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Cthuloide Welten 15
Von Stefan Moriße

Rezension erschienen: 12.12.2008, Serie: Zeitschriften, Autor(en): Frank Heller (Hrsg.), Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: 145, Erschienen: 2008, Preis: 8,95 Euro


Mit der Cthuloiden Welten 15 erscheint das offizielle Magazin zum Cthulhu Rollenspiel bereits zum zweiten Mal mit 50 Prozent mehr Inhalt. Die Entscheidung, die Einzelveröffentlichungen der Reihe Cthuloide Welten Bibliothek herunterzufahren und dafür mehr Inhalt in die CW aufzunehmen, kommt den Fans des Rollenspiels sehr entgegen. Der Preis wurde zwar leicht auf 8,95 Euro angehoben, dafür enthält das Magazin aber nun noch mehr und zum Teil umfangreichere Artikel und nicht mehr ein, sondern sogar zwei Abenteuer. Angesichts der Quantität wie auch Qualität kann der Cthuloiden Welten zu dem Preis kein anderes Produkt auf dem deutschen Rollenspielmarkt das Wasser reichen.

Inhalt

Eine bunte Mischung hält die 15. Ausgabe des Cthulhu-Magazins bereit. Im Zentrum stehen zwei Abenteuer, die unterschiedlicher kaum sein können, jedoch beide für sich einen großen Reiz ausüben. Ursprünglich für den Band Kleine Räume verfasst, finden sie nun in der Cthuloiden Welten Platz.

Hervorzuheben ist vor allem »abwärts« von Peer Kröger. Das Abenteuer ist als One-Shot konzipiert und für Cthlhu Now ausgelegt. Das Besondere: Der Handlungsort beschränkt sich fast ausschließlich auf einen Fahrstuhl, der stecken bleibt. Keine angenehme Situation, zumal die Spieler fünf sich fremde Personen mit unterschiedlichen Hintergründen darstellen müssen. Während sie sich notgedrungen in der engen Kabine näher kennen lernen, ereignen sich plötzlich grauenvolle Dinge um sie herum. Ohne zu viel verraten zu wollen, kann der Bemerkung des Chefredakteurs Frank Heller nur zugestimmt werden: Ein solch stimmiges Abenteuer hat es seit langem nicht mehr gegeben, weder für Cthulhu noch für andere Systeme.

Diesen hohen Standard kann das zweite enthaltene Abenteuer »Girnwood Manor« von Andreas Mehlhorn zwar nicht ganz halten, für sich genommen liegt es aber für ein Heftabenteuer deutlich über dem sonst gebotenen Durchschnitt. Auch »Girnwood Manor« beschränkt sich auf einen Handlungsort, in diesem Fall auf ein Anwesen in Wales. Die Charaktere sind zu einer Verlobungsfeier eingeladen. Zum Feiern kommen sie aber nicht, denn die Verlobte hat Morddrohungen erhalten und bittet die Gruppe, Nachforschungen anzustellen. Schon früh bemerken die Spieler, dass sich nicht nur im Herrenhaus, sondern auch im nahe liegenden Wald etwas Grauenvolles ereignen wird.

In der Reihe Cthulhu-Regionalia beschäftigt sich Stefan Geisler mit der Lüneburger Heide. Der Artikel ist nicht nur informativ geschrieben und hübsch bebildert, sondern liest sich auch interessant. Grund dafür sind die Textstellen aus einem Reisetagebuch, die die Lüneburger Heide zu Zeiten der 1920er aufleben lässt. Dass sich auch hier gekonnt profundes Fachwissen mit fiktiven Cthulhu-Mythen mischen, entspricht der altbewährten Cthulhu-Tradition. Dazu liefert Geisler gleich eine Beschreibung zur Bruderschaft der Schwarzen Mutter in der Heide mit - ein Abstecher darüber, wie sehr Shub-Niggurath mit der norddeutschen Region verwurzelt ist.

Weitere Essays über den Spuk in alten Gemäuern und über die Reichswehr runden das Gesamtbild der Ausgabe ab. Optionale Regelergänzungen liefert darüber hinaus Thomas Michalski, der das Fertigkeiten-System kritisch unter die Lupe nimmt. Auch wer mit dem Regelsystem zufrieden ist, sollte sich den Artikel zu Gemüte führen, denn der Autor präsentiert sinnvolle Anregungen, wie man einige der eher selten gebrauchten Fertigkeiten zusammenfassen kann und wie sie in Verbindung zu den Attributen gesetzt werden können.

Fazit

Die Cthuloiden Welten 15 bietet alles, was das Herz des Cthulhu-Jüngers begehrt: Stimmige, atmosphärische Abenteuer, eine bunte Zusammenstellung von ergänzenden Artikeln über Land und Leute in den 1920er Jahren, ein paar Essays und ein Interview mit dem amerikanischen Autor Scott David Aniolowski. Mehr kann man wahrlich nicht erwarten.




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