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The Lone Ranger 1: Für immer und ewig
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 26.08.2009, Serie: Comics, Autor(en): Brett Matthews, Sergio Cariello und John Cassaday, Verlag: Cross Cult Verlag, Seiten: 144, Erschienen: 2009, Preis: 19,80 EUR


HI-YO SILVER, wo kommst Du eigentlich her? Woher hat dein Herr das schneidige Aussehen und das ganze Silber, welches er in Kugelform gießt? Und warum überhaupt Lone Ranger? Fragen über Fragen und das zu einem Mythos, welcher vor über 75 Jahren seine Anfänge im Radio hat. Wagen wir uns also in die Schluchten des Wilden Westens, um der Geschichte um den maskierten Rächer, einem der ersten "Superhelden" überhaupt, Herr zu werden. Und soviel darf man an dieser Stelle schon einmal verraten – es wird ein Höllenritt!

Aus dem Western-Genre ist The Lone Ranger eigentlich gar nicht mehr weg zu denken. Ein Mann wie Zorro sinnt auf Rache, an seiner Seite ein Indianer mit Namen Tonto und sein treuer weißer Hengst Silver. Seine Geschichten, welche sich Anfang der 30er Jahre erst über das Radio verbreiteten, es aber dann auch aufs Papier und ins Fernsehen schafften, begeisterten Generationen. Dabei wurde The Lone Ranger stets der Familienfreundlichkeit gerecht: Kein Alkohol, keine Zigaretten, keine Kraftausdrücke, geschossen wird nur in der Not und getötet nie. Ein Held, wie er den Kindern der 1930er gefällt und auch von konservativen Eltern akzeptiert wird. Nun hat er ein neues Gesicht, denn Matthews, Cariello, White und vor allem Cassaday widmen sich seinen Anfängen und lüften den Schleier seiner Herkunft.

Dabei wird erzählt wie der kaum erwachsene John, welcher einer Familie von Texas Rangern entstammt, mit ansehen muss, wie eben jene von skrupellosen Killern niedergemetzelt wird. Nur durch ein Wunder überlebt er den Kugelhagel, welcher seinen Vater, seinen Bruder und deren Gefährten niederstrecken. Dabei waren sie doch nur auf der Suche nach einem Taugenichts.
John wird schnell klar, da steckt mehr dahinter, und als er nach und nach von dem Indianer Tonto gesund gepflegt wird, muss erst einmal selbst erfahren wo seine Grenzen liegen. Doch er sinnt auf Rache. Ein Lernprozess entsteht, welcher ihm sein Ziel immer näher bringt. Einem Ziel, welches nicht so einfach ist, wie es klingt, denn es ist verbunden mit einem Wust politischer Intrigen. Und dann ist da noch der Kopfgeldjäger ohne Skrupel, welcher hinter ihm aufräumt und sich an John heranmordet. Doch John gibt es nicht mehr. Längst ist seine Maske zu seinem Gesicht geworden und die Silberkugel sein Markenzeichen auf seinem ganz persönlichen Kreuzzug der Gerechtigkeit.

Man kann voll und ganz behaupten, dass die Neufassung dem Klassiker richtig gut tut. Satte Hochglanzfarben in großen Panels gehen stimmig ineinander über. Je nach Szene beherrscht ein weißer oder schwarzer Rand die Seiten. Dabei wurde sehr viel Wert auf Realismus gelegt und an viele Details gedacht (das Highlight ist ein in die Geschichte eingebundenes historisches Foto), welche den Leser davon abhalten zu schnell über die Seiten zu huschen. Denn nur allzu schnell verschlingt man diesen Comic, welcher einen Sammelband einzelner Hefte darstellt. Und plötzlich ist das Ende da, obwohl es doch noch so viel zu erzählen gäbe. Jetzt schon absteigen? Niemals!
Denn Cross Cult wäre nicht der Verlag, den wir kennen und schätzen, wenn es nicht eine gehörige Extraportion geben würde. Nach dem Comic folgt ein Special über den Lone Ranger, wie er entstand und sich in den jeweiligen Medien entwickelte. Dabei wird nicht an Hintergrundinfos gespart, welche einen das gerade Gelesene noch einmal reflektieren lassen. Natürlich ist auch die Verarbeitung dieses wundervollen DinA5-Hardcoverbuches wie immer einwandfrei und auf höchstem Niveau.

Fazit: Ein Klassiker kommt in neuem Gewand und begeistert trotz ganz untypischer Cowboy-Verhaltensweisen auf ganzer Linie. Das macht Lust auf mehr! Also aufgesessen - Hi-Yo Silver, bis zum Horizont, es gibt noch soviel zu erzählen.




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