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Äonenstaub
Von Philipp Kiefner

Rezension erschienen: 20.03.2002, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Stefan Küppers, Gregor Rot, Anton Weste, Verlag: Fantasy Productions GmbH, Seiten: 72, Erschienen: 2001, Preis: 26,95 DM

...und ich sage euch, hütet euch vor den
Hinterlassenschaften der Uralten, denn
grundlos sind sie nicht ausgestorben.
Also, damals als ich gerade in...

Anfang einer jeden guten Prospektorengeschichte

Das Abenteuer Äonenstaub beginnt in Balan Cantara , der wohl bekanntesten Metropole Myranors. Während einer religiösen Feierlichkeit geraten die Helden unversehens in den Strudel des Ereignisse. Ein mißlungener Überfall ist Auftakt zu einer spannenden Jagd nach den Übeltätern und ihren Machenschaften. Quer durch die Stadt geht es dabei und alles scheint sich um uralte Artefakte einer längst ausgestorbenen Rasse zu drehen. Schon bald wird klar, daß dies nur der Anfang größerer Ereignisse war und so geht es mit einem ungewöhnlichen Fortbewegungsmittel auf Entdeckungsreise. Zahlreiche Gefahren und Questen müssen die Helden auf ihrem langen Weg zu den Ursprüngen einer längst untergegangenen Hochkultur bestehen. In der Stadt Aiphanides sind die Spuren der Vergangenheit noch frischer und die Helden können einiges über das tragische Ende der uralten Rasse erfahren. Der weitere Weg scheint ins Gebirge zu führen, wo eine wilder und grausamer Leonir-Stamm hausen soll. Dort entscheidet sich das weitere Schicksal der Helden, denn die Vergangenheit ist nicht immer so tot, wie gemeinhin angenommen wird...

Äonenstaub ist ein schönes, spannendes und abwechslungsreiches Abenteuer. Die unterschiedlichsten Fähigkeiten werden den Abenteurern abverlangt, so daß jeder Heldentyp sein Scherflein zum Erfolg beitragen kann. Viele kleine Nebenplots werden im Baukastensystem angeboten, so daß der Meister das Abenteuer nach seinem Geschmack ausdehnen oder verkürzen kann. In Äonenstaub haben die Helden die Möglichkeit die Stadt Balan Cantara kennenzulernen und einen Bezug, sei er nun positiv oder negativ, zu ihr aufzubauen. Gerade bei einem neuen Spielsystem wie Myranor ist das besonders wichtig. Das Abenteuer ist auch ein gutes Beispiel für die Größe, die Vielfalt und die Besonderheiten Myranors und schon deswegen empfehlenswert.
Doch wo so viel Licht ist, gibt es auch Schatten und der fällt besonders auf den Meister. Der hat nämlich noch einiges vor- und nachzubereiten, damit das Abenteuer nicht in einem Fiasko endet. Die Autoren haben sich viele nette, kleine Nebenhandlungen einfallen lassen, aber leider auf Kosten der wichtiger Meisterpersonen. So wirkt die Forscherin Mendykte ter Phraisops blaß und unmotiviert und wird ihrer, im Abenteuer zugedachten, Rolle überhaupt nicht gerecht. Bei Kapitän Avin Nevisu sollten die Helden lieber nicht zu viel nachfragen, denn sonst kommt der Meister in ernsthafte Erklärungsnöte und "Der Patron" taucht gewichtig auf, damit er spurlos in der Versenkung verschwindet. Die Defizite in der Handlung konzentrieren sich eindeutig auf die Geschehnisse in Balan Cantara. Besonders bei kritischen Spielern muß sich der Meister genau überlegen, woher die Helden Informationen über die Artefaktteile bekommen. Der vom Abenteuer vorgeschlagene Weg erscheint etwas unlogisch und naiv. Als letzter Kritikpunkt kann die große Zahl an Nebenhandlungen aufgeführt werden. Zwar ist es schön zu sehen, daß die Autoren so viele kreative und gute Ideen einbringen, aber diese können sich schnell verselbständigen und das Abenteuer ins Endlose ausufern lassen. Gerade unerfahrene Meister seien davor gewarnt wirklich jede geschilderte Begegnung auszuspielen. Hier gilt ganz eindeutig: weniger ist mehr!

Fazit: Äonenstaub ist sehr gutes und empfehlenswertes Abenteuer. Besonders wenn der Meister bereit ist ein bißchen mehr Arbeit also sonst üblich reinzustecken.



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