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Envoyer 11/2008
Von Martin Wagner

Rezension erschienen: 15.07.2009, Serie: Zeitschriften, Autor(en): André Wiesler (Hrsg.), Verlag: FZ Werbung / Redaktion Envoyer, Seiten: 51, Erschienen: 2008, Preis: 1,80 Euro


Die Segel sind gesetzt! Der Envoyer segelt in neue Gefilde, und thematisch passt sich diese letzte Ausgabe zumindest in dieser Form, vollends an. Das Cover zeigt ein futuristisches Segelschiff innerhalb schwebender Meteore oder Felsstücke, und auch der Inhalt hat sich fast ganz dem Thema verschrieben. Erwartungen zum Einstieg, der Wechsel zum SpielXPress, die Geschichte des Rollenspiels und ein Abenteuer auf hoher See, alles im Zeichen des Segels sind vorhanden. Dazu gibt es dann noch Neuvorstellungen, eine Rezension, ein Interview mit dem Chefredakteur des deutschen Shadowrun, die Weltretter und ein weiteres Abenteuer.

Andrés Begrüßungstext spricht von Erwartungen, enttäuschten und sich erfüllenden, egal ob gut oder schlecht. Die enttäuschte Erwartung ist, dass das versprochene DSA-Abenteuer zum Donnersturmrennen nicht fertig wurde und dieses deswegen nicht enthalten ist. Schade aber auch, das hätte sicher Erinnerungen geweckt. Ansonsten schließt André mit der Weisheit: "die Sachen nehmen, wie sie kommen."

Die News bieten ein Potpourri an, ja, Vorstellungen zu Neuerscheinungen eben, Baron Munchausen von Mongoose Publishing, Aces and Eights, "Rustlers & Townfolk", ein NSC-Buch und das, wohl eher unnötige, "Player’s Handbook", dazu für Changeling the Lost "Night Horrors: Grim Fears", die drei Deluxe Bücher zum D&D4, das White Wolf Brettspiel zu Exalted, "Legacy of the Unconquered Sun" und für Midgard "Der Stab der drei Jahreszeiten".

Von David Grashoff folgt eine gelungene Rezension zum "Ein Würfel System", die eigentlich nur eine Frage offen lässt, wieso steht im Bewertungskasten etwas von Infos zu Druiden und Hexen aber in der Rezension selbst kein Wort davon?

In "Damals… ja, damals…" befasst sich Ralf Sandfuchs, der sich freundlich vorstellt, mit der Geschichte des Envoyers, der Szene, in der er sich bewegt, der Geschichte unseres Hobbys und der aktuellen Situation. Sein Fazit fällt neutral aus. Es war anders, aber er sagt auch, dass die Verlage schlechter dastehen, die professionellen Spiele ausgedünnt werden und alles mehr oder weniger zu Liebhaberarbeit wird.

Gleich im Anschluss befasst sich Frank Heller mit der Frage: "Pen&Paper-Rollenspiel am Ende?". Das wichtigste an diesem Text sind die Zahlen die genannt werden, offizielle Verkaufszahlen von Deutschlands großen Verlagen, Pegasus, Ulisses und F&S. Frank Heller beschreibt dazu die aktuelle Situation auf dem Markt und vergleicht diese mit der Anfangszeit. Alles nicht sehr positiv, aber dieses Gespenst geistert ja schon länger durch die Szene. Anschließend befasst er sich mit den Gründen, zum einen sind die aktuellen Regelwerke eher nicht Einsteigerfreundlich, ein großer Konkurrent ist erschienen, das Online-Rollenspiel, und es gibt viel Auswahl mit großer Konkurrenz im kleinen Rollenspielsektor. Werbung und Support können Abhilfe schaffen, und viele Verlage nutzen diese Maßnahmen zur Verkaufssteigerung schon. Auch ein Ausblick, der dann gar nicht negativ ausfällt, wird gegeben. Sein Fazit lautet auch optimistisch, dass Sorgen nicht nötig seien.

Nach soviel Szenebeschreibung darf sich dann endlich der Autor des SpielXPress zu Wort melden und neben der Vorstellung der Situation der Printmedien stellt er die Kooperation zwischen SpielXPress und Envoyer vor.

Im Interview mit Tobias Hammelmann, dem Chefredakteur des deutschen Shadowrun, steht dieser Rede und Antwort zu vielen kritischen Fragen zur Lizenz, den Erscheinungsdaten, der Pünktlichkeit der Termine und der Internetpräsenz. Wir dürfen gespannt sein.

Der Envoyer hat jedoch noch mehr zu bieten als Theorie, Geschichte und Interviews. Die Weltretter dürfen den Kampf gegen den Dunklen Grafen mit göttlichem Beistand fortsetzen, und im SpielXPress wird dann sicher irgendwann gezeigt, wie es ausgeht.

Zum Abschluss, und auch zum Abschluss des Envoyer in dieser Form, gibt es schließlich noch zwei Abenteuer. Ein Midgard-Abenteuer von Andreas Melhorn mit Zeichnungen von Chrissi Schlicht und Bildern von Frank Walter mit dem Titel "Geisterschiff". Hier geht’s für vier bis sechs Charaktere der dritten Stufe nach einem Schiffbruch vom Regen in die Traufe. Das Abenteuer ist natürlich nicht allzu lang, bietet aber neben Beschreibungen von schiffstypischen Arbeiten auch noch optionale Bestandteile und einen tollen Schiffsplan, der sicher auch woanders eingesetzt werden kann.
Der Abschied naht und mit "Bitte recht freundlich", vom Chef persönlich, findet dieser Envoyer ein gutes Ende, hoffentlich auch die Charaktere der Spieler, die dieses TORG-Abenteuer erleben. Das Abenteuer spielt in der Horrorrealität Orrosh, angelehnt ans viktorianische England mit Vampire und anderen Monstern. Passend also auch für Cthulhu Gaslight. Bevor es losgeht, bekommt der Spielleiter noch die nötigen Informationen zu Orrosh, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Danach erwartet die Charaktere eine Jagd von einem Boot, durch die Stadt und den Dschungel Jakartas, um einen Fluch zu brechen. Neben den tollen Handouts und Fotos bietet das Abenteuer eine Mischung aus Action, Nachforschung und Mysterien in einer tollen Umgebung und mit einem tollen Hintergrund.

Fazit: Die Segel sind gesetzt, und der Abschied, wenn auch nur in diesem Format und unter eigener Herrschaft, äußerst gelungen. Rundherum informativ, gerade die Verkaufszahlen bei Frank Hellers Artikel, und dazu zwei gelungene Abenteuer. Gerade so wie man es vom Envoyer gewohnt ist. Da bleibt nur alles Gute für die Zukunft zu wünschen!




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