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Insel der Piraten
Von Michael Schmitt

Rezension erschienen: 09.07.2009, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Kemal Zhang, Verlag: Yungames, Seiten: , Erschienen: 2008, Preis: 26,50 Euro


Im letzen Jahr haben wir uns den Kleinverlag Yungames angeschaut und mit dem Inhaber, Kemal Zhang, ein Interview geführt (siehe http://www.lorp.de/magazin/artikel.asp?id=186). Der Verlag hat einige interessante Spiel im Programm, die alle selbst produziert und streng limitiert sind. Eines davon ist Insel der Piraten, ein spannendes Rätsel- und Deduktionsspiel für zwei bis vier Spieler, in dem es darum geht die Teile einer Schatzkarte zu suchen, richtig zusammen zu setzen und als erster den Schatz zu finden.

In der kompakten Schachtel befindet sich ein Spielplan, der eine Insel zeigt, welche in Raster unterteilt ist. An den Rändern befinden sich Buchstaben und Zahlen, so dass sich jedes Feld eindeutig identifizieren lässt. Des Weiteren gibt es 142 Schatz- und 20 Lösungskarten, die zunächst erst mal ausgeschnitten werden müssen. Auf der Rückseite tragen sie eine von 20 Nummern und die Vorderseiten enthalten verschiedene Hinweise. Das Abenteuer mit der Nummer eins ist das einfachste. Mit steigender Nummer steigt auch entsprechend die Schwierigkeit. Die vier Schatzmarkerfiguren sind einfache, klassische Pöppel aus farbigem Holz, ebenso die sechzehn Marker. Auf den reichlich vorhandenen, allerdings auf sehr dünnem Papier gedruckten Notizplättern ist noch einmal verkleinert die Insel abgebildet und Platz um die gefundenen Hinweise einzutragen. Die schwarz-weiße Spielanleitung ist, ebenso wie die Schatzkarten, in Deutsch und Englisch geschrieben und enthält in der Mitte eine praktische Übersicht der Insel mit Legende.

Jeder Spieler erhält ein Notizblatt, sowie die Schatzmarkerfigur und vier Marker einer Farbe. Die Spieler einigen sich auf eines der 20 Abenteuer und suchen sich die entsprechenden Schatzkarten heraus. Diese werden gemischt und verdeckt um den Spielplan herum verteilt. Ein Spieler erhält die Startspielerkarte.
Der Startspieler sucht sich eine der umliegenden Schatzkarten aus. Diese gibt Hinweise zu einer Teilstrecke. In Zusammenhang mit weiteren Hinweisen können einzelne Wegpunkte festgelegt werden. Reihum dürfen nun die anderen Spieler eine der übrigen Schatzkarten nehmen und sich anschauen. Die Hinweise notieren sich die Spieler verdeckt auf ihren Notizplättern, dabei können sie auch den Weg auf der kleinen Schatzkarte einzeichnen. Anschließend kommen die Karten wieder zurück an die Stelle, wo sie lagen. Alternativ kann das Spiel so gespielt werden, dass man die Schatzkarten zurück an eine beliebige Stelle um den Spielplan herum legt. Das macht das Ganze noch schwieriger und spannender. Nachdem der Spieler die Karte zurückgelegt hat, darf er auf dem Spielplan eine Markierung setzen. Das muss er jedoch mit einem Ruf oder Laut ankündigen. Wer zuerst gebrüllt hat, darf einen seiner Marker oder seine Schatzmarkerfigur auf ein freies Feld stellen, von dem er meint, dass es entweder ein Wegpunkt oder sogar der Schatz ist. Auf jedem Feld darf dabei nur ein Marker liegen.
Hat ein Spieler alle seine fünf Marker gesetzt, sind die anderen noch genau einmal dran bevor das Spiel endet. Die entsprechende Lösungskarte wird aufgedeckt. Sie zeigt die Position der einzelnen Wegpunkte und des Schatzes. Für den richtigen Schatzmarker gibt es fünf Punkte. Steht der Schatzmarker auf dem Feld daneben gibt es einen Punkt weniger, also vier Punkte, usw. Für jede richtige Wegmarkierung gibt es zusätzlich einen Punkt. Bei Gleichstand gewinnt der Spieler, der den Schatz genau getroffen hat.

Insel der Piraten ist ein etwas anderes aber sehr interessantes Deduktionsspiel. Keine Schatzkarte ist eindeutig und nur in Kombination mit einer weiteren oder mehreren anderen Schatzkarten kann man auf die Wegpunkte schließen und in die richtige Reihenfolge bringen. Startpunkt ist dabei immer einer der Landungsstege und am anderen Ende des Weges ist natürlich der Schatz vergraben. Dadurch, dass sich die Spieler nacheinander die Schatzkarten nehmen und gleichzeitig auswerten, sind immer alle am Spiel beteiligt. Lustig und hektisch wird es dann beim Ausruf, wenn man einen Marker setzen möchte. Somit sind die Spieler auch indirekt immer unter Zeitdruck, was zum positiven Spielfluss beiträgt. Es empfiehlt sich in der Variante zu spielen, in der die Schatzkarten an eine beliebige Stelle zurückgelegt werden. Hier muss man die Mitspieler beobachten und sich merken, wo wer welche Karte abgelegt hat und welche man davon noch nicht hatte. Das macht die Schatzsuche erst richtig lustig und spannend.

Für weitere Herausforderungen können engagierte Spieler sich eigene Abenteuer ausdenken. Hierfür sind bereits einige Blankokarten enthalten.

Fazit:
Insel der Piraten lässt sich in jeder Besetzung flott spielen und bietet mit 20 Abenteuern genug Abwechslung. Sind alle durchgespielt kann man getrost wieder von vorne anfangen, da sich kaum jemand die Rätsel mit den einzelnen Wegpunkten merken kann. Natürlich muss man bei einer solchen Eigenproduktion etwas Abstriche im Material machen und es ist zunächst sehr mühselig erst mal alle Spielkarten auszuschneiden. Dafür wird man aber mit einem spannenden, stimmungsvollen und etwas anderem Deduktionsspiel belohnt.




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