Willkommen Gast - LORP.de v2.45.00
LORP.de  
Seite drucken Seite empfehlen Leserbrief schreiben Translate into English with Google
 

Startseite » Rezensionen » Zeitschriften » Mephisto » Mephisto #10

Mephisto #10
Von Ralf Sandfuchs

Rezension erschienen: 20.03.2002, Serie: Zeitschriften, Autor(en): Martin Ellermeier (Hrsg.), Verlag: Verlag Martin Ellermeier, Seiten: 106, Erschienen: 2000, Preis: 4,50 € (8,80 DM)


"Das Magazin der Dunklen Welten“ hatte einen weiten Weg hinter sich gebracht, als Ende 2000 die Jubiläums-Ausgabe Nummer 10 auf dem Markt erschien, und zur Feier des Tages bekamen sowohl die eigentliche Ausgabe als auch das „Heft im Heft“ jeweils ein Drittel mehr Umfang als beim Vorgänger.
Zunächst jedoch wird man mit dem eher seltsamen Coverbild konfrontiert, das irgendwo zwischen Langnese-Werbung mit Strapsen, Shadowrun und Pseudo-Vampirismus angesiedelt und – zumindest für mich – eher abstoßend als anregend ist. Aber egal, es geht bei einem solchen Heft wohl doch eher um den Inhalt, und der ist zumindest einmal vielschichtig.
Der erste größere Artikel ist mit „Von Rittern und Drachen“ ein Abenteuer für Wechselbalg; ein System, das ich noch nie besonders mochte und zugegebenermaßen auch kaum kenne. Und dieses Abenteuer konnte mich keines Anderen belehren. Manches hier wirkt konstruiert und unmotiviert, wenngleich ich auch nicht verhehlen will, dass ich vielleicht auch nicht alles ganz richtig verstanden habe.
Kult hingegen ist ein Spiel, das ich durchaus kenne, und von daher meine ich behaupten zu dürfen, dass Max Sinisters Abenteuer „Zwischenfall“ seinem eher uninspirierten Namen alle Ehre macht. So beschreibt der Autor zwar eine Reihe von NSCs (von denen einige an den überdrehten Referenzen, die Max Sinister ihnen verleiht, kläglich verröcheln), doch die sich um diese herum entfaltenden Geschehnisse sind kaum mehr als grob verbundene Fragmente mancher interessanten Ideen, die so gut wie gar nicht ausgearbeitet wurden.
„Ich weiß genau, welchen Film Du letzten Winter gesehen hast!“ erfüllte mich schon ob des platt-augenzwinkernden Titels mit einer grausigen Vorahnung, und tatsächlich erstickt dieses Abenteuer in allerlei Anspielungen auf neuere und ältere Horrorfilme. Das wäre jedoch kein Problem, wenn der Text sich selbst nicht so ernst nehmen würde, sondern sich eher um eine gewisse Selbstironie bemühen würde. Geschieht aber leider nicht...
Zwei weitere Artikel, Werkstattberichte über „Engel“ und „Endland“, sind inzwischen von der Realität überholt worden, und von daher nur noch aus „historischen“ Gründen interessant.
Zugegebenermaßen klingt das alles bislang sehr negativ, aber das Heft hat ja zum Glück noch einige weitere Artikel zu bieten.
Zum einen gibt es die Fortsetzungen zweier Artikel aus der Nummer 9 – „Voernthon“ für Angeli und die ersten Episoden zur Rollenspiel-Serie „Die V-Akten“ – die beide zu gefallen wissen. „Spieglein, Spieglein an der Wand“ ist ein durchaus interessantes Magus-Abenteuer um einen (oder mehrere?) magische Spiegel, und im Shadowrun-Artikel „Grenzen der Macht“ werden einige interessante Überlegungen über das Machtverhältnis zwischen Konzernen und Staaten angestellt.
Okay, vielleicht habe ich von einer Jubiläums-Ausgabe zuviel erwartet, vielleicht habe ich auch einfach keine Ahnung von guten Abenteuern, oder ich präsentiere mal wieder mein seit langem von verschiedenen Leuten postuliertes Humor-Unverständnis, aber wenn man zum eher durchwachsenen Heftinhalt noch die (wie immer) interessanten Nachtschatten-Seiten mit einbezieht, kann Mephisto 10 gerade eben noch im positiven Bereich durchs Ziel schippern.




LORP.de Copyright © 1999 - 2017 Stefan Sauerbier, Alle Rechte vorbehalten.