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Apokalypse - Das Ende der Welt steht bevor
Von Martin Wagner

Rezension erschienen: 30.01.2009, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Henning Poehl, Verlag: SPHINX Spieleverlag, Seiten: , Erschienen: 2008, Preis: 10,90 Euro


Das Ende der Welt steht bevor. In Form der vier Apokalyptischen Reitern wird es über die Menschheit kommen und nur eine Seite kann den Sieg davontragen. Der ewige Kampf Gut gegen Böse tritt in seine entscheidende Phase.

Bei dem Kartenspiel Apokalypse sind zwei bis sechs Spieler Führer verschiedener Nationen, deren Bevölkerung aus guten und bösen Bewohner bestehen. Ziel ist es eine Seite zum Sieg zu führen - welche genau, wird durch Zufall bestimmt und soll geheim bleiben.

Die kleine Box, in der das Spiel geliefert wird, beinhaltet 165 schön gestaltete Karten und eine zwölfseitige Anleitung. Die Karten selbst sind in sechs Typen aufgeteilt. Zuerst einmal die Gesinnungskarten, die vor Spielbeginn per Zufall verteilt werden; drei zeigen die gute und drei die böse Gesinnung. Dann gibt es Setupkarten, mit denen das Spielfeld der einzelnen Spieler dargestellt wird, eine Bevölkerungsebene mit jeweils einem Bewohner jeder Gesinnung und jeweils eine Himmel- und eine Höllenebene. Himmel kommt nach oben, dann Bevölkerung und zu guter letzt die Höllenebene unten. Jetzt müssen noch jeweils die vier Apokalyptischen Reiter in bestimmter Reihenfolge unter die letzten 24 Karten der beiden Zugstapel Bevölkerungskarten und Kapitalkarten - die beiden letzten Kartentypen, die zum Spielstart benötigt werden - gemischt werden und das Spiel könnte beginnen.

Bevor es aber richtig losgeht, sollten die sehr umfangreichen Regeln sorgfältig gelesen werden.

Jeder Spieler erhält erstmal zwei Bevölkerungskarten. Auf der einen Seiten sind das einfache Bevölkerungskarten mit einem guten oder einem bösen Einwohner, auf der anderen Seite befinden sich Schutzsymbole, die vor den Reitern der Apokalypse schützen. Da die Reiter immer in derselben Reihenfolge auftauchen, weiß man, welche Schutzsymbole gerade benötigt werden. Anschließend erhält jeder Spieler zwei Kapitalkarten. Diese haben nur eine Seite mit Spieleinfluss: entweder ein Schutzsymbole (Helm, Nahrung und Atemmaske), Bevölkerung, Musikkarten, Chor oder Heavy Metal als Schutz vor den Reitern, je nach Gesinnung, besondere Karten zum Angriff oder zur Verteidigung und Höllenkarten als Fluch oder Segen, die sich auf die zukünftige Anzahl von Bevölkerungs- und Kapitalkarten auswirken. Diese Karten werden so unter die Ebenenkarten gelegt, so dass eine Seite verdeckt bleibt. Legt man eine gute Bevölkerungskarte aus, wird die böse Bevölkerung verdeckt und andersherum. Schutzkarten können erst in die Himmels- oder Höllenebene ausgelegt werden, wenn die jeweilige Bevölkerung vorhanden ist. Das Auslegen von Bevölkerungskarten ist mit Vorzügen oder Nachteilen verbunden. Wird ein guter Einwohner ausgespielt, muss man eine Handkarte, die Karten, die noch nicht ausgespielt wurden, verschenken, spielt man einen bösen Einwohner, zieht man von Gegner eine Karte. Pro Zug darf ein Spieler nur eine Karte ausspielen, auch zu anderen Spielern. Anschließend darf der nächste Spieler eine Karte ausspielen. Das geht so lange, bis alle Spieler gepasst haben. Der erste Spieler, der gepasst hat, ist Startspieler der nächsten Runde. Aufpassen muss man auch auf die Farben der Karten. Sind die Ränder weiß, dürfen sie nur im Himmel ausgespielt werden, sind sie schwarz nur in der Höllenebene. Ausnahme sind die Musikkarten.

Wie gesagt: Sie Anleitung vorher lesen ist Pflicht.

Wenn alle Spieler gepasst haben, werden neue Karten ausgeteilt. Für jeden guten Einwohner und jede Höllenkarte, die dies beeinflusst, erhält man eine Bevölkerungskarte, für jeden bösen Einwohner und jede beeinflussende Höllenkarte eine Kapitalkarte. Taucht ein Reiter auf, werden sowohl Bevölkerung als auch Schutzsymbole und Musik gezählt, anschließend werden ungeschützte Einwohner getötet. Wer die wenigsten verloren hat und die meisten Einwohner hatte, erhält die meisten Punkte und eine Siegelkarte, die er sofort als Musikschutzkarte legen darf. Außerdem erhält er den Apokalyptischen Reiter als Siegpunkte. Die Schutzsymbole, die benötigt werden, ändern sich von Reiter zu Reiter und für den vierten Reiter benötigt man schließlich alle drei Schutzsymbole gleichzeitig. Zum Glück gibt es Schutzkarten mit zwei Schutzsymbolen. Die kommen dann sehr gelegen.

Sieger des Spiels sind entweder alle mit guter Gesinnung zusammen, wenn sie nicht nur mehr Bevölkerung sondern auch mehr Siegpunkte haben, oder ein einzelner Spieler mit böser Gesinnung, wenn alle bösen Einwohner die Anzahl der guten Einwohner übertreffen und er die meisten Siegpunkte hat. Keinen Sieger gibt es, wenn zwar mehr gute als böse Einwohner vorhanden sind, aber die andere Seite mehr Siegpunkte hat.

Fazit: Apokalypse ist nicht einfach, und so werden mehrere Partien benötigt, bevor so etwas wie ein Spielfluss entsteht. Die Karten sind gut gezeichnet und die Anzahl genau richtig, um ein weder zu kurzes noch ein zu langes Spiel zu gewährleisten. Leider sind die zwölf Seiten umfassenden, nicht gerade einfachen Regeln sehr hemmend und der Spielspaß leidet sehr. Auch das Abgeben und Ziehen von Karten beim Ausspielen der Bevölkerungskarten scheinen einseitig positiv zu sein. Wenn man dann noch viel Bevölkerung und Zusatzkarten hat, besitzt man als Spieler mit böser Gesinnung, selbst wenn man versucht das zu verbergen, irgendwann sehr viele Handkarten und kann sich so umso schneller vermehren. Das Spiel ist sicher nicht für jeden etwas.




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