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Atlan - Der Silbermann
Von Philipp Kiefner

Rezension erschienen: 22.07.2009, Serie: Belletristik, Autor(en): Marc A. Herren, Verlag: Fantasy Productions GmbH, Seiten: 364, Erschienen: 2009, Preis: 9,00 €


Endlich ist es soweit! Mit Der Silbermann von Marc Herren ist nach einem sehr schwachen Vorgänger nun wieder ein spannender und lesenswerter Atlan-Roman im Monolith-Zyklus entstanden. Das liegt nicht zuletzt an einer stimmigen Darstellung des unsterblichen Lordadmirals Atlan. So wurden die endlosen Diskussionen mit dem Logiksektor auf ein verträgliches Maß gestutzt und letzterer verdient seinen Namen auch wieder. Zudem zeigt sich Atlan von seiner besten Seite. Er ist auf den Einsatz konzentriert und geht entschieden und schnell vor, also genau so, wie man es von einem erfahrenen Einsatzspezialisten erwarten darf. Interessant ist auch die Entwicklung zwischen ihm und dem USO-Agenten Santjun, spitzt sich doch im Laufe des Romans die Frage zu, ob das Einzelwohl über der Verantwortung gegenüber der Allgemeinheit stehen kann. In seiner Rolle als versuchter, wenn nicht gar gefallener Held, erhält die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten eine moralische Tiefe.
Als Joker auf der Jagd nach den Silberherren präsentiert sich immer stärker der eigenwillige Roboter Calipher, der einerseits seine überragenden Fähigkeiten dem Kommando von Atlan unterstellt, aber andererseits sein eigenes Süppchen zu kochen scheint.
Die Story selbst ist sehr geradlinig und ohne größere Schnörkel, was gut für das Tempo der Handlung ist. Als zentrale Showbühne dient diesmal die düstere Krochtenstadt Magoria. Hier hat ein unnahbarer Herrscher ein perfides System gegenseitiger Kontrolle und Bespitzelung, kombiniert mit knallharter Marktwirtschaft, erschaffen. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass deutlich mehr Action geboten wird, bei der es reichlich ruppig zugeht. So wird gemordet und verraten, wild geschossen und sabotiert.

Zwar wird auch in diesem Roman das Geheimnis der Monolithen nicht gänzlich enthüllt und so richtig voran geht es nach wie vor nicht, aber nach vier Bänden ahnt man inzwischen, wohin die Reise geht.
Dieses Defizit wird zum Teil durch die authentischere und autonomere Charakterdarstellung kompensiert, die zudem das etwas dünne Exposee kaschiert.
Ein Pluspunkt ist jedoch das Ende des Buches, bei dem endlich einige lose Enden zusammenführt werden. Ultraschlachtschiffe schaffen Fakten!
Ein letztes Wort noch zum Titelbild: Verwaschenes Grau- und Blautöne, ein Raumschiff und eine nichts sagende Gestalt im Raumanzug - wen bitte soll das zum Kauf überzeugen?

Fazit:
Der Silbermann ist endlich mal wieder ein gelungener Atlan-Roman. Vielleicht liegt das auch an einer jüngeren Autorengeneration, die noch mit Herz und Engagement bei der Sache ist. Wie auch immer, die actionreiche Handlung geht zügig voran und ein bestens aufgelegter Atlan versüßt dem Fan das Lesen. Unbedingte Kaufempfehlung.




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