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Monsieur Mardi-Gras Unter Knochen 03 - Das Land der Tränen (Gebundene Ausgabe)
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 05.05.2009, Serie: Belletristik, Autor(en): Éric Liberge, Verlag: Keine Angabe, Seiten: 46, Erschienen: 2009, Preis: 13,80 Euro


Nachdem unser Protagonist Aschermittwoch im ersten Band dieser großformatigen Splitter-Serie sein Unleben erfahren und mit seiner Umgebung klar kommen musste, gelangte er im zweiten Band zur einer verschwörerischen Gruppierung mit dem Namen "Die Bruderschaft", die Großes mit ihm vorhatte.

Mardi-Gras Aschermittwoch hat sich mit dem großen Teleskop in einem alten Schiff aufgemacht, um die Welt der Untoten zu kartographisieren. Unter dem Einfluss vom edelsten Getränk jenseits des Schleiers, der diese Welt von jener der Lebenden trennt, arbeitet der ehemalige Architekt auf Hochtouren. Doch das, was er aufzeichnet, ist kryptisch und er scheint selbst nicht mehr Herr seiner Sinne zu sein, als sich sein Schiff weiter und weiter in unbekannte Regionen vorwagt. Diese Regionen sind weniger räumlicher Natur, als geistiger, denn Mardi-Gras tritt unter Einfluss der schwarzen Droge des Totenreiches eine ganz andere Reise an – in sein innerstes Selbst.
Von dem völlig unbehelligt nähert sich die große Stadt Sainte-Cécile dem Chaos. Die Sondereinheiten der Regierung, die unter dem Banner des Salamanders agieren, treiben vermeintliche Aufrührer zusammen, foltern sie und nageln sie ans Kreuz. Doch aus den Katakomben von Saint Luc, dem großen Gefängnis, nähert sich eine der ältesten Seelen des Fegefeuers. Und sie hat dem Regime Einiges mitzuteilen…

Der dritte Band der Serie Unter Knochen spielt sich im Großen und Ganzen auf zwei Ebene ab. Zum einen ist das der Protagonist, der eigentlich nur mit sich selbst beschäftigt ist, zum anderen ist da die Stadt Sainte-Cécile, die im Strudel eines Bürgerkriegs unterzugehen droht. Die Sprünge zwischen den beiden Schauplätzen sind ab und an recht abrupt, was den Lesefluss ein wenig behindert. Auch die Visionen Aschermittwochs tragen ein wenig zur Verwirrung bei, was aber dem generellen Chaos, das die Handlung regiert, sehr entgegenkommt.
Grafisch ist auch dieses Buch wieder wunderschön detailreich und die vorherrschenden, dunklen Töne tragen ungemein zur Stimmung bei. Besonders schön sind die Schriftzeichen, die in den Vision verwendet werden. Das große DinA4-Format sorgt für schöne, große Bilder, die das morbide Herz höher schlagen lassen. Einziger Kritikpunkt ist der eigenartige Geruch, den das Buch absondert, was möglicherweise von der Druckerschwärze kommt. Da kann einem schon ein wenig schwummerig werden.

Fazit: Wer erhofft, dass dieser dritte, vorletzte Band der Serie klare Verhältnisse schafft, der wird zumindest zum Teil enttäuscht. Eher verwirrt die Handlung den Leser noch ein wenig mehr. Man darf auf das Grand-Finale im letzten Band gespannt sein. Jeder Comicfan mit einem Hang zum Morbiden wird seine Freude an dieser Serie haben.




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