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Wings of War: Deluxe Set WWI
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 20.01.2009, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): , Verlag: Mad Man's Magic, Seiten: , Erschienen: 2007, Preis: 35,99 Euro


Wings of War vom Nexus Verlag beziehungsweise Mad Man’s Magic ist eine neue Spielidee, mit der man Luftschlachten sowie Luft-Boden Missionen im Ersten und Zweiten Weltkrieg nachspielen kann. Das Deluxe-Set für den Ersten Weltkrieg kommt nicht nur mit den Einstiegs- sowie diversen Sonderregeln daher, sondern liefert als Extra auch noch vier bemalte Modelle, mit denen man sofort losspielen kann.

Die Basisregeln sind schnell erklärt: Zwei Teams treten gegeneinander an, Deutsche gegen Engländer und Italiener. Jedes Team wählt sich ein oder zwei Flugzeuge, die normalerweise durch Karten dargestellt werden. In diesem Set sind jedoch auch die Miniaturen enthalten. Auf den Basen der Miniaturen findet man drei Werte: Manöverdeck, Schadensklasse und Schadenspunkte. Jeder Spieler bekommt ein Spielbrett, auf das man später Karten und Counter legt, sowie ein Lineal zum Abmessen der Schussdistanz. Jeder Flieger bekommt sein spezielles Manöverdeck zugewiesen. Dieses besteht aus Karten mit Flugwegen, also Kurven, Steilflug, Stall und so weiter. Das Schadensdeck wird gemischt und bereit gelegt. Dann positioniert jede Seite ihre Flieger auf dem "Spielfeld". Dieses besteht einfach aus einer glatten Oberfläche und kann ein Tisch, der Fußboden oder eine selbstgestaltete Spielunterlage sein (beispielsweise eine Luftaufnahme).

Das Spielprinzip ist simpel. Jeder Spieler plant für seine Flieger geheim seinen Zug indem er drei Karten aus dem Manöverdeck auf seine Spielbretter legt. Geflogen wird dann immer gleichzeitig Karte für Karte. Hierzu nimmt man einfach das ausgewählte Manöver, legt es vorne an die Basis der Miniatur und setzt dann den Flieger an die Stirnseite der Karte. Danach wird mit einem Lineal geprüft, ob sich ein potenzieller Gegner im Schussfeld des Fliegers befindet. Sollte dem so sein, darf geschossen werden. Je nach Entfernung nimmt der Getroffene ein oder zwei Karten vom Schadensstapel, sieht sie sich an und legt sie verdeckt auf sein Spielbrett. Somit weiß auch nur er, wie nahe er an einem Abschuss ist. Nicht jede Karte weist dabei auch einen Treffer aus, es gibt auch "Nieten". Entspricht der angesammelte Schaden den auf der Fliegerbasis abgedruckten Schadenspunkten, ist der Flieger abgeschossen. Dabei gibt es auch die Möglichkeit, dass sich das MG des Feuernden verklemmt oder der getroffene Flieger gleich explodiert. Leider wird hier in den Regeln nicht erklärt, was die unterschiedlichen Farben der Symbole des klemmenden MGs zu bedeuten haben. Das ist aber in dieser Version auch nicht wichtig.

Soviel zu den einfachen Regeln. Sie sind an und für sich für ein schnelles Spiel vollkommen praktikabel, bieten aber nicht viel Abwechslung. In den Sonderregeln geht es dann aber richtig zur Sache, wenn die Sonderschäden ins Spiel kommen: Pilot getroffen, Motorschaden, Rauch, Feuer, klemmende Seitenruder. Wird ein Pilot zweimal getroffen, ist er tot und der Flieger aus dem Spiel. Ein Motorschaden zwingt den Piloten zu bestimmten Aktionen, ein rauchender Flieger kann andere nicht verfolgen, Feuer muss gelöscht werden und ein klemmendes Seiteruder verhindert Rechts- und Linkskurven.
Zudem gibt es die Möglichkeit mit unterschiedlichen Höhenleveln zu spielen, was viel mehr Taktik ins Spiel bringt. Um dies anzuzeigen, stellt man die Miniaturen mit kleinen Säulen etwas höher oder eben niedriger. Es wird weiterhin erklärt, wie Bombardements möglich sind und wie man Beschuss vom Boden handhabt. Weiterhin gibt es Sonderregeln für Maschinen mit Heck-MG, die man gesondert beziehen muss. Die Regeln enden mit diversen Szenarien, in denen Missionen beschrieben sind, unter anderem Aufklärungsflüge, Aufnahme von Luftbildern oder Beschuss von Schützengräben.

Die Verarbeitung des Spielmaterials erstklassig. Die Karten sind von hoher Qualität, die Counter ebenso, auch die Fliegerminiaturen scheinen einiges auszuhalten. Enthalten sind in diesem Set eine Fokker Dr. I (Richthofen), eine Albatros D.Va (Udet), eine Sopwith Camel (Barker) sowie eine SPAD XIII (Baracca). Einziger Kritikpunkt ist hier die Art und Weise, wie die Flieger in der Schachtel fixiert sind. Man bekommt sie nämlich einfach nicht heraus ohne Angst haben zu müssen irgendetwas an ihnen kaputt zu machen. Hier ist Feinfühligkeit und vor allem Geduld gefragt.
Das Spiel lässt sich beliebig mit den bereits vorhandenen Varianten erweitern. Zudem gibt es reichlich weitere Miniaturen (jede mit ihrem eigenen Manöverdeck) im Fachhandel. Das Spiel ist somit sammelbar, man weiß aber stets was man bekommt.

Fazit: Wings of War ist ein schön gestaltetes Karten-/Brettspiel, bei dem der Einstieg leicht fällt. Das Spiel begeistert nicht nur mit einfachen Regelmechanismen, auch die Idee, die Flugzeugkarten durch erschwingliche Modelle zu ersetzen, kann vollauf überzeugen. Mittlerweile gibt es reichlich Erweiterungen, unter anderem eine WKII-Edition sowie Zeppeline. Dann also rein in die klapprigen Kisten, ihr Helden der Lüfte – der Rote Baron wartet!




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