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Artefakt #23
Von Michael Mingers

Rezension erschienen: 20.07.2009, Serie: Zeitschriften, Autor(en): Christop Schubert (Hrsg.), Verlag: Förderkreis innovatives Spiel e.V., Seiten: 55, Erschienen: 2009, Preis: 4,00 €


Mit der illuminatischen 23. Ausgabe des Artefakts vom Förderkreises innovatives Spiel e.V. Coburg wurde einiges an Inhalt und Layout des Fanzines geändert. Am auffälligsten ist dabei die neue Optik, die weit sauberer und organisierter daherkommt als bisher. Für ein Fanzine hat die Artefakt damit ein sehr schickes Äußeres in schwarz-weiß erhalten. Leider wurden mit der neuen Seitenaufteilung auch die Rezensionen über das ganze Heft verteilt und dort platziert, wo noch etwas frei war. Wenn man ein paar Kleinigkeiten wie leicht abgeschnitten Buchstaben sowie die Aufteilung noch hinbekommt und dieses Niveau dann auch halten kann, würde die Artefakt alleine optisch aus der Masse der verbliebenen Fanzines herausstechen. Allerdings sollte man aussagekräftigere und auch interessantere Cover nehmen als den eher rudimentär gehaltenen Mantelträger, der diese Ausgabe ziert.

Inhaltlich geht es diesmal etwas bunter zu als üblich. Damit ist jedoch nicht die inhaltliche Qualität gemeint, sondern die Menge der Autoren, da bisher vor allem Chefredakteur Christoph Schubert Inhalte lieferte, aber zur Entstehungszeit der Ausgabe an seiner Diplomarbeit saß. Neben einigen Rezensionen, unter anderem zum Codex Space Marines, dem Serenity-Rollenspiel und dem dazugehörigen Abenteuerband, werden in einem Special auch einige Comics vorgestellt. Mit Sin City, The Red Star, Monsieur Mardi-Gras und The Walking Dead liegt eine breite Auswahl an hochkarätigen Comics vor, die fachkompetent und mit viel Liebe zum Medium präsentiert werden.
Wer sich eher über die Randrollenspiele informieren möchte, findet mit der Systemvorstellung von CthulhuTech einen leider mit zwei Seiten etwas kurz geratenen Artikel, bei dem nicht wirklich klar wird, was man in dem post-apokalyptischen Setting zwischen hausgroßen Kampfrobotern und Cthulhu-Monstern überhaupt als Spieler tun kann. Es folgt ein generisches Sci-Fi-Szenario, irgendwo zwischen dem Film Outland und dem Videospiel Dead Space. Für Freunde von Deadlands wird mit "Blood Red Mountain: Rise of Evil" der erste Teil eines sehr ernsten und auch blutigen Szenarios mit weit reichenden Folgen für die ganze Welt vorgestellt, der Lust auf mehr macht, aber sich nicht für jede Runde geeignet ist. Mit "Teke-Li-Li" folgt ein Szenario für CthulhuTech, das die Charaktere in das eisige Grönland führt, um dort eine schreckliche Entdeckung zu machen. Das Szenario wirkt recht generisch, was leider auch auf die folgenden Kurzszenarien für Shadowrun zutrifft.
Um einiges umfangreiches ist da schon das Szenario "Die letzten Tage von Eden" für KULT. Das Abenteuer ist als One-Shot mit vorgefertigten Charakteren gedacht, die ihren eigenen Ursprüngen auf die Fährte gehen müssen, da sie von Alpträumen geplagt werden. Passend zu KULT geht es hier nicht gerade blumig und lieb zu, doch ist der Abenteuerablauf zu linear und die Handlungsmöglichkeiten der Spieler zu eingeschränkt, um wirklich überzeugen zu können.
Ein kurzer Erlebnisbericht einer Sozialpädagogik-Studentin über eine Deadlands-Runde ist eher verwirrend. Es ist einerseits fast komplett eine Ablaufbeschreibung der Reaktionen der am Tisch versammelten Spieler und des Spielleiters, unterbrochen nur durch kurze Anmerkungen bezüglich der Funktionsweisen von Rollenspiel. Was genau der Artikel aussagt, bleibt unklar. Als unterhaltsamer Blick von Außen ist er zu trocken, als wissenschaftliche Abhandlung zu deskriptiv und nichts sagend.
Zum Ende hin gibt es dann noch ein aufschlussreiches Interview mit dem Cthulhu-Chefredakteur Frank Heller über seine Arbeit, einen Con-Bericht über ein Cthulhu-LARP sowie eine Vorstellung der Rollenspielmusik von Erdenstern. In dem mit sechs Seiten sehr ausführlichem Special über Savage Worlds widmet man sich der Geschichte, dem Regelgerüst, den diversen Settings und den zahlreichen Möglichkeiten des noch vergleichsweise jungen Rollenspielsystems. Die Begeisterung des Autors, der schon länger ein Supporter für Savage Worlds ist, springt dabei auch auf den Leser über. Der Artikel ist also nicht nur informativ, sondern auch sehr unterhaltsam zu lesen.

Fazit: Insgesamt ist die 23. Ausgabe des Artefakts wieder ein mal ein gelungener Rundumblick durch die phantastischen Spiele und Medien. Der Fokus der Ausgabe liegt auf blutigen Horrorabenteuern. Wer so etwas mag, sollte unbedingt zugreifen, der Rest sollte zumindest einen Blick riskieren.




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