Willkommen Gast - LORP.de v2.45.00
LORP.de  
Seite drucken Seite empfehlen Leserbrief schreiben Translate into English with Google
 

Startseite » Rezensionen » Gesellschaftsspiele » Kartenspiele » Tatort Themse (Metalldose)

Tatort Themse (Metalldose)
Von Nils Rehm

Rezension erschienen: 20.01.2009, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Reiner Knizia, Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: , Erschienen: 2008, Preis: 8,95 Euro


Kein Geringerer als Reiner Knizia, mittlerweile mit über 500 Publikationen im Spiele- und Buchbereich auf dem Markt, zeichnet als Autor für Tatort Themse verantwortlich. Das lässt auf ein gutes Spiel hoffen, dass etwa so funktioniert:
Die Spieler schlüpfen in die Rolle von Detektiven und lösen im Laufe des Spiels vier von fünf Kriminalfällen (der letzte bleibt immer ungelöst). Sieger ist der Spieler mit den meisten Punkten, die man für das erfolgreiche Verhören von Zeugen und das Lösen der Fälle bekommt.
Wörtlich sollte man das "Befragen von Zeugen" aber nicht nehmen. "Tatort Themse" ist ein Glücks- und Kombinationsspiel, bei dem die Befragung symbolisch über Karten erfolgt. Das Spiel besteht aus 72 Karten: 25 Spuren-Karten, die auf dem Tisch aufgedeckt werden und auf denen immer ein Zeuge samt einer Punktzahl (2 bis 6) abgebildet ist. Jede dieser Spurkarten ist farblich einem Kriminalfall (davon gibt es fünf, also auch fünf Karten) zugeordnet. Die übrigen 72 Karten zeigen jeweils das Bild eines Zeugen (je 18 Bobbys, Gassenjungen, Straßenmusiker und Ladies).
Um eine Spurenkarte (liegen offen auf dem Tisch) aufnehmen zu dürfen, die das Bild eines Straßenmusikanten und die Zahl fünf zeigt, muss ein Spieler fünf Zeugenkarten sammeln, die ebenfalls einen Straßenmusikanten zeigen. Hat man das geschafft, kann man die Spurenkarte und damit fünf Punkte einsammeln. Wer die letzte Karte einer Farbe vom Tisch aufnimmt, hat den dazugehörigen Fall gelöst. Ist der vierte Fall gelöst, endet das Spiel. Alle Punkte, die über Spurenkarten schon zum fünften Fall gesammelt worden sind, verfallen.
Da die 25 Spurenkarten in fünf Spalten zu fünf Karten gemischt auf dem Tisch ausgelegt werden, ergeben sich in jedem Spiel neue Konstellationen. Aufgenommen werden darf nämlich immer nur die unterste Karte einer Spalte. Damit besitzt Tatort Themse einen hohen Wiederspielwert.
Außerdem kann man durch Joker auch Spurenkarten vernichten (aus dem Spiel zu nehmen) oder durch einen Joker schneller in Besitz einer neuen Spurkarte zu kommen. Da nicht alle Spurkarten zu einem Fall gleich viele Punkte einbringen, bekommen die Spieler zudem unterschiedlich viele Bonuspunkte (entscheiden taktisch gesehen über den Sieg) für die Lösung der verschiedenen Kriminalfälle. Das alles macht das Spiel dynamisch. Überhaupt hat der Autor für ein ausgewogenes Verhältnis von Zufall und Taktik gesorgt.
Die Gestaltung des Spiels ist ein paar gesonderte Worte wert. "Tatort Themse" wird in einer Blechdose geliefert, auf der ein Detektiv in Sherlock-Holmes-Kleidung vor Big Ben in London im obligatorischen Nebel abgebildet ist. Ein bisschen schafft die Dose das Flair von Spielen aus den 40/50er Jahren. Die Spielkarten nehmen den realistischen Zeichenstil der Spielbox wieder auf und führen die Stimmung damit ohne Reibungsverluste fort.

Fazit: Mit Tatort Themse hat Reiner Knizia die hohen Erwartungen voll eingelöst. Das Spiel bietet alle denkbaren Tugenden: gute, kurze Bedienungsanleitung, hohen Wiederspielwert, stimmungsvolles Design sowie eine wertige Ausstattung.




LORP.de Copyright © 1999 - 2017 Stefan Sauerbier, Alle Rechte vorbehalten.