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Via Romana
Von Michael Schmitt

Rezension erschienen: 09.02.2009, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Christian Fiore, Knut Happel, Verlag: Goldsieber Spiele, Seiten: , Erschienen: 2008, Preis: 29,95 Euro


Bei Via Romana bauen zwei bis vier Spieler römische Provinzen in Gallien aus, in dem sie Kastelle errichten und Städte miteinander verbinden.

In der praktischen und schön gestalteten Schachtel befindet sich ein Spielplan, der eine Karte von Gallien mit Städten und Straßenverbindungen in unterschiedlichen Farben nach Regionen unterteilt zeigt. Besonders originell und hübsch ist die Rückseite des Spielplans, auf der das Motiv der Spieleschachtel in voller Größe zu sehen ist. Ob es ein Zufall ist, dass die gezeigte Szene im Comicstil an eine sehr bekannte Comic-Reihe aus Frankreich erinnert?
Das weitere Spielmaterial besteht aus 40 Stadt-Markern, 20 Wegweisern, einem Legionsadler, vier Spielübersichten und fünf Auftragskarten aus robuster Pappe. Der Legionsadler und die Wegweiser müssen vor dem ersten Spiel in einen Pappfuß gesteckt werden. Leider stellt sich schnell heraus, dass diese immer wieder auseinander fallen. Dies trübt etwas den sonst sehr guten Eindruck vom Spielmaterial. Die 96 Spielsteine in vier Farben unterteilen sich in 16 Kastelle und 80 Meilensteine und sind komplett aus Holz. Die 55 Spielkarten zeigen die Farbe einer Provinz und eines von vier Symbolen. Die Spielanleitung ist vorbildlich aufgebaut und enthält viele farbige Beispiele, so dass die Regeln schnell verinnerlicht sind.

Jeder Spieler erhält die vier Kastelle und 20 Meilensteine seiner Farbe. Die Karten werden gemischt und vier an jeden verteilt. Weitere vier Karten werden offen auf den Spielplan an die entsprechenden Stellen gelegt. Der Legionsadler und die Wegweiser werden daneben bereitgehalten. Alle Städte werden mit einer bestimmten Anzahl von Stadtmarkern versehen. Diese tragen die Zahlen zwei bis vier und können von einem Spieler an sich genommen werden, sobald er die Stadt mit einer anderen verbindet und die Mehrheit dieser Verbindung besitzt. Die Auftragskarten werden verdeckt gemischt und an jeden eine verteilt. Jeder Spieler darf nun reihum eines seiner Kastelle in eine beliebige freie Stadt stellen.
Ein Spielzug besteht hauptsächlich aus dem Ausspielen von maximal drei Handkarten. Die Farbe der Karte legt fest, in welcher Provinz etwas gebaut werden darf. Für eine Karte darf ein eigener Meilenstein auf einem freien gleichfarbigen Wegabschnitt oder Stadt gestellt werden. Dabei muss dieser immer an einen anderen Spielstein anschließen. Die Symbole auf den Karten erlauben teilweise das Bauen von zwei Meilensteinen hintereinander. Für zwei Karten der gleichen Farbe darf ein eigenes Kastell auf eine entsprechende freie Stadt gestellt werden. Befinden sich auf allen Feldern einer Straße Meilensteine und sind auch die beiden Städte dazu bebaut, kommt es sofort zu einer Wertung. Der Spieler mit den meisten Spielsteinen in dieser Verbindung darf sich einen Stadtmarker aussuchen und an sich nehmen. Alle anderen beteiligten Spieler dürfen sich, sozusagen als Entschädigung, pro Spielstein eine der offen ausliegenden Karten nehmen. Anschließend werden die Meilensteine auf der Straße entfernt und stattdessen ein Wegweiser darauf gestellt. Auf dieser Straße darf nun nicht mehr gebaut werden. Am Ende seines Zuges zieht der Spieler zwei Karten nach.
Das Spiel endet nach der Runde, in welcher der letzte Wegweiser platziert wurde. Der entsprechende Spieler erhält den Legionsadler, der am Ende zwei Extrapunkte zählt. Anschließend zählen die Spieler ihre Siegpunkte zusammen. Dazu zählen die gesammelten Stadtmarker, der Legionsadler, Punkte für die Kastelle und Sonderpunkte für eine erfüllte Auftragskarte.

In der Variante für drei Spieler werden fünf Straßen vorab mit Wegweisern markiert und somit aus dem Spiel genommen. Bei zwei Spielern werden zehn Straßen markiert und jeder Spieler darf am Anfang zwei Kastelle platzieren.

Das Spiel bietet viele Möglichkeiten um an Punkte zu gelangen. Es müssen früh die Verbindungen komplettiert werden um an hohe Stadtmarker zu kommen. Es kann aber auch Sinn machen, bei Straßen mitzumischen auch wenn man keine Chance auf Punkte hat. Dafür kann man sich dann wertvolle Karten nehmen, um anderweitig Punkte zu machen. Nicht zu vernachlässigen sind auch die Auftragskarte und die Kastelle. Erstere zeigen Kombinationen aus vier Farben, die in Form von Stadtmarkern gesammelt werden müssen. Die Kastelle sind wichtig, um neue Ausbaumöglichkeiten zu schaffen und sichern am Ende zusätzliche Punkte.

Insgesamt ist Via Romana ein gut ausgearbeitetes, stimmiges Mehrheitenspiel mit einer schönen, übersichtlichen Aufmachung. Es wurden viele bekannte Mechanismen gut miteinander verzahnt. Dadurch, dass bei einer Wertung unterlegene Spieler einen Ausgleich in Form von Karten bekommen, bleibt jede Partie bis zum Ende ausgewogen und relativ spannend. Was dem einen oder anderen allerdings gleichzeitig das Gefühl verleit, mehr vor sich her zu spielen, um immer das Beste aus seinem Zug zu machen und zu hoffen am Ende zu gewinnen, wenn man nur nichts falsch gemacht hat.
Die Spieldauer ist mit 60 Minuten sehr angenehm und Dank der guten Regeln ist man auch schnell im Spielgeschehen. Das Spiel lebt davon, dass die Spieler gleichzeitig an verschiedenen Straßen bauen. Dies funktioniert bei drei und vier Spielern sehr gut. Zu Zweit macht es leider weniger Spaß, da jeder meist nur vor sich hin baut.

Fazit:
Via Romana ist ein schön gestaltetes Spiel, bei dem hauptsächlich mittels Spielkarten agiert wird. In erster Linie spricht es eher versierte Familien- und Gelegenheitsspieler an. Trotz des stimmigen und gut ausbalancierten Spielablaufes hebt sich das Spiel aber nicht ausreichend von der Masse ab und der Funke will leider nicht so richtig überspringen.




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