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Blut und Stahl - UNL & Stawa
Von Nils Rehm

Rezension erschienen: 17.03.2009, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Karsten Müller, Johannes von Vacano, Verlag: Image 3033 Verlag und Werbeagentur GmbH, Seiten: 98, Erschienen: 2008, Preis: 22,80 Euro


Es gibt regelrechte Lodland-Hasser, die sich von Zeit zu Zeit immer mal wieder zu Wort melden und versuchen jede Publikation in Grund und Boden reden. Argumente hört man nie - und es gibt sie auch nicht. Ein weitere guter Beweis dafür ist der neue Völkerband "Blut und Stahl", der die UNL (Union Nordischer Länder) und Stawa näher beschreibt.

Die Gestaltung folgt mit dem gelungenen U-Bootdesign (Rohre und Schotten) den bisherigen Publikationen. An den Illustrationen gibt es ebenfalls nichts zu bemängeln.

Besonders gut hat mir bisher bei jedem Völkerband die Ausrichtung auf das Wesentliche gefallen: der Nutzen für das Rollenspiel. Es wäre schön, wenn sich mehr Verlage auf diese Tugend besinnen würden.
"Blut und Stahl" bereichert auch dieses Mal wieder die reinen Beschreibungen mit Zusatzkapiteln im Stil eines Reiseführers (je eins für UNL und Stawa), die alleine schon sprachlich prima sind. Abgesehen davon bieten sie eine deutlich subjektive und geschönte Perspektive, die im Abgleich mit den vorangegangenen sachlichen Beschreibungen Unmengen an Stoff für eigenen Abenteuer oder auch einfach die Ausgestaltung einzelner Szenen bietet. Jeweils neun Seiten sind diesen Teilen für die UNL und Stawa gewidmet, die um weitere sechs bzw. vier Seiten der sogenannten "Besserwisser" ergänzt werden. Sie bringen die Kehrseite der Prospekte und damit noch mehr Munition für das Spiel. Vom Stil her sind sie die ausführlichen Varianten der Shadowrun-Matrix-Blogs.
Wer es lieber etwas handfester mag, dem wird noch eine dritte Stufe gewährt: 17 Szenarien für das Spiel in der UNL und 15 für Stawa-Liebhaber bieten die Autoren, z.B. "Ärzthatz":

"Das Schiff der Charaktere empfängt ein Notsignal. Ein Kurierschiff der GenKom mit schwerem Maschinenschaden benötigt Hilfe. An Bord befinden sich zwei hochrangige Ärzte des Medizinischen Stabs. Sie waren auf dem Weg, einem Kollegen ‘wichtige Forschungsergebnisse’ zu überbringen. Er reise mit seinem eigenen Schiff durch den gesamten RDL und biete seine Dienste Erkrankten an. Jetzt benötigen sie ein anderes Transportmittel und sind bereit, das Schiff der Spieler/das Linienschiff, auf dem sie sich befinden, zu mieten oder sogar zu konfiszieren, um ihrem Kollegen zu folgen. Sind die Forschungsergebnisse vielleicht gestohlen? Wieso sollten zwei wichtige UNL-Ärzte alleine reisen? Sind sie auf der Flucht - oder auf der Jagd?"

Jedes Szenario für sich genommen fällt, wie dieses Beispiele zeigt, zwar sehr knapp aus, aber in der Masse kann man aus ihnen ganze Kampagnen bauen oder sich einfach nur zu weiterführenden Ideen anregen lassen.
Wer jetzt immer noch nicht angebissen hat, dem geben die Autoren Johannes von Vacano und Jan-Tobias Kitzel auch noch zwei vollständige Lodland-Abenteuer an die Hand. In "Jeder Stich ein Tropfen" mischen sich politische Intrigen und Machtkämpfe mit einem neuen Programm zur Reparatur von Genschäden, während "Falsches Spiel" die Charaktere mitten in ein geplantes Giftgasattentat auf ein voll besetztes Stadion schickt. Beiden Modulen gemein ist die gute Übersicht, die dank guter Gliederung und einleitender Zusammenfassung entsteht.
Daneben gibt es natürlich auch noch den reinen Quellenbuchteil von "Blut und Stahl". Während die UNL den Blutteil mit medizinischem Schwerpunkt (Transplantationen, Gentechnik, Konzerne) stellt, bietet Stawa als Maschinennation das Stahlpendant. Hier geht es um Rohstoffe, Energie, Kirchenmacht, Werksschutz, Großunternehmen, usw. Insgesamt bietet der neue Völkerband reichlich neue Infos.
In den Innenseiten des Umschlags gibt es auch wieder zwei farbige Bootsrisszeichnungen, im Buch selber findet sich eine weitere in schwarz-weiß.

Fazit: Auch dieses Mal kann ich die neue Lodland-Publikation voll und ganz empfehlen. Bis man das gesamte primär angelegte Spielmaterial ausgeschöpft hat, kann schnell mal ein Jahr oder mehr ins Land ziehen. Gegen diesen hohen Spielwert nimmt sich der Preis fast bescheiden aus.




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