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Hellboy 2: Der Teufel erwacht (Gebundene Ausgabe)
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 01.12.2008, Serie: Belletristik, Autor(en): Mike Mignola, Verlag: Cross Cult Verlag, Seiten: 160, Erschienen: 2006, Preis: 19,80 Euro


"Ich wollte Dich verschonen, Lady, weil Du eine bedeutende mythologische Gestalt bist. Aber so langsam gehst Du mir echt auf den Sack!"

Hellboy ist zurück. Und das nicht minder leise als im ersten Teil. Dieser hat einen astreinen Cliffhanger hinterlassen und genau da knüpft Band zwei auch sogleich an.
Denn etwas hat überlebt, als mal wieder alles explodierte. Rasputin, dessen Schädel in Band eins noch zu Stab zermalen wurde ist auferstanden. Und er scharrt seine Schergen um sich: Unter ihnen Ilsa Hauptstein und die Mensch-Maschine Kroenen, welche sich von Hitler losgesagt haben um einem höheren Ideal zu dienen.
Aber damit nicht genug. Gut wie Böse erfahren Personalzugang. Rasputing kann den Chef der Zinco Cooperation korrumpieren, welcher als menschliches Bindeglied zur realen Welt fungieren soll. Auf Seiten der B.U.A.P. kommt Sidney mit ins Spiel, welcher ein Händchen für Mechanik hat, im wahrsten Sinne des Wortes. Und wohin verschlägt es denn nun den Behörnten unseres Herzens? Rumänien soll es sein, das Land der Vampire und Ihresgleichen.
Ja, Hellboy darf wieder munter austeilen und natürlich steckt er auch wieder böse ein, immer einen flotten Spruch auf den Lippen. Wer würde schon, nachdem er sprichwörtlich durch die Hölle gegangen ist, rotztrocken "Uh… Morgen wird mir alles weh tun" von sich geben?

Einen Superhelden gegen alte Mythenfiguren antreten zu lassen traut man Amerikanern ja ohne weiteres zu. Doch das dabei auch das Feingefühl gewahrt wird nicht. Es überraschend wie gut sich Mignola in diesem Bereich, der ja eher uns Europäern liegen sollte auskennt. In kleinen Kästen wird jenen Lesern, welche nicht ganz auf dem Laufenden sind, eingebunden in die Geschichte auf die Sprünge geholfen.

Zeichentechnisch ist das Comic allen Zweifeln erhaben. Mignolas holzschnittartigen Stil muss man einfach mögen, denn er wirkt in schwarz-weiß einfach noch besser. Als Extras gibt es eine exklusiv für den Sammelband gezeichnete Kurzgeschichte, die als Epilog fungiert. Ein super Schmankerl, ergänzt sie doch die Geschichte hervorragend. Zudem gibt es eine Bildergalerie, in welcher andere Künstler Mignola zitieren, d.h. Hellboy auf ihre Art darstellen. Auch das ist ein tolles Extras, das man nicht missen möchte.
Einziges Manko des Bandes ist seine "falsche" Chronologie, denn es wird auf Ereignisse zurückgegriffen, die im Cross Cult Kanon noch gar nicht passiert sind. Hier wird stets mit Fußnoten ergänzt, was den Leser verwirren mag.

Fazit: Der zweite Band der Serie macht schon wie der erste Lust auf mehr. Es passiert einfach so viel und doch wird der Leser einfach nicht satt. Soll ich den Zeichenstil bewundern, oder mich an Hellboys Sarkasmus ergötzen? Beides auf einmal geht erstmal nicht, das braucht Zeit. Und die Zeit soll man sich auch nehmen. Hellboy Comics sind keine schnelle Kost, kein Fast Food auf dem Convenience Sektor der Comicindustrie. Sie sind reichhaltige Kost und auch noch nahrhaft und köstlich dazu!
Oder um es mit Hellboy zu sagen: "Große Worte für einen Kerl ohne Hosen!"




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