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Das Zepter des Horas
Von Philipp Kiefner

Rezension erschienen: 24.02.2009, Serie: Belletristik, Autor(en): Henning Mützlitz, Christian Kopp, Verlag: Fantasy Productions GmbH, Seiten: 318, Erschienen: 2008, Preis: 9,00 Euro


Adel verpflicht! Dieser Leitspruch der Aristokratie drückt schwer auf den jungen Heißsporn Darian von Farsid-Berlînghan, der lieber auf Abenteuer und Raufhändel aus wäre, als Akten in der Staat-Procuratur zu wälzen. Da kommt es mehr als gelegen, dass der Leiter einer Ausgrabung des Heilig-Blut-Ordens, ein flüchtiger Bekannter, scheinbar spurlos verwunden ist und der Adlerorden um Klärung ersucht wird. Der Adlerritter Darian erkennt seine Chance und nimmt sich der Sache an. Nur weg aus Vinsalt, wo gehörnte Ehemänner auf Rache sinnen, nur weg von der ungeliebten Arbeit.
Vor Ort stellt sich die Sache jedoch als komplizierter dar, als zunächst vermutet. Eine Entführung, verschollene Artefakte aus altbosparanischer Zeit, Logen, Geheimnisse, Intrigen und nicht zuletzt eine hübsche, unnahbare Maid sind die Herausforderungen, denen es sich zu stellen gilt.

Das Zepter des Horas entspringt der Feder der Autoren H. Mützlitz und C. Kopp, die sich augenscheinlich gut in der Welt des Schwarzen Auges auskennen. Beeindruckend, wie leicht und spritzig die Dialoge gelingen, die in ihrer gestelzten, vordergründig höflichen und spitzzüngigen Art ganz dem Stil des Lieblichen Feldes entsprechen. Verbunden mit einer gelungen Personen- und Landschafts- und Lebensstilbeschreibung wird so ein stimmige und dichte Atmosphäre geschaffen.

Zentral im Roman ist die wunderbare Charakterstudie des überheblichen, selbstsüchtigen und unbeherrschten Adligen. Ein junger Mann aus bestem Hause, der nur selten die Konsequenzen seiner Eskapaden zu tragen hat. So liegt ihm eigentlich auch wenig an den Hintergründen der ganzen Angelegenheit. Sein Fokus liegt viel mehr auf der Flucht vor seiner Verantwortung und dem Ansinnen unter den Rock der hübschen Gelehrten zu kommen. Dabei dient sein skrupelloser maraskanischer Gehilfe als Klaqueur und eigenwilliger Beschützer. Zwar ist der junge Mann nur mäßig mit Hesindes Gaben gesegnet, doch verfügt er über Mut, Kampfeskraft, Entschlossenheit und vor allem Charisma, mit dessen Hilfe er auch immer wieder seine konservativeren Gefährten zu waghalsigen und eher phexgefälligen Handlungen überreden kann.

Auch wenn die Autoren letztlich mit dem Klischee des wenig sympathischen und letztlich geläuterten Protagonisten übertreiben, bieten sie doch mehr als die üblichen schwarz-weiß Kategorisierungen.
Die Handlung selbst ist actiongeladen, kurzweilig, mitunter blutig und ohne besonderen epischen Gehalt. Zugegeben, manches wirkt aus einschlägigen Filmen bekannt und die Jagd nach dem Zepter lebt von einigen glücklichen Zufällen, doch der Leser wird dabei gut unterhalten, was nicht zuletzt daran liegt, dass die Autoren durch Andeutungen und Wendungen die Identität sowie die Hintergründe der Widersacher geschickt zu verschleiern wissen.

Leider wird das Cover dem 316 Seiten starken Buch nicht wirklich gerecht, ist es doch eher blass, wenig ansprechend und schon gar nicht kauffördernd. Da wäre mehr drin gewesen.

Fazit:
Das Zepter des Horas bietet gute Unterhaltungsliteratur ohne großen Anspruch. Besonders die Interaktion der Charaktere sowie die stimmige Darstellungen der horasischen Welt können überzeugen. Unter dem Strich ist so ein etwas martialischer Roman der DSA-Reihe entstanden, der ebenso lesenswert, wie unterhaltsam ist.




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