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Comuni
Von Stefan Moriße

Rezension erschienen: 17.11.2008, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Acchit Tocca, Verlag: HUCH & Friends Hutter Trade GmbH & Co. KG, Seiten: , Erschienen: 2008, Preis: 32,95 Euro


Das mittelalterliche Italien ist in kleine Verwaltungseinheiten eingeteilt, die so genannten Comuni. Als Befehlshaber dieser Kommunen versuchen die Spieler, ihre Verwaltungsbezirke wirtschaftlich aufzubauen und den Konkurrenten immer einen Schritt voraus zu sein. Doch zu egoistisch sollte man auch nicht handeln, denn wenn Invasoren von außen Italien überrennen, dann müssen die Comuni bei allem gebotenen Wettbewerb zusammenstehen und ihre Armeen gemeinsam gegen den Feind antreten lassen. Wehe dem, der dann nichts zur Verteidigung beisteuern kann.


Spielausstattung

Hauptbestandteil des Spiels stellt ein hübsch gestaltetes Spielbrett dar. Umgeben von einer Wertungsleiste, die die Siegpunkte anzeigt, finden darauf fast alle der mitgelieferten Kärtchen und Spielsteine Platz. Dazu kommen Sichtschirme, hinter denen die Spieler ihre Ressourcensteine platzieren. Der Umfang des Spielmaterials ist beachtlich. Dass die Spielsteine dazu noch aus Holz gearbeitet sind, wertet Comuni weiter auf.


Spielmechanismen

Ziel des Spiels ist es Siegpunkte zu erlangen. Um diese zu erhalten, müssen die Spieler Bauwerke errichten. Das darf aber nur der, der auch den entsprechenden Zuschlag für das Bauprojekt erhalten hat. Um diese muss also zunächst auf dem freien Markt mit Gold (einer von vier Ressourcen) geboten werden. Wer eine Runde lang nicht überboten wird, darf sich die ersteigerten Grundrisse nehmen und später durch Zuhilfenahme der Ressource Handwerker in seiner Comuni aufbauen. Diese Gebäude werfen zunächst neue Ressourcen ab und noch nicht direkt Siegespunkte. Wer allerdings die höchsten und besten Gebäude sein Eigen nennt, bekommt nicht nur die angezeigten Ressourcen, sondern darüber hinaus auch die Unterstützung des Zunftmeisters, der dann endlich dafür sorgt, dass man den eigenen Wertungssteine auf der Leiste nach vorne verschieben darf. Nur über den Zunftmeister lässt sich das Spiel aber nicht gewinnen.
Ebenso wichtig ist es Pilger anzuheuern und Armeen aufzubauen (die beiden noch verbleibenden Ressourcen). Pilger spielen beim Bieten der Bauprojekte eine wichtige Rolle. Wer überboten wird, muss sich nicht vom Markt zurückziehen, sondern kann dann unter Einsatz des Pilgers einfach zu einem anderen der fünf ausliegenden Bauprojekte wechseln. Die Armeen hingegen werden für die Invasionen gebraucht. Vier sind es an der Zahl, wobei die Stärke der Aggressoren zunimmt und mit dem letzten Angriff, dem des Kaisers, auch das Spiel endet. Die Invasionen beginnen immer dann, wenn einer der vier Stapel mit den Bauprojekten zur Neige gegangen ist. Je schneller also geboten und gebaut wird, desto schneller kommt es auch zu einem Angriff. Wichtig ist es daher, sowohl seine Stadt auszubauen, als diese auch zu verteidigen.
Aus dem Vorrat der zur Verfügung stehenden Armeen kann jeder Spieler verdeckt eine bestimmte Anzahl seiner Truppen zum Verteidigungsbündnis beisteuern, die anderen darf er als private Armeen in seiner Stadt zur Verteidigung einsetzen. Wird der Angriff durch das Bündnis bereits abgewehrt, passiert nichts weiter und die Invasion ist gestoppt.
Spieler, die bereits mehr Siegpunkte erlangt haben, werden bei einem Überfall allerdings anfälliger. Wurde der Aggressor zurückgeschlagen, warten auf die Spieler, die die meisten Armeen für das Bündnis beigesteuert haben, wertvolle Heldenplättchen mit Siegespunkten. Konnte der Angreifer nicht gestoppt werden, fällt er in die Stadt ein und plündert. Dies kommt Minuspunkten gleich, die später nur noch mühsam mit Hilfe der Pilger beseitigt werden können. Wer am Ende die Kommune mit den meisten Siegespunkten besitzt, gewinnt das Spiel.


Fazit

Comuni geht den Weg, den erfolgreiche Aufbau- und Strategiespiele bereits gegangen sind. Es bietet Regeln, die nach einem ersten Spiel schnell verinnerlicht sind, aber genug Platz für zahlreiche Taktiken bereithält. Es gibt keinen goldenen Pfad, sondern viele Möglichkeiten zum Erfolg. Bis zuletzt kann sich das Blatt noch wenden. Wer am Anfang vorprescht, bekommt die Härte der Invasoren zu spüren, niemand kann also gleich in der ersten Runde den Sieg für sich reklamieren. Sich im Hintergrund zu halten bringt allerdings auch nichts, denn Siegespunkte werden nicht erst am Ende vergeben. So besticht Comuni mit einer Langzeitmotivation, die viele spannende Partien ermöglicht. Viva Italia.




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