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Eine Frage der Ähre
Von Michael Schmitt

Rezension erschienen: 25.07.2009, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Jeffrey D. Allers, Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: , Erschienen: 2009, Preis: 34,95 €


Bei Eine Frage der Ähre bauen zwei bis fünf Spieler als Landwirte Weizen, Rüben, Raps, Mais und Kartoffeln an und errichten Farmen. Dabei kommen sich die Spieler auf dem begrenzten Anbaubereich schnell in die Quere. Jede Runde kann die eigene Ernte sofort gewinnbringend verkauft oder zur Tierhaltung eingelagert werden.

In der recht schweren Schachtel befindet sich ein großer Spielplan der auf der einen Hälfte den Anbaubereich und auf der anderen das Lagerhaus zeigt. Der Anbaubereich ist in quadratische Felder unterteilt, die bereits bepflanzt sind. Im Lagerhaus gibt es fünf Reihen, für jede Anbauart eine.
Die 25 kleinen und 60 großen Ackerplättchen sind aus sehr dicker, robuster Pappe und zeigen entweder ein oder zwei der möglichen Anbauarten. Jeder Spieler erhält fünf kleine Ackerplättchen - von jeder Anbauart eine - die er offen vor sich auslegt. Die großen Ackerplättchen werden gemischt und verdeckt in mehreren Stapeln neben den Spielplan gelegt. Jeder Spieler zieht davon drei Stück und nimmt sie auf die Hand. Die 15 Viehplättchen sind unterteilt nach Kühe, Schweine und Hühner und bringen am Ende unterschiedliche Siegpunkte. Diese werden sortiert und in einer bestimmten Reihenfolge übereinander verdeckt auf jede Leiste auf eine nach Spielerzahl vorgegebenen Position im Lagerhaus gelegt. Auf die fünf untersten Felder des Lagerhauses kommt je ein Holzwürfel jeder Spielerfarbe. Die Farmen sind kleine farbige Holzhäuser von denen für jeden Spieler zwei vorhanden sind. Diese kommen zu Spielbeginn neben das Lagerhaus, an die für die Spielerzahl vorgesehenen Stellen. Fehlen nur noch die Marker für die Siegpunkteleiste, welche um den Spielplan herum führt und schon kann es losgehen.

Beginnend beim Startspieler führt jeder in seinem Zug die folgenden Aktionen aus:

1) Ackerplättchen legen
2) Punkte erhalten
3) Farm werten
4) Großes Ackerplättchen nachziehen

Es kann immer entweder ein kleines oder ein großes Ackerplättchen auf den Anbaubereich ausgelegt werden. Am wichtigsten dabei ist, dass keine Anbauart mit derselben Anbauart überdeckt wird. Natürlich dürfen dabei keine Hohlräume entstehen und man kann auch mal eines seiner kleinen Ackerplättchen dazu verwenden, um einen Höhenunterschied auszugleichen. Danach erhält man sofort Punkte: Entweder Siegpunkte für die gerade ausgelegten Anbaufelder in Höhe der Anzahl zusammenhängender Feldern der gleichen Art, oder Farmpunkte, die sich nach den abgebildeten Lagerhaussymbolen auf den gerade ausgelegten Anbaufeldern richten. Dabei kann man für jedes Anbaufeld separat entscheiden, welche Art von Siegpunkte man nehmen möchte.
Was bringen nun die Farmpunkte? Pro Farmpunkt darf man im Lagerhaus seinen Holzwürfel auf der Leiste der entsprechenden Anbauart einen Schritt nach vorne bewegen. Sobald alle fünf eigenen Würfel die Stelle mit der Farm erreicht haben, darf man diese Farm nehmen und auf ein beliebiges Anbaufeld stellen. Die entsprechende Region gehört nun diesem Spieler. Dafür bekommt er ab sofort bei der Aktion "Farm werten" jede Runde Siegpunkte entsprechend der Größe dieser Region. Sollte gar im Lagerhaus ein Holzwürfel auf ein Viehplättchen gezogen werden, so darf der Spieler das oberste davon an sich nehmen. Dieses bringt am Ende zusätzliche Siegpunkte. Je früher man diese erreicht, desto wertvoller sind sie. Am Ende seines Zuges füllt der Spieler seine großen Ackerplättchen wieder auf drei auf.
Das Spiel endet, wenn fast alle großen Ackerplättchen verbraucht sind und das "Spielende-Plättchen" gezogen wird. Dann werden noch die Viehplättchen gewertet und der Spieler mit den meisten Siegpunkten gewinnt.

Der große Spielplan und die dicken Stanzbögen drücken auf das Pappinlay in der Spieleschachtel, welches dadurch von vorneherein schon etwas eingedrückt ist. Ansonsten ist das gesamte Material von sehr guter Qualität. Besonders hervorzuheben sind hier die äußerst dicken Ackerplättchen, die ideal für das Übereinanderlegen geeignet sind und Höhenunterschiede leicht erkennen lassen.
Die Gestaltung wirkt zunächst mit ihren in grün und braun gehaltenen Farben etwas trist und trifft nicht jedermanns Geschmack, stellt sich aber mit der Zeit als funktional und zum Thema passend heraus. Der Mechanismus ist recht abstrakt und das Thema, sowie der Titel wirken dadurch an manchen Stellen etwas aufgesetzt. Die Spielanleitung ist leicht verständlich und strukturiert aufgebaut. Farbige Beispiele erleichtern den Einstieg.

Fazit:
Eine Frage der Ähre lässt sich in jeder Spielerzahl gut spielen. Das liegt daran, dass zu Spielbeginn im Lagerhaus die Farmen und die Viehplättchen variabel nach Spielerzahl platziert und die Anzahl der großen Ackerplättchen angepasst werden. Das Spiel bietet einen schnellen Einstieg und eine gute Würzung aus Glück und Taktik, mit einer angenehmen Spieldauer von ungefähr einer Stunde. Dennoch sind sich die einzelnen Spielpartien recht ähnlich. Immer muss man versuchen rechtzeitig an Farmen und Viehplättchen zu kommen und nebenbei auch mal sofort Siegpunkte für das Auslegen mitzunehmen. Hält man sich nicht daran, kann man schnell ins Hintertreffen geraten. Somit fällt bei Eine Frage der Ähre die Ernte eher durchschnittlich aus.




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