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Hab & Gut
Von Nils Rehm

Rezension erschienen: 04.01.2009, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Carlo a. Rossi, Verlag: Winning Moves Deutschland GmbH, Seiten: , Erschienen: 2008, Preis: 24,95 Euro


Hab&Gut versetzt die Spieler in die Rolle von Industriebaronen aus der Gründerzeit der Marktwirtschaft. Sie betätigen sich im Aktienhandel rund um die wichtigsten Waren: Kohle, Weizen, Kaffee, Kautschuk, Tee und Salz.
Das Ziel des Spiels ist einfach: Es gewinnt, wer am Ende am meisten Geld hat. Da das Geldverdienen aber auch nur dann dauerhaft möglich ist, wenn man einen guten Ruf hat, setzt der Sieg auch eine ausreichende Wohltätigkeit voraus.

Zu Beginn bekommt jeder Spieler 300 Geldeinheiten als Scheine ausgeteilt. Das Spielbrett (eine Aktienkurstafel) wird bereitgelegt und die Wertanzeiger für Aktien der sechs Waren werden bei 40 Geldeinheiten gesetzt. Danach werden die 54 Kurskarten gemischt und an jeden Spieler acht ausgegeben, die er auf einen Kartenhalter links von sich stellt, so dass sein linker Nachbar sie auch sehen kann. Die Kurskarten ermöglichen die Beeinflussung von Aktienkursen einer Ware um -6 bis +6 Felder auf dem Spielbrett. Ein Feld ist zu Beginn fünf Geldeinheiten wert. Ab Kurswerten von 80 Geldeinheiten steigen die Werte der Felder auf zehn bis 20 Geldeinheiten. Zuletzt legen die Spieler noch ihre Spendentafel vor sich ab.

Gespielt wird reihum. Zuerst kann jeder Spieler bis zu drei Aktien kaufen oder verkaufen (kaufen und verkaufen in einer Runde geht nicht) oder passen. Der aktuelle Kaufpreis der Aktie kann für die sechs Waren auf dem Spielbrett abgelesen werden.
Danach kann man eine Aktie spenden. Sie wird verdeckt auf der Spendentafel abgelegt und kann am Ende jeder Runde verkauft werden. Das Geld kommt dann auf das Geldfeld der Spendentafel und kann jederzeit von den Mitspielern eingesehen werden.
Ist die Kaufrunde zu Ende, zieht jeder Spieler eine Kurskarte vom Kartenhalter links und eine rechts von sich. Eine der beiden Karten wird dabei nur zur Hälfte wirksam. Die neuen Aktienkurse werden sofort auf dem Spielbrett abgebildet.
Nach Abschluss dieser ersten Runde mit ihren zwei Phasen folgen noch drei weitere Runden. Am Ende werden alle gespendeten Aktien verkauft. Der Spieler, der den geringsten Betrag gespendet hat, scheidet aus. Die übrigen verkaufen nun ihre restlichen Aktien.
Die Gestaltung des Spiels ist gut gelungen. Die Grafiken stützen alle stimmungsvoll das Thema "Gründerzeit der Marktwirtschaft". Alle Spielutensilien sind wertig aus Holz und dicker Pappe gefertigt. Ich hätte mir nur gewünscht, dass die Geldscheine auch irgendeine Form von Währungsnamen tragen - eine Kleinigkeit.

Fazit: Mit Hab&Gut bekommt man ein einfach zu spielendes Spiel mit guter und kurzer Bedienungsanleitung, guter Ausstattung und viel Spielspaß. Auch wenn die realistische Abbildung des Aktienhandels an der Börse sicher nicht Thema des Spiels ist, trifft es doch den Kern aller Aktienmarktgeschäfte: Man muss möglichst viele Fakten kennen, aber das meiste ist reine Intuition.




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