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MAX der Kater
Von Michael Schmitt

Rezension erschienen: 20.12.2008, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Jim Deacove, Verlag: Family Pastimes, Seiten: , Erschienen: 2008, Preis: 15,00 €


Maus, Eichhörnchen und Vogel sind auf der Flucht vor Max dem schwarzen Kater. Die Spieler müssen versuchen diese zu ihren Nestern im Baum zu bringen, ohne dass Max sie zu fassen bekommt. Wenn es brenzlig wird, kann Max mit kleinen Leckereien nach Hause gelockt werden, um den kleinen Tieren wieder einen Vorsprung zu verschaffen.

MAX der Kater ist ein kooperatives Spiel für ein bis acht Personen ab drei Jahren. Das Spielmaterial ist sehr schön und zweckmäßig illustriert und spricht Kinder, wie auch Erwachsene an. Das Spielbrett zeigt einen Weg, der von einem Haus zu einem Baum führt. Im Baum befinden sich drei Nester, welche die kleinen Tiere erreichen müssen. Sie starten alle drei gemeinsam mit etwas Vorsprung auf dem sechsten Feld des Weges. Max muss vom Haus aus starten. Die Tiere sind auf feste runde Pappkärtchen gedruckt. Neben den Spielplan werden vier verschiedene Leckereien - ebenfalls Pappkärtchen - bereit gelegt. Des Weiteren gibt es zwei sechsseitige Würfel, die entweder einen grünen oder schwarzen Punkt zeigen.
Die Spielanleitung liegt in vier Sprachen bei und umfasst jeweils lediglich knapp eine DINA-4-Seite. Sie ist verständlich geschrieben und regt im Text zur Diskussion während des Spielens an, was den kooperativen Charakter weiter unterstützt.

Die Figuren werden nicht den Spielern zugeordnet, sondern alle spielen gemeinsam und bewegen die einzelnen Tiere. Wer an der Reihe ist, würfelt mit beiden Würfeln. Für jeden schwarzen Punkt wird Max ein Feld vorwärts bewegt. Für jeden grünen Punkt rückt der Spieler ein kleines Tier seiner Wahl ein Feld weiter. Die Würfel können dabei beliebig auf die Tiere verteilt werden. Der Spieler entscheidet frei in welcher Reihenfolge er die Tiere - einschließlich Max - bewegt. Der aktive Spieler kann dabei die Mitspieler um Rat fragen und gemeinsam mit ihnen über die Zugmöglichkeiten diskutieren.
Kommt Max den kleinen Tieren zu nahe, kann er mit einer Leckerei zurück ins Haus gelockt werden. Dazu wird eine der vier Leckereien auf den entsprechenden Platz im Haus gelegt und Max zurück an den Anfang gesetzt. Auf dem Spielplan sind außerdem drei Schleichwege eingezeichnet. Dabei hat jedes der kleinen Tiere seinen eigenen. Landet das Tier auf dem entsprechenden Feld, kann dieses seinen Schleichweg benutzen, wenn der Spieler das möchte. Aber auch Max benutzt immer diese Schleichwege, wenn sein Zug genau auf einem solchen Feld endet.
Endet der Zug von Max auf einem Feld mit einem oder mehreren flüchtenden Tieren, hat er diese gefangen und das Spiel ist für alle verloren. Sind alle Tiere aber sicher in ihrem Nest angekommen, haben die Spieler gemeinsam das Spiel gewonnen.

Hinter dem schön gestalteten Spiel steckt viel mehr als man zunächst vermutet. Es ist recht schwierig alle kleinen Tiere vor Max in Sicherheit zu bringen. Dabei spielt nicht nur das Würfelglück eine Rolle. Zunächst muss überlegt werden, in welcher Reihenfolge man die kleinen Tiere bewegt und mit welcher Geschwindigkeit. Sitzt Max direkt auf dem Feld hinter Maus, Eichhörnchen oder Vogel oder gar direkt vor einem Schleichweg bietet es sich an ihn mit einer Leckerei zurück zum Haus zu locken und sich somit erst mal Luft zu verschaffen. Allerdings ist diese Möglichkeit auf vier mal begrenzt und schneller verbraucht als man denkt. Alternativ kann man auch etwas zocken und auf einen guten Würfelwurf hoffen.
Anfangs scheitert man oft kläglich, was sofort zu einer weiteren Partie animiert. Denn oft kann das Spiel nur mit der nötigen Taktik gewonnen werden. Eine Möglichkeit ist zum Beispiel Max über einen Schleichweg auf den Weg vor die Tiere zu bringen und erst mal laufen zu lassen, um ihn dann kurz vor dem Ziel mit einer Leckerei zurück nach Hause zu holen. Solche Tricks werden in der Anleitung nicht verraten, sondern ergeben sich aus dem gemeinsamen Spiel und mit zunehmender Erfahrung, was vor allem für Kinder sehr förderlich ist. Gerne werden hier verschiedenen Varianten ausprobiert, was durch die angenehme Spieldauer von ungefähr zehn Minuten noch unterstützt wird.

Überhaupt ist das Spiel für alle Altersklassen interessant. Am Anfang sollten zunächst die Eltern mitspielen oder beobachten und zur Diskussion anregen. Das häufige gemeinsame Verlieren macht den Kleinsten recht wenig aus und sie probieren es gerne immer wieder die süßen Tierchen vor dem Kater zu retten. Bei den Größeren kann sich schon mal etwas Frust einstellen, bis sie dann doch noch der Ergeiz packt. Der Anspruch das Spiel zu gewinnen ist hoch genug und der Spielverlauf bietet durch die Würfel eine gewisse Abwechslung. Außerdem kann die Schwierigkeit angepasst werden, in dem man die Startpositionen der Tiere etwas verschiebt. Diese Möglichkeit ist zwar nicht in der Spielregel beschrieben, dennoch fordert das Spiel regelrecht dazu auf sich Gedanken über den Spielverlauf zu machen und somit auch eigene Ideen einzubringen.

Durch die Würfel ist natürlich einiges Glück im Spiel, allerdings verläuft dadurch jedes Spiel auch ein wenig anders und wenn man sich darauf einstellt und gemeinsam überlegt, wie man dem entgegen wirken kann, wird MAX der Kater zu einer spannenden und lehrreichen Verfolgungsjagd für Groß und Klein.

Fazit:
MAX der Kater ist ein unscheinbares, aber dennoch tolles Kinder- und Familienspiel. Dadurch, dass die Spieler nur gemeinsam gewinnen können und jeder einzelne seinen Beitrag dazu leistet, fördert es auf spielerische Weise die Kommunikation und das Wir-Gefühl.

Interessierte Spieler können sich bei OLDUVAI (http://www.olduvai.eu/) informieren und dieses nicht überall erhältliche Spiel erwerben.




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