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Hellboy 1: Saat der Zerstörung (Gebundene Ausgabe)
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 12.11.2008, Serie: Belletristik, Autor(en): Mike Mignola, Verlag: Cross Cult Verlag, Seiten: 144, Erschienen: 2006, Preis: 18,- €


Nachdem mit Die Goldene Armee mittlerweile schon der zweite Kinofilm über den skurrilen Ermittler in unsere Kinos schwappte, wird es nun endlich einmal Zeit, einen Blick auf die Comicvorlage zu werfen. Denn diese ist im Allgemeinen, so hat die Zeit gezeigt, eigentlich immer besser als die Umsetzungen auf der Leinwand.

Hellboy hat es wirklich nicht leicht. Von einem okkulten Magier der Nazis für das Projekt "Ragnarök" beschworen, wird er von den Alliierten aufgegriffen und gut verwahrt, so dass ihn bitte niemand sieht. Eine Ausnahme bilden da diverse Sondereinsätze, bei denen die Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Phänomene (kurz B.U.A.P.) in Erscheinung treten muss, da die örtliche Polizei meist ein wenig überfordert ist. So auch in diesem Fall, als die Gruppe um den rothäutigen Antihelden aus der Hölle ein verfluchtes Haus besucht, in dem das letzte Mitglied einer Familie von Forschern mit langer Ahnenlinie lebt. Nun ja, das ist nicht ganz richtig, denn schnell muss der Leser erkennen, dass, wie der Titel schon sagt, eine Saat der Zerstörung ausgetragen wurde, die allmählich zu reifen beginnt.
Doch das Unheil soll nur kommen, denn das Meistern von Extremsituationen ist Paradedisziplin Hellboys, der wie immer kaltschnäuzig, leicht überzogen und mit furztrockenem Humor munter vermöbelt, was auf ihn zuspringt. Nach und nach kommt er hinter das Geheimnis, das auch den Kreis zu seiner eigenen Vergangenheit schließt.

Der erste Band der von Cross Cult neu aufgelegten Serie um Hellboy hat sehr wenig mit dem Kinofilm zu tun. Beide Geschichten berühren sich zwar, aber Papier ist wesentlich geduldiger. Das heißt: Der Comic kommt um einiges dunkler, mysteriöser und ab und an auch stiller daher. Und das ist durchaus positiv zu verstehen. So bleibt Zeit, mal auf den Zeichnungen zu verharren, sich alles genau anzuschauen, als wolle man hinter die Düsternis blicken, die Mignola aufs Vorzüglichste zu inszenieren weiß.
Gerade sein Zeichenstil ist es, der Hellboy noch eins oben drauf setzt. Fast holzschnittartig und vom Ablauf der Bilder wie in einem Thriller wirken die Bilder, wie sie es bei diesem okkult-fantastischen Hintergrund auch müssen.

Der Verlag hat sich dazu entschieden die Neuauflage unter seiner Flagge in einem Din-A5-Hardcoverband in schwarz-weiß zu veröffentlichen. Das handliche und durchaus praktische Format kennt man von Cross Cult bereits und Fans wissen es zu schätzen, denn der etwas höhere Preis findet in der materiellen Ausarbeitung definitiv seine Bestätigung. Ob ein Farbdruck besser gewesen wäre, darüber lässt sich streiten. Ich beziehe an dieser Stelle deutlich Stellung und spreche mich für die schwarz-weiße Version aus, denn sie wirkt einfach besser, da Mignolas Stil auch einfach deutlicher herüber kommt. Zudem tritt auch unter diesem Gesichtspunkt die Farbgestaltung auf dem Cover und auf der ersten Seite im Innenteil viel besser hervor.
Als Schmankerl gibt’s natürlich auch hier wieder vom Verlag Extras wie erste Entwürfe Hellboys sowie zwei weitere Kurzgeschichten. Eine zusätzliche Änderung zur englischen Vorlage gibt es im Übrigen auch noch: Die Hakenkreuze von Hellboys Gegenspieler wurden entschärft. Auch darüber lässt sich sicherlich streiten, es tut dem Genuss aber weiß Gott keinen Abbruch.

Fazit: Wer sich für die Filme begeistern konnte, wird die Comicvorlage lieben. Mignolas Stil ist kantig und düster, einfach unverwechselbar. Man muss ihn einfach mögen und er passt zu seinem Helden, der ebenfalls seine Ecken und Kanten vorweisen kann. Cross Cult überzeugt in Preis und Leistung auf hohem Niveau, ganz wie wir es kennen und schätzen. Die Serie hat mittlerweile ihren neunten Band auf Deutsch hervorgebracht sowie eine eigene Reihe zur B.U.A.P. Lange Weile sollte für Fans also bald nicht mehr aufkommen.




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