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Hellboy - Der Teufel erwacht 1
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 13.08.2009, Serie: Auditorium, Autor(en): Mike Mignola, Verlag: LAUSCH - Phantastische Hörspiele, Seiten: , Erschienen: 2009, Preis: 8,95 Euro


Nachdem die ersten beiden CDs der neuen Hellboy-Hörspielreihe den Autor dieser Zeilen über alle Maßen begeistern konnten, soll nun die Fortsetzung näher beleuchtet werden. Kann LAUSCH das hohe Niveau halten?

Der rote Teufel ist zurück, doch weg war er ja eigentlich nie. Die dritte CD der Serie stellt den ersten Teil des zweiten Comics dar und setzt die Geschichte fort, welche vor zwei Folgen begann.
Der okkulte Magier Rasputin scheint vertrieben, und die B.U.A.P. kann sich einem neuen Auftrag zuwenden. Dazu wurde das Team mit einem neuen Agenten verstärkt – Sidney, der menschliche Metalldetektor. Aufhänger ist eine verschwundene Kiste aus einem Wachsfigurenkabinett, welche in Verbindung mit Grigore Enescu steht. Dieser wiederum soll ein Vampir gewesen sein. Klare Sache, dass Hellboy sich dem Fall annehmen muss und nach Rumänien fliegt.
An ganz anderer Stelle formt sich der versprengte Klüngel okkulter Nazis wieder zusammen, welcher sich dem Projekt Ragnarök verschrieben haben. Und auch sie bekommen neuen Zulauf – Zinko, ein Großindustrieller sieht im Weltuntergang seinen neuen Lebenssinn und bringt hierfür die nötigen logistischen Voraussetzungen mit. Und natürlich ist auch Rasputin nicht tot, was der Hörer auch nie wirklich glauben konnte. Er scharrt seine Schergen um sich und will eine Prophezeiung erfüllen, in welcher Hellboy die zentrale Rolle einnehmen soll.

Wo die ersten beiden CDs noch ein wenig linear sind, kommt die Fortsetzung komplexer daher. Da es gleich an mehreren Punkten brennt, muss sich das Team um den roten Teufel aufteilen, zudem müssen auch immer wieder die Nazis, die Geschehnisse um den Vampir sowie Rasputin zu Wort kommen. Das schafft manchmal eine etwas konfuse Situation, der man schwer folgen kann. Der Hellboy-Sprecher versucht dies als allwissender Erzähler zu ordnen, wobei man sich als Hörer dann wieder fragen muss, woher er das denn alles weiß.
Hier macht sich bemerkbar, dass Mike Mignola als Erfinder und Zeichner Hellboys auf die Selbstgespräche des roten Helden im zweiten Comicband verzichtet hat. Dies tut dem Comic keinen Abbruch, zwingt dem Hörspiel aber einen zusätzlichen Erzähler auf, der die Situationen beschreiben muss, welche man im Buch einfach sieht. Somit gelingen auch die Szenewechsel im Comic besser. Vor allem wirkt sich das auf ein wichtiges Detail aus: Der Vampir ist der historische Graf Dracula, was man daran erkennt, dass man im Comic das "Ambras Portrait" zu sehen bekommt. Die Audioumsetzung übergeht das völlig.

In Sachen Sound gibt es klare Pro und Contras. Besonders deutlich werden bei dieser CD die unterschiedlichen Aufnahmelautstärken, welche vor allem im Auto das Hören arg erschweren. Mal spricht eine Person und wird dann so leise, dass man sie nicht mehr verstehen kann, dann brüllt Hellboy dem Hörer fast das Trommelfell weg. Vor allem der Singsang, welcher ab und zu vorgetragen wird, nagt arg an den Nerven des Hörers. Er ist kaum zu verstehen, dröhnt aber dafür schallend in den Ohren.
In den Ohren dröhnen auch die satten Soundeffekte, dies jedoch im positiven Sinne. Hier wurde die gute Arbeit der ersten beiden CDs fortgesetzt. Wirklich begeistern kann dabei die Stimme von Kroenens, der menschlichen Häckselmaschine. Hier fragt man sich sowohl im Film, wie auch in den Comics, wie eine solche, zugegebenermaßen coole Figur, eigentlich spricht. Die metallene, leicht preußisch angehauchte Stimme ist das Highlight dieser Folge.
Nicht unerwähnt darf natürlich auch nicht bleiben, dass LAUSCH die deutschen Originalsprecher der Darsteller aus den Filmen für das Hörspiel gewinnen konnte. Dies bietet etwas Vertrautes, das den Hörer sofort in die Handlung hinein katapultiert. Da diese CD nur den ersten Teil des zweiten Comics bzw. ja den dritten Teil einer längeren Geschichte darstellt, muss man zudem erwähnen, dass der Schnitt am Ende der Folge mit viel Feingefühl gesetzt wurde - Pluspunkt.

Fazit: Da die ersten beiden Folgen der Hörspielreihe den Hellboy Fan auf ganzer Linie begeistern lassen, muss man in der Fortsetzung ein paar Abstriche hinnehmen. Diese sind aber sicherlich der etwas unübersichtlichen Handlung sowie der Audioumsetzung und deren Erfordernissen zuzuschreiben. Man darf gespannt sein, wie sich mit der zweiten CD der Kreis schließt. Jedem Fan der Comics sei dennoch ohne wenn und aber zu dieser Reihe geraten. So deftig gibt es sonst nur vom roten Teufel persönlich auf die Ohren.




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