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Im Wald da sind die Räuber
Von Nils Rehm

Rezension erschienen: 04.01.2009, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Mark Sienholz, Verlag: Krimsus Krimskramskiste, Seiten: , Erschienen: 2008, Preis: 22,95


Im Wald da sind die Räuber weiß schon beim ersten Ansehen zu gefallen. Alle Spielbestandteile sind robust und passend im einheitlichen Design gestaltet. Die ansprechende comichafte Grafik Thorsten Kettermanns zeigt zudem sofort, dass sich das Spiel selbst nicht bierernst nimmt.
Inhaltlich setzt sich das fort: Die Spieler führen Räuberbanden durch einen Wald, der sich durch das Legen von Wegeplättchen immer weiter vergrößert. Dabei überfallen sie Bauernhöfe, Gasthäuser und Jagdschlösser, bringen Beute in ihre Quartiere, geleiten Mädchen, setzen Spitzbuben ein und versuchen dem Gardisten aus dem Weg zu gehen.
Was aussieht wie ein wahlloses Sammelsurium von Räuberklischees wurde vom Autor Mark Sienholz - inspiriert durch ein altes Lied - bewusst so in Szene gesetzt. Das Lied ("Im Wald da sind die Räuber") findet sich übrigens am Ende der Spielanleitung. Wer englische Freunde mitspielen lassen will, kann ihnen das Lied auch in Landesprache in der ebenfalls beiliegenden englischen Spielleitung an die Hand geben.

Das Spielziel ist die Erringung von Siegpunkten. Für jeden kann man seine Spielfigur auf dem kleinen Spielbrett ein Feld weiterrücken. Erwerben lassen sie sich auf mehrere Arten:
Pro Runde kann jeder Spieler mit seinen Räuberfiguren maximal vier bis sechs (mit Kraftrunk sogar acht bis zwölf) Aktionspunkte verbrauchen. Dafür kann er seine Figuren z.B. über die Wegeplättchen ziehen oder rauben. Geraubt werden können Silberbesteck, Juwelen, Geldstücke, Goldbarren oder Schmuckstücke, die sich in Gasthäusern und Jagdschlössern und manchmal auch in Bauernhöfen finden. Alle diese Gebäude legen die Spieler mit Wegeplättchen selber über die Runden aus und ziehen neue Plättchen von einem der drei Lagerstapel auf dem Spielbrett nach. Immer wenn ein Stapel aufgebraucht ist, findet eine Wertung statt - insgesamt dreimal pro Spiel. Alle geraubten Gegenstände (Chips) werden nun gewertet. Je mehr gleichartige Chips man besitzt, desto mehr Siegpunkte gibt es dafür. Ein Beutechip "Juwelen" bringt z.B. einen Siegpunkt, vier bringen schon sechs Siegpunkte.
Der zweite Weg zu Siegpunkten ist das Geleit des Mädchens zum Brombeerstrauch, eine Aufgabe, die dem schon erwähnten Lied entlehnt wurde. Dafür gibt es sofort drei Siegpunkte. Der Brombeerstrauch findet sich in der Mitte der ersten drei Wegeplättchen (Startplättchen).
Drittens gibt es Siegpunkte (einen bis vier je nach Aufdruck auf den Wegeplättchen) für die mit eigenen Räubern besetzten Gasthäuser, in denen später der Sieg gefeiert werden kann.
Außerdem gibt es am Ende der dritten Runde drei Siegpunkte für jeden vollständigen Satz mit allen fünf Beutetypen (Goldbarren, Silberbesteck, ...)

Daneben macht der Gardist den Räubern das Leben schwer. Er kann sie vertreiben, wenn er ein Feld betritt, das von einem Räuber besetzt ist. Gesetzt wird der Gardist von den Spielern selbst. In der ersten Runde wählt der Startspieler (der mit dem bösesten Räuberlachen) ein ausliegendes Wegeplättchen mit Bauernhof und markiert es mit dem Gardistenchip. Danach würfelt er mit einem vierseitigen Würfel und zieht den Gardisten auf kürzestmöglichem Weg in Richtung Ziel. Das macht der folgende Spieler ebenso, bis das Ziel erreicht ist und ein neuer Hof als Ziel ausgesucht werden muss. Das war der Spielkern in Kürze.

Fazit: Gefallen hat mir besonders die lockere Atmosphäre im Spiel. Im Wald da sind die Räuber soll einfach Spaß machen und bietet dazu ein passende Gestaltung und jede Menge Möglichkeiten, wie sich die Spieler gegenseitig austricksen können. Außerdem spielt der Zufall eine tragende Rolle. Wie sich das Wegenetz im Wald entwickelt, kann niemand vorhersagen. Das nimmt den Druck von den Spielern, denn sie können nichts falsch machen. Für verbissen auf Sieg spielende Menschen ist dieses Spiel also garantiert nichts.
Durch das stetig neue Wegenetz ist auch der Widerspielwert sehr hoch. Jedes Spiel bietet neue Situationen.
Sympathisch auch eine Bemerkung des Autors in der Spielanleitung: "Diverse Fehler bei der dargestellten Spielsituation auf der Schachtelrückseite sind uns bekannt. Sh... happens." Auf das Spiel selbst hat das keinen Einfluss. Die Spielanleitung ist anschaulich, kurz und fehlerfrei.




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