Willkommen Gast - LORP.de v2.45.00
LORP.de  
Seite drucken Seite empfehlen Leserbrief schreiben Translate into English with Google
 

Startseite » Rezensionen » Belletristik » Comics » Hellboy 4: Sarg in Ketten (Gebundene Ausgabe)

Hellboy 4: Sarg in Ketten (Gebundene Ausgabe)
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 02.03.2009, Serie: Belletristik, Autor(en): Mike Mignola, Verlag: Cross Cult Verlag, Seiten: 187, Erschienen: 2006, Preis: 19,80 €


Nachdem sich Mignola im dritten Band der Hellboy-Reihe ein wenig zurückgezogen hat und auch anderen Künstlern einmal seinen Anti-Helden überlies, geht er nun selbst wieder in die Vollen. Dabei stellt Sarg in Ketten eine äußerst gelungene Sammlung diverser Kurzgeschichten aus dem abwechslungsreichen Leben "Reds" und seiner Sidekicks dar.

Sieben Geschichten finden sich in dem DinA5 Hardcoverband:
"Der Leichnam" ist an ein altes irisches Märchen angelehnt und gilt unter Fans als eine der besten Hellboy-Geschichten überhaupt. Red muss darin ein verschwundenes Baby wieder finden und gerät mit der gälischen Mythologie aneinander.
"Die Eisenschuhe" stellt nur ein kurzes Intermezzo dar und sollte auch nur ein Lückenfüller sein: Rein in den Turm, ran an das Vieh und raus mit dem Ding - Hellboy-Action, wie man sie kennt und schätzt, ganz ohne Kompromisse, immer mitten ins Gesicht.
In "Die Baba Jaga" erfährt der Leser mehr über diese russische Sagegestalt. In Der Teufel erwacht wird erwähnt, dass unser Held der Hexe ein Auge ausgeschossen hat, nun wird geklärt, wie es dazu kam.
"Weihnachten in der Unterwelt" erschien erstmals in einem X-mas Special: Ein Unterweltmärchen um den Weihnachtengel als erste Hellboy-Geschichte in der "stillen" Zeit.
"Sarg in Ketten" ist ein recht ungewöhnliches Abenteuer im Leben des roten Teufels. Eine alte Hexe liegt auf dem Totenbett und bittet Gott um Verzeihung. Doch niemand anderes als Satan selbst hat etwas dagegen, hat sie ihm doch ihre Seele versprochen. Hellboy wird mit seiner eigenen Herkunft konfrontiert und lernt seine Grenzen kennen.
"Die Wölfe von St. August" dreht sich um eine verfluchte Familie: Diese findet keine Ruhe und ist verdammt auf ewig in Wolfsform ihr Unwesen zu treiben. Klar, dass da die Kampmaschine der B.U.A.P. intervenieren muss.
Der Band endet mit einem Knaller: "Fast ein Gigant" bringt Licht in die Geschehnisse um Roger, dem Homunkulus. Dieser wurde durch Liz in einem früheren Band zum Leben erweckt, was jene wiederum in ein Wachkoma versetzte. Hellboy setzt alles daran seine Freundin zu retten.

Insgesamt stellt dieser vierte Band ein wirkliches Highlight der Hardcoverserie Cross Cults dar. Jede Geschichte ist für sich in Ausarbeitung und im Plot hervorragend, die Geschichten untereinander weiterhin sehr unterschiedlich. Langeweile kommt definitiv nicht auf. Der Leser erfährt gleich mehrere Male mehr über die Hintergründe in und um Hellboys Leben. Somit ist das Buch auch insgesamt eine wichtige Ergänzung für das große Ganze.
Grafisch ist Mignola über jeden Zweifel erhaben. Mag man Band Nummer drei als erfrischendes Intermezzo anderer Künstler betrachten, oder nicht, das Original ist immer noch am Besten. Klare Linien, große Flächen in schwarz und weiß, keiner inszeniert Hellboy besser als sein Schöpfer selbst. Dabei wird vor allem in diesem Band klar, dass Mignola eine Menge von Architektur versteht. Mit Liebe zum Detail verziert er Mauern, kein Friedhof gleicht dem anderen, nie war ein verfallenes, mit Efeu überwuchertes Kreuz schöner anzuschauen.

Als Extras gibt es ein Vorwort von P. Craig Russell zum gesamten Buch, sowie kleine Einleitungen zu jeder Geschichte von Mike Mignola selbst. Im Anhang finden sich die üblichen Bilder Hellboys von anderen Künstlern, sowie eine Checkliste mit allen bisher erschienen Hellboy-Publikationen.

Fazit: Band vier der Reihe ist bisher mein persönliches Highlight. Er schließt im großen Ganzen Lücken um unseren Held in rot und bietet eine Fülle von neuen Abenteuern, die begeistern. Vor allem Fans alter Sagen werden ihre wahre Freude haben.




LORP.de Copyright © 1999 - 2017 Stefan Sauerbier, Alle Rechte vorbehalten.