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Hellboy - Der Teufel erwacht 2
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 03.09.2009, Serie: Auditorium, Autor(en): Mike Mignola, Verlag: LAUSCH - Phantastische Hörspiele, Seiten: , Erschienen: 2009, Preis: 8,95 Euro


Der vierte Teil der Hörspielserie um den roten Helden aus der Unterwelt knüpft nahtlos an den dritten an. Schließlich formen Teil drei und vier zusammen die Audioumsetzung des zweiten Comicbandes aus der Feder Mignolas und damit auch das Finale einer langen Geschichte um Mysterien, verruchten Nazis, alten Monstren mit bösen Hintergedanken und ein neues, rotes Monster mit großer Klappe, einer Steinfaust und mächtig dickem Hals.
Denn unser Held aus der Hölle war gerade dabei, das alte Schloss mit einem Keller voller Waffen zu verminen, als ihm schon wieder so ein lästiges Weltuntergangswesen dazwischen funken will. Klarer Fall, jetzt gibt’s auf die Nuss und zwar dicke. Nicht nur, dass Hellboy herbe auf die Backen bekommt, er muss sich auch noch in einem Monolog einer alten Legende vorwerfen lassen, seine höllische Familie verraten zu haben. Logisch, dass ihm da langweilig wird: "Ich wollte Dich verschonen, weil Du eine bedeutende mythologische Gestalt bist, aber Du gehst mir echt auf den Sack!"
Aber auch der Rest des Teams muss sehen, wo er bleibt. Abe Sapiens muss erkennen, dass sein Bemühen aus den ersten beiden Folgen nicht so ganz von Erfolg gekrönt war. Apropos gekrönt, Kroenen und Komparsen sind natürlich auch wieder vertreten und versuchen, unter der Fuchtel Rasputins eigene Pläne zu verwirklichen. Was ein Kopf im Goldfischglas damit zu tun hat, muss der Hörer selbst herausfinden.
Da diese Folge das vorläufige Ende einer längeren Geschichte bildet, die in gedruckter Form zwei Comics umfasst, gipfelt alles im Grande Finale: Hellboys Schicksal steht auf Messers Schneide. Wie sich jenes gestaltet, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten.

Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass auch der zweite Teil von Der Teufel erwacht mit viel Feingefühl zum Hörspiel unfunktioniert wurde. Satte Sounds und glaubwürdige Sprecher ergänzen sich gut. Die recht unregelmäßigen Lautstärken aus der letzten Folge kommen in dieser nicht mehr so stark zum Tragen.
Wenn man dem Hörspiel etwas vorwerfen möchte, dann am ehesten, dass gewisse Szenen ein wenig rasch abgehandelt werden, was sicherlich dem begrenzten Platz einer CD zuzuschreiben ist. Vor allem wird dies in der Schlüsselszene in Hellboy Leben überhaupt deutlich: Hellboy wird durch Rasputin mit seiner Herkunft direkt konfrontiert, was seine Hörner wachsen lässt. Der Leser erkennt im Comic hier das erste Mal richtig, wie Hellboy geworden wäre, hätte ihn sein Ziehvater nicht gefunden und auf die Seite der Menschen gebracht. Hellboy hat damit arg zu kämpfen und kann sich erst in letzter Sekunde der Versuchung erwehren. Dies wird im Hörspiel leider sehr banal abgehandelt.

Fazit: LAUSCH bekommt den Teufel wieder in den Griff und damit die Kurve zu einer absolut gelungenen, vierteiligen Geschichte, die selbst die härtesten Fans des roten Teufels begeistern sollte. Über kleinere Macken wollen wir da mal hinwegsehen. Somit kann ich für alle Fans der Comics für die bisherigen CDs eine absolute Kaufempfehlung aussprechen, auch wenn eine Sammlung mit vier CDs oder wenigstens zweien, sicherlich besser gewesen wäre. Wir dürfen sehr gespannt sein, auf welche Pfade LAUSCH uns noch führen wird, vor allem, da nun in der Comicreihe die Kurzgeschichten anfangen würden. Da kann man für den Schlusssatz nur wieder bei Hellboy selbst bleiben: "Große Worte für einen Kerl ohne Hosen!"




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