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Sternenschatten
Von Martin Wagner

Rezension erschienen: 02.04.2010, Serie: Belletristik, Autor(en): Sergej Lukianenko, Verlag: Heyne Verlag, Seiten: 624, Erschienen: 2009, Preis: 15,00 Euro


Sergej Lukianenko, der im Moment wohl bekannteste russische Autor - Wächter der Nacht, ihr erinnert euch hoffentlich - hat nachgelegt und zwar gleich wieder mit zwei dicken Bänden. Sterne nennt sich die Dilogie und, wie der Name schon verspricht, entführen uns die beiden Bände zu den Sternen.

Bei dem hier rezensierten Buch, Sternenschatten, handelt es sich um den zweiten Band. 600 Seiten, Lukianenko liebt dicke Schinken scheinbar, und in der gleichen Aufmachung wie alle seine übersetzen Bücher, die bei Heyne veröffentlicht werden, inklusive Grafik bei den Kapitelanfängen. War der erste Band schon voller politischer Andeutungen und Kritiken, lässt der zweite Band da nicht locker. Aber nun zum Inhalt.

Der junge Pilot Pjotr Chrumow hat im ersten Teil einen Jump-Flug, eine hyperschnelle Reise mit einem Raumschiff, ins All unternommen und traf bald auf andere Zivilisationen. Diese anderen Mächte, in Schwache und Starke Rassen eingeteilt, haben eine Art Sternenbündnis, die Konklave, gebildet und bietet den Menschen eine Aufnahme ins Bündnis an, als Schwache Rasse. Gleichzeitig zeigt sich im All eine neue Macht, geflohen aus dem Kern der Galaxie, kommen die Geometer gleich mit ihren eigenem Sonnensystem an und sind schon bald als neue Bedrohung für die Menschen und die Konklave ausgemacht. Pjotr, mit einem Symbionten in sich, der Pjotrs Gestalt ändern kann, war im ersten Band als Spion bei den Geometern eingeschleust worden und kehrt nun, nach einem sehr abrupten Ende zurück zu den Alari, die Mitglieder der Konklave und eine starke Rasse sind. Genau mit dieser Rückkehr startet der zweite Band. Pjotr muss nach seiner Rückkehr einiges verkraften, sein Großvater ist nun in einem neuen Körper, ein Echsenwesen, und ein Krieg droht, der die Menschheit vernichten wird. Die einzige Möglichkeit auf Rettung scheint der Schatten zu sein, jene Macht im Kern der Galaxie, vor dem die Geometer geflohen waren. Pjotr und seine Begleiter, sein Großvater im neuen Körper, ein Geheimdienstler und eine Schülerin seines Großvaters machen sich, mehr oder weniger freiwillig, auf den Weg in den Kern der Galaxie, um den Schatten kennen zu lernen und abzuschätzen, in wie weit ein Bündnis der Erde helfen kann.
Dort angekommen stellen alle fest, dass der Schatten viel größer und viel mehr ist, als sie sich nur zu träumen gewagt hätten. Wieder ein paar politische Anspielungen zu Freiheit, Unterdrückung, Demokratie und freier Wille, das Buch macht da weiter, wo der erste Band mit seiner Kritik aufgehört hat. Wie auch immer, für jedes einzelne Crewmitglied beginnt der Weg der Selbsterkenntnis, neue Freunde werden ebenso gefunden und auch eine mögliche Lösung für das Problem mit den Geometern und der Konklave. Doch dazu ist noch ein langer steiniger Weg zu gehen, der aber mit jedem Schritt spannender wird.

Lukianenko kann schreiben, das steht außer Frage, leider dümpelt das Buch spannungstechnisch erstmal etwas zäh dahin, bevor es dann am Ende dramatisch zum Höhepunkt kommt und dann eben einfach endet. Schlecht ist das alles nicht, man liest tolle Beschreibungen, lernt neue Charaktere und neue Welten kennen, Verrat, Freundschaft und Erlösung, eigentlich wird alles geboten. Dazu noch eine große Portion Kritik an aktueller und vergangener Politik, was will man eigentlich mehr? Da kann man die leichte Langeweile zu Beginn des Buches ja wohl wirklich ignorieren. Was leider gar nicht geht, sind Grammatik und Rechtschreibfehler, da hat der Lektor wirklich ein paar Mal gepatzt. Das Schlimme daran, es sind wirklich offensichtliche Fehler, an zwei Stellen zum Beispiel eine völlig verquere Wortstellung. Etwas enttäuschend, da bin ich von Heyne mehr Perfektionismus gewohnt.

Fazit: Sternenschatten ist ein gelungener Abschluss der Sternedialogie. Lukianenko steckt voller Ideen und kann sie gut mit aktuellen Problemen der Politik verbinden und schafft es dann doch ein einigermaßen spannendes Buch hinzubekommen. Tolle Protagonisten und Welten, die man gerne mal besuchen würde. Leider gerade zu beginn etwas langweilig und mit einigen Fehler versehen. Deshalb geht der Daumen nur leicht nach oben.




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