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Die Sterne stehen richtig
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 19.12.2008, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Klaus Westerhoff, Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: , Erschienen: 2008, Preis: 14,95 Euro


Junge, Junge, das Leben als Kultist ist schon schwer. Da sitzt Du Woche für Woche auf Deinem Kultplatz und starrst in die Sterne, doch irgendwie will das Firmament nicht so wie es der menschenfeindliche Gott Deines Herzens und seine Günstlinge verlangen. Schluss damit! Hör auf nur herum zu hocken, steht auf, schneide Dir die Haare und nimm die Sache endlich mal selbst in die Hand. Wie? Ganz einfach…

Die Sterne stehen richtig ist ein kleines, nettes Kartenleg- und –drehspiel für zwei bis vier Spieler. Diese nehmen die Stellen von Kultisten ein, welche nur eines im Sinn haben: Cthuloide Wesen zu beschwören, kräftig Punkte einzuheimsen und den anderen Spieler kräftig in die Suppe zu spucken. Aber Letzteres kommt schon ganz von alleine.
Das Spielfeld bilden fünf mal fünf Sternenplättchen welche auf ihren Vorder- und Rückseiten unterschiedlich mit Sternensymbolen bedruckt sind. Sie bilden das Firmament. Jenes gilt es mit den fünf Handkarten in ihrer Reihenfolge so zu verändern, dass eine Kombination dieser Plättchen (d.h. Sternen) entsteht, die auf den Monsterkarten abgedruckt sind. Hat man eine Kombination geschafft, kann man das jeweilige Gezücht in seinen Kultplatz legen und die Punkte einheimsen. Die Monsterkarten muss man aber auch zum Ändern der Sternenkonstellation verwenden, denn auf ihnen sind Symbole, mit denen man Plättchen wenden, verschieben oder vertauschen darf. Wer zehn Punkte in Form von Monstern draußen liegen hat, gewinnt das Spiel. Je mehr Punkte die Monster bringen, desto komplizierter ist die benötigte Konstellation.
Soweit so gut. Doch ganz so einfach wie es klingt, ist das Spiel bei weitem nicht. Denn eine gehörige Portion Chaos vereitelt selbst die ausgeklügelsten Pläne: Monster auf dem Kultplatz bieten einem die Möglichkeit, Symbole auf gespielten Handkarten in andere Symbole umzuwandeln. So kann aus einem "Drehen", ein "Zwei Karten drehen" werden. Hat man noch ein Monster draußen, ist es z.B. möglich, dass aus dem soeben erzeugten "Zwei Karten drehen" ein "Eine Karte drehen" und "eine Karte schieben wird" und so weiter. Das erzeugt bei den Mitspielern völlige Verwirrung, und alle günstigen Sternenpositionen sind plötzlich wieder völlig durcheinander. Zudem darf man in seinem Kultplatz nur eine begrenzte Anzahl an Monstern haben. Das heißt aber auch, dass man zum Gewinnen unbedingt höherwertige Wesen braucht, welche wiederum schwerer zu beschwören sind. Gott sein Dank (welchem, dürft ihr Euch an dieser Stelle aussuchen) gibt es für bereits draußen liegende Viecher des selben Pantheons Boni, welche die Sache erleichtern, wenn auch nur ein wenig.

Cthulhu-Fans werden sich über das Artwork freuen, denn kein Geringerer als Francois Launet (Unspeakable Vault of Doom) hat für die Illustrationen Pate gestanden. Klar, das prinzipielle System des Spiel ist relativ beliebig, man hätte es auch mit Gemüse statt Sternen und Hasen statt Cthulhuwesen nehmen können. Aber gerade das ganze Hin und Her mit dem Drehen, Flippen, Schieben erzeugt ein Chaos und eine Unberechenbarkeit, dass jeder Stratege in die Knie geht - und genau das ist doch so schön cthuloid. Die Regeln sind wirklich schnell gelernt, die Anleitung erklärt das Spiel dank zahlreicher Abbildungen hervorragend.

Fazit: Nicht nur Cthulhufans werden bei diesem günstigen und irre witzigen Kartenspiel ihre Freude haben. Was optisch wie Memory daher kommt, entpuppt sich als der reine Wahnsinn. Und was liegt dem Cthuloiden näher? Ein abwechslungsreiches Spiel für kurzweilige aber nicht minder verrückte Runden.




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