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Don Harris - Psycho-Cop 03: Das schwarze Amulett
Von Ralf Sandfuchs

Rezension erschienen: 17.03.2009, Serie: Auditorium, Autor(en): , Verlag: Universal Family Entertainment GmbH, Seiten: , Erschienen: 2009, Preis: 9,95 Euro


Der Name des Autors Jason Dark, von dem die (mir unbekannte) Romanvorlage zu diesem Hörspiel stammt, wird bestimmt einige Leute sofort abschrecken (vielleicht sogar zu Recht), aber... HALT! Lesen Sie erst weiter und entscheiden Sie dann.

Don Harris, der "Psycho-Cop", ist zunächst einmal ein typischer Held in einer typischen Grusel-Serie. Ein durchtrainierter und effektiver Agent des Europäischen Geheimdienstes ESI (European Special Intelligence mit einer besonderen Fähigkeit: er kann in die Zukunft sehen. Dafür sorgt das Dritte Auge, das sich bisweilen auf seiner Stirn manifestiert. Meistens handelt es sich nur um kurze Visionen, die es ihm erlauben, einem Angreifer auszuweichen, bevor dieser seinen Angriff überhaupt startet, oder ähnliches.

Am Beginn der Serie findet er außerdem heraus, dass eine internationale Organisation des Bösen, die so genannten "Höllensöhne", ein besonderes Interesse an ihm und seiner Familie zu haben scheint. Er wird im Verlauf der Handlung von einem alten Kampfgefährten verraten, der sich auf die Seite des Bösen geschlagen hat, und eine geheimnisvolle Schönheit namens Elektra, die scheinbar mehr über das Geheimnis seiner Fähigkeiten weiß als er selbst, rettet ihm das Leben.

In Folge 3 (Das Schwarze Amulett) will Don mehr über die Hintergründe hinter den vergangenen Geschehnissen zu erfahren, doch ein Versuch, mit einem Computerspezialisten der ESI mehr herauszufinden, endet in einer Notabschaltung des Netzwerkes mit fatalen Folgen: fast alle Rechner brennen aus.
Einer Vision von Elektra folgend macht sich Don jedoch auf den Weg nach Spanien, wo ihn die geheimnisvolle Schönheit erwartet. Sie will ihm das Schwarze Amulett geben, ein Jahrhunderte altes Symbol der Macht gegen das Böse. Doch die Höllensöhne sind ebenfalls hinter diesem Objekt her und sie sind Don dicht auf den Fersen.

Okay, werden die Zweifler vom Anfang jetzt sagen, bis hierher klingt das aber immer noch ziemlich typisch, wie man es eben von Serien dieser Art kennt. Was ist nun das Besondere an Don Harris?

Von einer Serie mit einem Hintergrund wie dem geschilderten kann man natürlich keine wirkliche Erneuerung des Genres erwarten. Es werden natürlich die üblichen Klischees bedient. Die Bösen sind so richtig schön schurkisch und alle Frauen absolute Schönheiten. Aber die Macher der Serie verfallen nicht in das verhasste Schema, diese Klischees bis zum Letzten auszureizen. Es wird nicht immer wieder erwähnt, wie toll dieser oder jener weibliche Charakter aussieht, und auch die Bösen verfallen nicht ständig in Monologe, um die sie jeder wahnsinnige Welteneroberer aus James Bond beneiden würde.
Im Gegensatz dazu wird eine durchaus spannende Geschichte kompetent erzählt. Dabei brechen die Autoren auch mal aus den üblichen Schemata mit Dämonen und Zauberern aus und begeben sich auf Gebiete, wie sie sonst der Techno-Thriller abgrast.
Offensichtlich will man sich auch vom großen Bruder John Sinclair abheben. Action und Effekte sind bei Don Harris weniger Selbstzweck als in die Handlung integriert, was der eine oder andere aber vielleicht auch als Nachteil verstehen mag.
Trotzdem wissen Sound-Design und Musik zu gefallen, wenn man auch aufpassen muss, dass man nicht beim vermeintlichen Abspann ausschaltet; es geht nämlich noch weiter.
Wirklich negativ fällt (neben einigen wenig ausgefeilten Dialogen) nur eine Szene auf, in der ein Oberbösewicht einen seiner Gefolgsleute empfängt, während er gerade seine Gene an eine weibliche Gespielin weiterzugeben versucht (mit entsprechender Geräusch-Kulisse). Eine wirklich unnötig platte Szene, die aber den ansonsten positiven Gesamteindruck nicht gänzlich verderben kann.

Wer sollte sich also an Don Harris heranwagen?

Mit Sicherheit können Fans von Serien wie John Sinclair, Dorian Hunter oder Faith hier wenig falsch machen. Wer einem klassischen Helden in einem düsteren Szenario folgen möchte, das sich zwischen Fantasy, Horror und Spionage hin und her bewegt, der dürfte auch nicht enttäuscht werden. Schlecht beraten sind jedoch die Zuhörer, die von einer Hörspielreihe immer die nächste große Innovation erwarten. Sie sollten diese sicherlich eher woanders suchen.

Ich rate auf jeden Fall dazu, mit Folge 1 einzusteigen, denn wie aktuell üblich gibt es hier keine Einzelfolgen, sondern eine fortlaufende Geschichte, der man sicherlich von Anfang an folgen sollte, um alles zu verstehen.




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