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Metro 2033
Von Martin Wagner

Rezension erschienen: 15.12.2008, Serie: Belletristik, Autor(en): Dmitry Glukhovsky, Verlag: Heyne Verlag, Seiten: 783, Erschienen: 2008, Preis: 14,00 Euro


Mit Metro 2033 hat der russische TV- und Radio-Journalist Dmitry Glukhovsky sein knapp 800-seitiges Debüt gegeben. Wieder ein russischer Autor, der den Sprung nach Westen geschafft hat und auch er führt den Leser nach Osten. Genauer gesagt führt er ihn 25 Jahre in die Zukunft seiner Heimatstadt Moskau.

Ein fester Einband begrüßt mit schlichtem Cover, viel versprechendem Klappentext und sowohl vorne als auch hinten im Einband mit ein Linienplan der Moskauer Metro im Jahre 2033. Viele Symbole versprechen Spannung und interessante Begegnungen.

Fast genauso wichtig wie die Linienpläne ist die Liste der Anmerkungen am Ende des Buches, in der russische Begriffe und Moskauer Sehenswürdigkeiten und Metrostationen näher beschrieben werde.

Doch nun zum Inhalt.
Die Welt erlebte vor ca. 15 Jahren den dritten Weltkrieg, der nicht nur mit atomaren sondern auch mit biologischen Waffen geführt wurde. Die Menschen in Moskau haben sich in die Metro zurückgezogen und dort an verschiedenen Stationen verschiedene Gemeinschaften nach unterschiedlichen Gesellschaftsformen gegründet. Das Buch behandelt nun die Abenteuer von Artjom im Jahre 2033. Der junge Mann lebt am Rande des bewohnten Metronetzes und erlebt den Kampf ums Überleben in den letzten Monaten immer deutlicher. Angriffe einer anderen Spezies, die dem Menschen den Platz unter der Erde streitig macht, nehmen an seiner Station immer mehr zu und auch andere Stationen erleben seltsame Dinge.
Einige dieser Ereignisse führen schließlich dazu, dass Artjom den Wunsch eines Fremden erfüllt und seine Heimatstation verlässt, um eine wichtige Nachricht zu überbringen.
Artjom lernt auf seiner Reise nicht nur neue Freunde kennen, er erfährt von weiteren Gefahren und erlebt die Gewalt in radikalen und fundamentalistischen Stationen. All seine Erlebnisse führen ihn schließlich zu einem krachenden Ende in die Nähe seiner Heimatstation zurück.

Metro 2033 ist in einem guten beschreibenden Stil verfasst und die wichtigsten Charaktere erhalten genauso Tiefe, wie auch weniger wichtige Personen. Leider wiederholen sich die Gedanken und Träume, die der allwissende Erzähler der Geschichte wiedergibt, immer wieder und irgendwann sind die Spannung erzeugenden Traumszenen zu vorhersehbar.

Ungefähr in der Mitte kommt es zu einem kleinen Bruch in der Art des Buches: Aus einem Endzeitroman a la Planet der Affen mit Zombies, wird für kurze Zeit ein Roman, der sich einerseits kritisch mit der Vergangenheit Russlands befasst und andererseits in die okkulte Schiene abdriftet. Lange hält sich der Autor damit aber nicht auf und das Buch widmet sich wieder dem endzeitlichen Thema ohne zuviel Okkultem und Politischem.

Persönlich schockiert haben mich bei der sonstigen Sorgfalt der Heyne-Publikationen, die Fehler, die noch im Buch zu finden waren. Kommafehler, fehlende Worte und Wortdopplungen kannte ich vom Verlag bisher nicht.

Fazit: Metro 2033 ist ein gelungener Debütroman der viel verspricht und viel hält, wenn man von einer kurzen Phase in der Mitte des Buches absieht. Die Charaktere sind aussagekräftig und man gewöhnt sich schnell an sie. Dank des Linienplanes und der Anmerkungen kommt man sich als Westler auch nicht zu verloren vor. Alles in allem ein Roman den man lesen sollte, wenn man Endzeitthemen mag.




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