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Monsieur Mardi-Gras - Unter Knochen 02 - Das Teleskop von Charon
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 01.02.2009, Serie: Belletristik, Autor(en): Éric Liberge, Verlag: Keine Angabe, Seiten: 63, Erschienen: 2008, Preis: 13,80 Euro


Nachdem Mardi-Gras im ersten Band der schön-schaurich-makaberen Großformatserie des Splitter-Verlags in das Reich der Toten gelangte, weil er im Badezimmer auf dem Spielzeugauto seine Sohnes ausrutschte, und seine erste Erfahrungen in der neuen Welt gemacht hat, taucht der zweite Teil tiefer in das Thema ein.

Panik in der Schenke der großen Stadt des Totenreichs: Der Fusel ist alle. Kein Quecksilber, kein Nonyl-Phenol-Plyoxyethylen, kein Stearylamin-Formiat. Das ganze leckere Zeug, alles weg! Und nur einer ist schuld daran: Mardi-Gras Aschermittwoch, der Neuzugang mit der cholerischen Ader, der alles hinterfragt und Gott aufs Übelste beschimpft. Dem muss gegengesteuert werden und so bahnt sich die Regierungspatrouille ihren Weg in den Saal und findet was oder besser wen sie sucht – den Postboten, der Mardi-Gras auf den ersten Schritten beigestanden hat.
Währenddessen ganz woanders: Der Geheimzirkel, der es unserem Protagonisten ermöglicht hat aus der Gefangenschaft zu entkommen, haut mächtig auf den Putz. Die feinsten Weine werden geköpft, denn ihrem Vorhaben die große Stadt zu kartieren sind sie so nah wie nie. Dafür haben sie alle Mühen auf sich genommen und sogar das große Teleskop von Charon in ihren Besitz gebracht. Doch die Truppen der Regierung sind gut und so erfahren sie schnell, wo sich ihr Querulant aufhält. Hoffnung, Verzweiflung, Wut und Komik und natürlich eine gehörige Portion Kaffe bilden das Gerüst des Bandes. Oder sollte man eher Gerippe sagen?

Nachdem der erste Band der Serie eine gelungene Einführung in die Welt der gedeckten Farben bietet, lüftet die Fortsetzung den einen oder anderen Schleier, gibt aber auch den Blick auf weitere frei, was zu neuen Fragen führt. So erfährt der Leser mehr über die rätselhafte Bruderschaft, die den Seelen die Überfahrt in das Totenreich ermöglicht und führt weiterhin eine neue mysteriöse Gestalt ein: Der große "Septuagesmiae" hat kein Gesicht, sondern nur einen klobigen Helm. Er lenkt die Geschickte der Stadt und damit auch ihrer knochigen Bewohner. Die Gestalt erweist sich als der große Gegenspieler unseres unter Spannung stehenden Helden, der eigentlich gar keiner sein möchte. So schafft es der Autor einen schönen Gegenpart einzuführen, welcher die Spannung weiter in die Höhe treibt.

Grafisch bietet das Buch mal wieder Comickunst auf hohem Niveau. Das große Format bietet reichlich Platz für üppige Zeichnungen, die nicht mit Details geizen – ein echter Augenschmaus!

Fazit: Das Teleskop von Charon ist die würdige Forstsetzung einer Serie, die schon von den ersten Seiten an Spaß macht. Sie begeistert durch die äußerst skurrile Welt und ihre Bewohner, aber auch der Plot kann überzeugen. Da kommt das Ende leider viel zu schnell. Die Vorfreude auf die kommenden Bände wird dadurch aber umso größer.




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