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Atlan - Planet der Silberherren
Von Philipp Kiefner

Rezension erschienen: 02.02.2009, Serie: Belletristik, Autor(en): Uwe Anton, Verlag: Fantasy Productions GmbH, Seiten: 347, Erschienen: 2008, Preis: 9,00 Euro


"Träume sind Schäume"
Altterranisches Sprichwort


Wir schreiben das Jahr 3112. Die Menschheit hat es weit gebracht, doch nun zerbricht das terranische Imperium an seiner eigenen Größe. Ganze Sternenballungen spalten sich ab und bilden untereinander verfeindete Sternenreiche. Konflikte kochen hoch und kleinere Grenzscharmützel sind an der Tagesordnung. Gut, dass es noch die USO gibt, die als unabhängige Schutzmacht in den Krisengebieten tätig wird. Ein solches stellt der Planet Thanatos dar, von dem sagenhafte Artefakte stammen, die das Leben verlängern sollen. Selbstredend, dass bei solch einem Einsatz der Chef der USO, der legendäre Lordadmiral Atlan, höchstpersönlich in den Ring steigt.

"Planet der Silberherren" ist der Auftakt des neuen Monolith-Zyklus der Atlan-Buchreihe. Erzählt wird die Geschichte von Uwe Anton, einem Stammautoren der Perry-Rhodan-Serie, der sich jedoch leider nicht in Hochform zeigt. Zunächst überrascht das Buch, denn die Handlung folgt nicht dem gewohnten chronologischen Verlauf, sondern beginnt mittendrin. Der Leser wird direkt in die immer wirrer werdende Gedankenwelt des Protagonisten geworfen und es fällt zunehmend schwerer zu erfassen was nun Realität oder Wahn ist. Doch mit diesem Stilmittel übertreibt der Autor maßlos. Insgesamt 168 von 347 Seiten nimmt Atlans "Trip" in Anspruch. Ein durchgehender oder nachvollziehbarer Handlungsfaden ist in diesen Abschnitten kaum erkennbar. Dies ist für den Leser nicht nur frustrierend und ermündend, sondern kostet auch Platz, der im weiteren Handlungsverlauf fehlt. Zudem kann auch die Grundidee des Buches nicht überzeugen, denn wieder einmal werden "mysteriöse" lemurische Anlagen bemüht, gepaart mit lieblos geschilderten Antagonisten. Apropos lieblos: Dem Autor gelingt es leider zu keinem Zeitpunkt seinen Charakteren Leben und Charisma einzuhauchen. Selten hat sich Atlan so trottelig und zotig aufgeführt. Diese kindische Art färbt stark auf alle Beteiligten ab und verhindert so den emotionalen Einbezug des Lesers. Die ganze Geschichte wirkt zusammengestückelt, unausgegoren und reichlich platt. Daran kann auch der etwas lebhaftere Schluss nichts ändern. Bleibt nur noch ein Wort über das Titelbild zu sagen. Es ist schön blau und hat irgendwie gar nichts mit der Handlung zu tun.

Fazit:
Gut gemeint bedeutet leider nicht immer gut gemacht. "Planet der Silberherren" von Uwe Anton enttäuscht über weite Strecken. Atlans innerer Kampf nimmt zuviel Platz ein und wirkt wirr und uninspiriert. Dieses Manko kann leider auch der zweite, recht ordentliche Teil nicht mehr ausgleichen. Also heißt es Augen zu und durch, denn der zweite Band von Rüdiger Schäfer, soviel sei schon vorweg genommen, ist deutlich besser geraten.




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