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Hellboy - Saat der Zerstörung Teil 1
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 05.08.2009, Serie: Auditorium, Autor(en): Mike Mignola, Verlag: LAUSCH - Phantastische Hörspiele, Seiten: , Erschienen: 2009, Preis: 8,95 €


Nachdem Cross Cult erfolgreich die Hellboy Comics in unsere Lesesäle brachte und die beide Kinofilme über den roten Teufel mit Knüppelallüren ordentlich durchschlugen, versucht sichLAUSCH nun also an einer Hörspielfassung. In den Comics machte neben der Geschichte selbst Mignolas einzigartiger Zeichenstil die Serie zum Hit, kann eine Reduzierung auf eine CD dem gerecht werden?

Wie es sich für die erste CD einer Reihe gehört, startet jene, wie der gleichnamige Comic mit der Geburt Hellboys: Die Nazis versuchten im Zuge des geheimen Projektes Ragnarök mit Hilfe des okkulten Magiers Rasputin eine Gestalt aus der Hölle selbst ins Diesseits zu transferieren, doch irgendwie kam diese Kreatur niemals dort an, wo es sich die SS gerne gewünscht hätte. Das Projekt versagte, oder zumindest hatte es den Anschein. Denn unweit des Zeremonienplatzes stößt ein Trupp der US-Army, zusammen mit Professor Bruttenholm auf ein kleines, rotes Teufelchen. Dem Professor ist es zu verdanken, dass dieser nun unter dem Namen "Hellboy" im Dienste der B.U.A.P. steht, der Behörde zur Untersuchung und Abwehr von paranormaler Erscheinungen. Dies ist eine geheime Organisation der USA, welche alle möglichen seltsamen, vor allem aber übersinnlichen Phänomene untersucht und dank dem roten Riesen meist unangespitzt in den Boden zimmert.

Hellboy ist mittlerweile nämlich richtig groß geworden, und ein paar seiner hervorstechendsten Eigenschaften sind eine riesige Faust aus einem unbestimmten Stein, zwei abgefräste Hörnerstümpfe, einen leichten Hang zu unnötiger und nötiger Gewalt, sowie ein derber Humor.
Zusammen mit dem Amphibienwesen Abe Sapiens und der Pyromanin Liz Sherman bildet er ein außergewöhnliches Team von Agenten, welches seltsame Umstände um ein altes Anwesen aufklären soll. Nicht nur, dass das "Cavendish" Haus gleich nach der Fertigstellung ständig absinkt, auf allen Söhne dieser Familie von Entdeckern scheint ein Fluch zu liegen. Nun sind die letzten drei Söhne verschwunden und ihre alternde Mutter weiß nicht mehr, was sie noch tun soll. Da kommt die B.U.A.P. also gerade recht. Und es wäre keine ordentliche Hellboy Geschichte, wenn alles anders kommt, als man gedacht hätte und wenn der rote Teufel nicht wieder durch mehr Mauern durchgeworfen würde, als gut für ihn ist.

Eines fällt dem Hellboy Fan sofort auf: Das Hörspiel orientiert sich deutlich am Comic, ganz im Gegensatz zum ersten Kinofilm, welcher dieselbe Vorlage auswies. Sogar die Dialoge sind oft nahezu deckungsgleich. Das ist gut, denn so kann auch ein ordentliches Hellboy-Flair aufkommen und man verpasst auch nicht Klassiker der Gleichgültigkeit wie "sag mal, hörst Du Dir eigentlich manchmal selbst beim Reden zu", welche Hellboy seinem nicht minder teuflischen Gegenüber gerne mal an den Kopf wirft oder wenn der Teufel furztrocken über den Sinn seines Lebens sinniert.
Ein weiterer wichtiger Schritt für ein Hörspiel ist das Engagieren der deutschen Stimmen, welche man aus den Filmen kennt. So ist man sofort drin in der Handlung, weiß wer gerade spricht und kann die herrlich rauchige Stimme Hellboys genießen. Alle Zwischenpassagen werden vom Hellboy-Sprecher gelesen oder als Rückblick erzählt, so tritt der Held selbst als Erzähler auf. Geräusche, Überblendungen, Musik, alles passt wie die Steinfaust aufs Krötenauge.

Zwei Kleinigkeiten könnte man LAUSCH höchstens noch ankreiden. Zum einen fragt man sich, warum der erste Comicband, welcher selbst nur der erste Teil einer längeren Geschichte ist, hier auf zwei Hörspiele aufgeteilt wurde. Eine Doppel-CD wäre sicherlich cleverer gewesen (das Ende wurde allerdings atmosphärisch günstig gesetzt - Pluspunkt). Zum anderen wird das deutsche Kürzel B.U.A.P. englisch ausgesprochen, was natürlich Quatsch ist, da die englische Version B.P.R.D. lautet. Aber das dürfte nur den echten Fans auffallen und schmälert das Hörerlebnis natürlich in keinster Weise.

Fazit: LAUSCH hat seine Hausaufgaben gemacht. Den bekennenden Hellboy-Hardcore-Fan, als der sich der Autor dieser Zeilen selbst sieht, konnte der Verlag mit diesem Hörspiel begeistern. Auf viele Details wurde bei der Umsetzung geachtet, das Comic kann man fast mitlesen und sich nur auf die Bilder konzentrieren. Die Atmosphäre stimmt, ebenso der Preis. Ein rundum gelungenes Hörspielerlebnis mit fettem Sound – diesen hat man im Comic nämlich leider nicht.




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