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The Surrogates
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 25.02.2009, Serie: Belletristik, Autor(en): Robert Venditti, Verlag: Keine Angabe, Seiten: 208, Erschienen: 2006, Preis: 16,99 Euro


Es ist eine schöne, neue Welt im Jahre 2054. Das Leben ist so viel sicherer, so viel besser geworden, seit die "Surrogates" erfunden wurden. Dies sind Cyborgs, die einem Menschen zum Verwechseln ähnlich sehen. Gesteuert werden sie von zuhause aus über ein einfaches Headset. So kann man sein, was man will: männlich, weiblich, groß, klein, hübsch oder noch viel hübscher. Und plötzlich haben wir sie, die Welt, die wir alle wollten. "Schau mal, so viele Leute, wir haben heute die Hässlichen eingesperrt." Ein Song wird zur Wirklichkeit… wenn man sich diese Wirklichkeit leisten kann.

Die Polizisten Harvey Greer und Pete Ford werden an einen Tatort gerufen. Zwei "Surros" wurden in einer Seitengasse elektrisiert, was ob des kürzlichen Elektronensturms an und für sich nicht allzu ungewöhnlich ist. Was wie ein Bagatellfall für die Versicherungen klingt, entpuppt sich schnell als Mysterium, denn die Auswertungen der persönlichen Aufzeichnungen der Surrogate-Einheiten ergeben, dass eine weitere Person zugegen war. Im Laufe der Geschichte wird klar, dass ein Techno-Terrorist die Menschheit von ihren selbst auferlegten Fesseln erlösen will und als jene mysteriöse Gestalt den Polizisten Harvey mit einer Hand über einen Abgrund hält, wird dem Cop klar, dass er nichts mehr spürt. Denn er ist wie so viele nichts weiter als eine seelenlose Hülle, während ihr Pilot im fleckigen Unterhemd zuhause auf dem Sessel sitzt. Mit der Lektion seines Lebens nimmt er jenes wieder selbst in die Hand – auf der Jagd nach "Steeplejack", dem Techno-Terroristen.

Das englische Comic im schönen, amerikanischen langen Din-A5-Format aus dem TopShelf Verlag kombiniert alle fünf Teile der Serie in einem Softcover-Buch. Jeder dieser Teile endet mit einem kleinen "Zuckerl", das die Science-Fiction Welt noch plastischer werden lässt. So zum Beispiel ein wissenschaftlicher Artikel über den Aufschwung der neuen Surrogate-Technologie oder eine Werbebroschüre der Firma, die die Cyborgs herstellt. Absolutes Highlight sind die Poster der Marketing-Kampagne, die sich im Anhang befindet.
Zeichnerisch liegt dem Leser eine Mischung aus Schemen und Details einfacher Strichzeichnung vor, die im Wasserfarbenstil koloriert wurden. Dies wirkt zu Anfang ein wenig simpel, schafft aber vor allem durch den Wechsel von warmen und kalten Farben eine ganz hervorragende Atmosphäre.
Der Anhang des Buches bietet reichlich Material für den Fan. Neben der erwähnten Marketing-Kampagne finden sich unter anderem eine nicht verarbeitete Szene in Rohform sowie eine kleine Dokumentation darüber, wie sich ein Panel von der Rohform bis zur fertigen Szene entwickelt.

Fazit: Insgesamt liegt uns hier ein tiefgründiges Comic vor, das Vergleiche mit großen Science-Fiction-Werken nicht zu scheuen braucht. Nicht weniger als der Sinn des Lebens selbst ist der Mittelpunkt dieses Buches, das seine Filmadaption Ende dieses Jahres finden wird. Wer des Englischen nicht mächtig ist, darf sich auf die in Kürze erscheinende deutsche Version von Cross Cult freuen.




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