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The League of Extraordinary Gentlemen, Volume 2
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 01.12.2008, Serie: Belletristik, Autor(en): Alan Moore, Verlag: Keine Angabe, Seiten: 228, Erschienen: 2004, Preis: 13,99 Euro


Kaum sind die letzten Ereignisse um Dr. Moriatti überstanden, bahnt sich schon das nächste Unglück an. Der Liga um Fräulein Murray bleibt keine Zeit zum Verschnaufen, kündigte sich doch schon am Ende von Band Eins an, dass ein zylindrisches Objekt vom Mars auf dem Weg zur Erde ist. Und alle Kenner der klassischen Science-Fiction Literatur wissen, hier stand H.G.Wells Pate.

Doch der Schauplatz ist erst einmal ein ganz anderer, ja auf einer ganz anderen Welt. Auf dem Mars formieren sich zwei große Armeen. Beide werden von Erdenmenschen angeführt, John und Gullivar. Ihr Vorhaben hat nur ein Ziel: Das sadistische Zivilisationsgeschwür vernichten, welches sich auf dem roten Planeten hinter hohen Mauern von seiner Umwelt abgeschottet hat. Und die Armeen lassen sich nicht lange bitten. Mauern brechen, deformierte Gefangene werden befreit, doch es ist bereits zu spät. Die Fremden haben bereits den Rückzug angetreten: In zylindrischen Objekten, Flugrichtung Erde.
Dort ist man mittlerweile in höchster Aufregung. Der Krater, wo der Kegel eingeschlagen ist, liegt knapp vor London und erste Scharen Schaulustiger versammeln sich um die Wesen zu begrüßen. Diese bedanken sich prompt indem sie alles im Umkreis rösten.
Spätestens jetzt wird klar, hier müssen schwerere Geschütze aufgefahren werden, wenn nicht gleich spezielles Personal – ein Fall für die League of Extraordinary Gentlemen.

Auch im zweiten Band der Serie des Comicaltmeisters Alan Moore wird, ganz im Gegensatz zur schauerlichen Verfilmung, mit viel Feingefühl mit den klassischen Vorlagen der Horror- und SciFi-Literatur umgegangen. Und der Leser darf gespannt sein. Nicht nur, dass neben den Marsianern eine weitere große Figur aus einer ganz anderen Richtung seinen Auftritt hat, die Liga wird auch auseinander gerissen. Und das in zweierlei Hinsicht: Personell, als ein Teil London sichert und ein anderer Hilfe in den Wäldern sucht und auch ideell, als sich eines der Mitglieder als skrupelloser Verräter entpuppt.

Grafisch ist der Band wieder einmal aller erste Sahne. Die Bildinszenierung passt einfach perfekt: Erst wird langsam in kleinen Kästen Spannung aufgebaut, dann folgt nach dem Umblättern das Großformat. Der Leser kommt ins Staunen und das immer wieder. Vor allem auch, wenn zwischen der zerstörten Stadt London im rot-schwarzen Farbwechsel und den der farbenfrohen Umgebung der Wälder mit satten, grünen Wiesen die Erzählung die Szenen wechselt.

Fazit: Wem Band Eins gefallen hat, kommt um die Fortsetzung nicht herum. Das Gesamtkonzept ist wie immer genial. Das Comic wird wieder mit weiteren richtig tollen Schmankerln ergänzt. Es gibt ein ausklappbares Leiterspiel durch die Schrecken des 19. Jahrhunderts, fiktive Kleinanzeigen und einen fantastischen Reiseführer in Stile einer "Grafic-Novel", um nur ein paar Details zu nennen.
Zudem gilt auch hier: Eigentlich darf man den Band nur im Original lesen, um das viktorianische English zu genießen, welches ungemein das Flair des Comics ausmacht. Leider macht dieser Umstand wiederum die "Grafic-Novel" zu einem schwierigen Unterfangen. Hier muss der Leser einfach Prioritäten setzen.




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