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Munchkin Freibeuter
Von Martin Wagner

Rezension erschienen: 10.02.2009, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Steve Jackson, Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: , Erschienen: 2008, Preis: 14,95 Euro


Nach den erfolgreichen Piratenfilmen der letzten Jahre, ist es kaum verwunderlich, dass Steve Jackson und nun auch Pegasus als Übersetzer, dieses Thema aufgreifen. Munchkin Freibeuter führt die Spieler aufs offene Meer. Auch dieses Mal geht es um das Töten von Monstern und das Klauen von Schätzen, doch dieses Mal müssen die Kumpels nicht erstochen werden, diesmal lässt man diese über die Planken gehen.

Für zwei bis sechs Spieler ist das Spiel ausgelegt, je mehr desto spaßiger. Vor dem Spiel braucht jeder Spieler etwas, womit man die benötigten zehn Stufen, die zum Sieg nötig sind, anzeigen kann. Dann werden der Schatzkartenstapel, erkennbar an der Schatztruhe mit Inhalt und einem Papagei auf der Rückseite, und der Türkartenstapel, erkennbar an dem Kanonenloch mit Kanone und Tentakeln, gemischt und nebeneinander aufgestellt. Jeder Spieler erhält von jedem Stapel zwei Karten und das Spiel kann beginnen.

Natürlich haben sich die Macher sich wieder ein paar Neuerungen einfallen lassen. Anstelle von Rassen gibt es nun Akzente, zum Beispiel Französisch, Britisch oder Spanisch, die mit bestimmten Vorzügen behaftet sind. Dementsprechend gibt es auch kein Halbblut mehr sondern Zweisprachigkeit. Die normalen Klassen wurden durch typische Seefahrerklassen ersetzt, zum Beispiel Freibeuter, Teerjacke oder Kauffahrer. Während die Akzente noch recht ausgeglichen sind, sticht bei den Seefahrerklassen jedoch der Freibeuter heraus. Dieser kann nämlich anstelle des Raumplünderns eine Schatzkarte vom Schatzkartenstapel oder vom Ablagestapel ziehen.
Die Monster sind natürlich auch durch thematisch passende ersetzt worden. Es gibt Haie verschiedener Couleur, die immer mehr Haie anlocken können, Wale und natürlich auch die berühmten bärtigen Seeräuber. Diese Vielzahl an Monstern muss bekämpft und besiegt werden, möchte man die zehnte Stufe erreichen. Es gibt weiterhin Monsterverstärker, Flüche und sonstige Aktionskarten, die das Spielspaß steigern.
Als Neuerung gibt es im Türkartenstapel Schiffskarten als Ausrüstung, die wie Ausrüstungsgegenstände Boni im Kampf bringen. Als Schiffe gibt es zum Beispiel die Galeone, das Langboot und den Schneidigen Kutter.
Im Schatzkartenstapel finden sich Ausrüstungsgegenstände wie ein Papagei, Haken und Holzbein, die natürlich Boni im Kampf geben oder anderweitig schützen. Dazu gibt es Stufenaufstiegskarten und auch Ausrüstungskarten für Schiffe, damit die Schiffe zum Beispiel mit Geschützen ausgerüstet werden können.
In beiden Stapeln sind gut gezeichnete Karten mit jeder Menge Ironie in Bild und Wort.

Das Spiel verläuft ansonsten wie jedes andere Munchkinspiel. Es wird eine Tür eingetreten, entweder ein Monster bekämpft, die Auswirkungen des Fluches erduldet oder die Karte einfach auf die Hand genommen. Taucht ein Monster auf und wurde dieses besiegt, steigt man eine oder mehr Stufen auf und bekommt dessen Schatz oder Schätze. Besiegt man es nicht, muss man entweder weglaufen oder schlimme Dinge über sich ergehen lassen. Stirbt man durch die schlimmen Dinger, verliert man alle Gegenstände an die Mitspieler und fällt auf Stufe 1 zurück, behält aber Akzent und Klasse. Taucht kein Monster auf, kann man den Raum plündern, also eine Karte vom Türkartenstapel verdeckt ziehen oder ein Monster von der Hand spielen und dieses bekämpfen. Am Ende der Runde muss man, wenn man mehr als fünf Karten auf der Hand hat, diese überzähligen Karten an den Spieler mit der niedrigsten Stufe abgeben.

Fazit: Ein Piratenmunchkin war lange erwartet und die Erwartungen wurden voll erfüllt. Alle Cliches wurden ins Spiel integriert, Papageien, Holzbeine und schlechte Akzente. Leider ist die Klasse des Freibeuters doch den anderen Klassen überlegen und führt zu einem spürbaren Ungleichgewicht. Der dadurch verminderte Spielspaß wird aber durch die Cliches und die tollen Karten wieder mehr als ausgeglichen und Munchkin Freibeuter ist in den Zeiten, da wir im Kino auf diese Filme verzichten müssen, ein guter Ersatz.




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