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Jack Slaughter 01 - Tochter des Lichts
Von Ralf Sandfuchs

Rezension erschienen: 02.12.2008, Serie: Auditorium, Autor(en): , Verlag: LPL records e.K., Seiten: , Erschienen: 2008, Preis: 9,95 Euro


Im Verborgenen tobt seit Jahrtausenden ein blutiger Krieg zwischen Gut und Böse. Die Menschheit allein ist zu schwach, die entseelte Dunkelheit zu besiegen. Doch in Zeiten größter Verzweiflung wird eine Kämpferin geboren, die sich tapfer den Dämonen und Mächten der Finsternis entgegen stellt. Jene Kriegerin ist die Tochter des Lichts, die mit ihrer Kraft gegen die erbarmungslosen Bestien der Hölle antreten muss. Sie nimmt sich selbst nicht ganz so ernst, aber ihre Feinde sollten dies besser tun. Begleiten wir die Tochter des Lichts auf seinem Weg.
Ihr Name ist... Jack Slaughter.


Wenn ein Hörspiel mit den oben stehenden Worten beginnt, so werden einige Leute sicherlich gleich die Nase rümpfen und entnervt ob der mangelnden Ernsthaftigkeit des Werks abschalten. Gut gemacht, denn für sie ist das nun folgende Produkt sicherlich denkbar ungeeignet.
Andere wiederum werden sich ein Grinsen nicht verkneifen können, und für diese Menschen ist die neue Hörspiel-Reihe um den widerwilligen Dämonenjäger Jack Slaughter gemacht.
Natürlich möchte der junge Jack etwas Besonderes sein, aber sich dafür anstrengen? Nein, bloß das nicht. Und so lebt er einfach vor sich hin, bis plötzlich ein seltsames Paket mit einer außergewöhnlichen Pistole im Innern seine heile Welt zerreißt. Zusammen mit seinem Kumpel Tony stolpert er in die verborgene Welt der Monster. Er erhält in Traumvisionen von seiner toten Grandma erste Informationen zu seiner neuen Rolle als "Tochter des Lichts" und einige grundlegende Schminktipps. Schließlich begibt er sich noch auf den Friedhof, um das Grab seiner Eltern aufzugraben und darin die ultimative Waffe gegen das Böse zu finden, die jedoch etwas anders aussieht, als er das erwartet hätte.
Ohne dass unsere beiden Helden es wissen, geht zeitgleich ein Geschäft des Teufels mit einem genervten Universitätsprofessor spektakulär schief und lässt den Wissenschaftler als genervten und koffein-abhängigen Dämon "Professor Doom" zurück, der sich nun in seiner neuen Rolle zurechtfinden und sich zusätzlich seines aufdringlichen Möchtegern-Assistenten Basil Creeper erwehren muss.

Wer findet, dass das alles recht wahnsinnig und seltsam klingt, der hat sicher Recht. Die Verbindung zwischen Horror und Humor stellt naturgemäß immer eine besondere Herausforderung für einen Autor dar, und was der Eine als gelungenen Gag empfindet, wird jemand anders als puren Blödsinn betrachten.
In meinen Augen jedoch haben die Macher von LPL Records, die sich bislang als Herausgeber ernsthafterer Mystery-Kost wie Offenbarung 23 oder den Werken von H.P.Lovecraft einen guten Namen erarbeitet haben, hier eine ganze Menge richtig gemacht.
Die Handlung jongliert fröhlich mit den altbekannten Klischees, wie man sie von Kollegen wie John Sinclair kennt, und stellt sie teilweise genüsslich auf den Kopf. Hin und wieder hält man sich aber auch an die "Vorgaben" und spielt sie durch, um sich so darüber lustig zu machen. Die meisten Gags zünden dabei und machen Jack Slaughter zu einem vergnüglichen Hörspaß.
Die beteiligten Schauspieler nähern sich ihrer Aufgabe dabei auf ganz verschiedene Art. Einige spielen ziemlich geradeheraus, als würden sie das Drehbuch wirklich ernst nehmen; dieser Ansatz funktioniert. Manche der Beteiligten überziehen jedoch auch schamlos und verwandeln ihre Rollen in pure Klamotte, was durchaus nicht immer zum gewünschten Ergebnis führt.
Eine besondere Erwähnung verdient sicherlich Klaus Dieter Klebsch in seiner Rolle als Professor Doom, der so gekonnt zwischen Genervtheit, bösem Grollen und affektiertem Gehabe wechselt, dass es eine wahre Freude ist. Und auch Gisela Fritsch als unbelehrbare Grandma, die einfach nicht wahrhaben will, dass ihre Enkelin des Lichts kein Mädchen ist, weiß zu begeistern.
Technisch ist die Produktion über jeden Zweifel erhaben, wie man es von LPL Records wohl auch erwartet. Geräusche und Musik zaubern ein passendes Bild im Kopf des Hörers, und die Titelmusik rockt!
Inhaltlich wird in diesem Hörspiel vor allem die Basis für künftige Abenteuer gelegt. Darum bleiben auch viele Punkte noch offen, die hoffentlich noch geklärt werden: Woher stammt die dämonenkillende Pistole? Was ist wirklich mit Jacks Eltern passiert? Wird Professor Doom immer genug Kaffee bekommen? Und wieso spielt die ganze Geschichte eigentlich in den Achtziger Jahren?




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