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Die Saga vom Dunkelelf 10 - Tal der Dunkelheit
Von Ralf Sandfuchs

Rezension erschienen: 12.10.2009, Serie: Auditorium, Autor(en): , Verlag: LAUSCH - Phantastische Hörspiele, Seiten: , Erschienen: 2009, Preis: 8,95


Dunkelelfen haben mich von jeher fasziniert.
Sie sind nicht so zuckersüß ätherisch verklärt wie ihre im Wald oder in glitzernden Städten lebenden lichten Artgenossen. Ihre Magie ist dunkel und bösartig, ihre Gesellschaft von Grausamkeit und Zynismus geprägt. Und dennoch verbinden sie die Begriffe von Schönheit, Eleganz und tödlicher Gefahr wie kein anderes der typischen Fantsy-Völker.
Drizzt Do'Urden ist im Fantasy-Umfeld der wohl bekannteste Vertreter seiner Rasse, und neben einer vor allem in Amerika erfolgreichen und bis heute immer weiter wachsenden Buchreihe erfreut er sich auch als Held hier in Deutschland seiner eigenen Hörspielreihe offenbar wachsender Beliebtheit.

Zu Beginn der zehnten Folge befindet sich Drizzt zusammen mit seinen Gefährten (dem Zwerg Bruenor Heldenhammer, dem Barbaren Wulfgar und dem Halbling Regis) auf der Suche nach Mithril-Halle, dem verlorenen Stammsitz von Bruenors Clan.
Die Suche nach Spuren der untergegangenen Zwergenstadt gestaltet sich dabei als recht schwierig, und die Helden reisen kreuz und quer durch die Welt der Vergessenen Reiche, immer auf der Spur der wenigen Hinweise, die sie an den Ort von Bruenors Kindheit führen könnten.
Ohne dass sie es wissen, werden sie dabei von dem Meuchelmörder Artemis Entreri verfolgt, der Regis einen gestohlenen magischen Rubin abnehmen soll. Er wird begleitet von der Magierin Sydney und ihrem Golem, die sich vor allem für Drizzt interessieren, besser gesagt für ein Artefakt, das sie in seinem Besitz vermuten.
In Mithril-Halle angekommen muss Bruenor erkennen, dass nicht alles, was man sich erträumt, so eintrifft, wie man es sich wünscht, und die gegnerischen Parteien treffen zu einem tödlichen Kampf aufeinander.

Wie man aus der obigen Beschreibung unschwer erkennen kann, handelt es sich bei Tal der Dunkelheit um "Heroic Fantasy" aus dem AD&D-Umfeld, mit all ihren Stärken und Schwächen.
Wer die bisherigen Hörspiele um den Drow nicht kennt, muss sich um diese CD sicher nicht kümmern, sondern sollte sich lieber die ersten Folgen der Serie besorgen, um den Einstieg in die Geschichte zu finden.
Angenehm fällt seit einiger Zeit auf, dass die einzelnen Folgen nicht einfach nur aus Versatzstücken und lose gekoppelten Einzelszenen bestehen, sondern eine fortlaufende Geschichte erzählen. Diese ist seit einigen Folgen an dem Punkt angekommen, wo R.A.Salvatore 1988 als junger Autor begonnen hat (die Vorgeschichte von Drizzt ist erst viel später erzählt worden).
Leider merkt man an einigen Punkten, dass bei der Vorlage ein Schriftsteller in den Anfängen seiner Karriere tätig war. Manches Element der Handlung ist aus anderen Büchern bekannt, bisweilen sogar ein wenig unbeholfen zusammenfabuliert. Vor allem bei den Szenen, in denen die Helden der Geschichte Mithril-Halle erreichen, sind viel zu viele Elemente von Tolkiens Moria "entlehnt" worden.
Wen solche offensichtlichen Vorbilder nicht besonders stören, der kann sich beruhigt zurücklehnen und den ansonsten durchaus spannenden Verlauf der Handlung genießen. Etwas kritischeren Zuhörern dürften solche Ähnlichkeiten aber sauer aufstoßen.

Im Normalfall darf man aber davon ausgehen, dass die meisten Käuder dieser CD schon die ersten Teile der Serie kennen. Sie wissen also, was sie erwartet, und sie werden auch gerne über die genannten Schwächen hinweg sehen.
Dies gilt in besonderem Maße, wenn die technische Umsetzung der CD so gelungen ist wie bei dem vorliegenden Tonträger. Musik- und Geräusch-Untermalung sind – wie man es aus dem Hause Lausch gewohnt ist – von guter bis hervorragender Qualität, und auch die Sprecher haben sich mit vollem Einsatz ihren Rollen gewidmet (wenn ich auch immer noch nicht ganz mit Tobias Meister und seiner sprachlichen Interpretation des Drizzt warm werde, was aber schon seit Folge 1 mein Problem ist).
Trotzdem kann ich eine Empfehlung für alle Drizzt-Freunde aussprechen.

Als kleines Bonbon findet sich am Ende der CD übrigens noch ein Bonustrack für den Barbaren in jedem von uns. Von daher: schaltet nicht zu früh aus, wenn Ihr die CD hört.




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