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Dungeon & Dragons Monsterhandbuch 4E
Von Lars-Hendrik Schilling

Rezension erschienen: 12.01.2009, Serie: Rollenspiel, Autor(en): M. Mearls, Stephen Schubert, James Wyatt, Verlag: Feder und Schwert, Seiten: 308, Erschienen: 2008, Preis: 34,95 Euro


Nachdem Feder-und-Schwert am 20. Oktober bekannt gab, die vierte Dungeons and Dragons-Edition nach dem Spielleiterhandbuch nicht weiter veröffentlichen zu werden, ist die Zukunft des deutschen D&D momentan unklar. Doch das bekannteste Rollenspiel des Planeten wird sicherlich einen neuen Verlag finden. Deshalb soll an dieser Stelle das Monsterhandbuch, der zweite Teil des Grundregelwerkes, beschrieben werden. Dabei soll wie bei der Rezension des Spielerhandbuchs (http://www.lorp.de/rezensionen/show.asp?id=1647) keine Bewertung des Werks erfolgen, es sollen nur die einzelnen Aspekte des neuen Regelwerks herausgearbeitet werden.

Viele Rollenspielsysteme verfügen mittlerweile über Kreaturensammlungen. Zielsetzung und Stil dieser Vielfalten hängen dabei von den Ideen der Autoren und den Eigenarten des Systems ab.
Das entsprechende Regelbuch zu Dungeons & Dragons heißt dabei nicht umsonst Monsterhandbuch. Hier geht es vorrangig um Monster und ausschließlich um Kampf. Es handelt sich im Endeffekt vor allem um eine Sammlung von Gegnern, die es im heldenhaften Kampf zu bezwingen gilt. Unter den mehreren hundert Abbildungen gibt es nicht eine einzige, auf der die beschriebenen Wesen nicht in kämpferischer und/oder bedrohlicher Pose zu sehen sind. Es finden sich unter den über fünfhundert Kreaturen zwar Unmengen rein böser Wesen und einige mit beliebiger Gesinnung (die somit auch gut sein können), aber nur ein ausgesprochen gutes Wesen wird aufgeführt. Dabei handelt es sich um das celestische Schlachtross - auch nicht gerade eine friedliche Art. Im Vergleich zur Edition 3.5 wurden viele dort vorhandenen, guten Kreaturen absichtlich weggelassen. So fehlen nicht nur verzichtbare Wesen wie Nymphen, auch vor den namensgebenden Drachen macht der Rotstift nicht halt. Es werden im Monsterhandbuch zwar auch die guten Metalldrachen kurz erwähnt, aber mit Werten versehen und näher beschrieben werden bloß die bösen Farbdrachen.
Die Beschreibung der Monster hält sich ebenfalls nicht lange mit Hintergründen auf. Es werden kurz einige wissenswerte Eigenarten aufgezielt und dann werden vornehmlich Strategie und Verhalten im Kampfe geschildert.

Beim dritten Teil des Grundregelwerkes handelt es sich vor allem um eine lange Liste mit Feinden. Zusätzliche Regeln werden nicht geboten. Obwohl das Werk für das Spielen von D&D sicherlich als wichtig darstellt, ist doch die Bezeichnung als Teil des Grundregelwerkes somit fragwürdig. Prinzipiell geht es vermutlich darum, in weiteren Publikationen Querverweise auf das Monsterhandbuch zu verwenden, ohne den Besitz eines Buches vorauszusetzen, das nicht zu den Grundregeln gehört. Daher wahrscheinlich die nominelle Existenz als Grundregelbuch.
Die Regelarmut des Werkes erstreckt sich sogar auf die in der dritten Edition verwendete Stufenanpassung. Die mächtigeren, aber theoretisch spielbaren Völker werden zwar im Anhang aufgeführt, es gibt jedoch keinen Ausgleich für ihre Macht im Vergleich zu anderen Völkern. Es wird stattdessen dem Spielleiter überlassen und gleichzeitg davon abgeraten, seinen Spielern solche Völker zu erlauben. Über den Grund dafür kann man nur spekulieren, der Rezensent vermutet ihn aber in der enormen Bedeutung, die die Stufe eines Charakters in der vierten Edition hinzugewonnen hat. Dadurch ließ sich vermutlich kein adäquater Ausgleich über die Stufe schaffen.

Die Aufmachung des Werkes ist in Vollfarbe und sehr hochwertig. Mit wenigen Ausnahmen wurden alle Monster neu gezeichnet, nur wenige Abbildungen wurden aus der vorherigen Edition übernommen. Die Qualität der Texte ist lesbar. Auch wenn sie oft sehr knapp gehalten sind, sind sie informativ und verständlich. Die Übersetzung stellt hier ein kleines Manko dar, denn oft sind Ausdrücke an verschiedenen Stellen unterschiedlich übersetzt worden, was den Sinn jedoch nie entstellt und bloß seltsam anmutet.

Fazit:
Das neue Monsterhandbuch der vierten Edition ist sehr kampflastig - wie auch schon das Spielerhandbuch. Wem diese Art von Spiel gefällt, der wird sich daran erfreuen können. Für D&D-Runden ist es einfach ein Teil der Regelwerkes, auf den jedoch verzichtet werden kann, wenn man keine weiteren Quellenbücher verwenden will, sondern sich lieber selbst etwas ausdenkt. Für Spielleiter anderer Systeme findet sich hier eine riesige Sammlung an stilvollen, ausgearbeiteten Feinden, die man für eine kampflastige Kampagne gut verwenden kann.




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