dem Übernatürlichen machen aus dem Roman etwas Faszinierendes, das sich wie im Kino verfolgen lässt. Aufmachung und Stil sind etwas Besonderes und ich wünsche mir für die Zukunft mehr von Dan Wells und über John Wayne Cleaver. Ich bin kein Serienkiller ist ein absolutes Lese- und Kaufmuss.




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