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Unheimlich - Lovecraftian Horror, Band 2
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 11.10.2008, Serie: Belletristik, Autor(en): Miguel E. Riveros Silva, Andreas Dietz, Alex Fechner, Verlag: Keine Angabe, Seiten: 40, Erschienen: 2008, Preis: 4,- €


Ganze zwei Jahre musste die Lovecraft-Fangemeinde auf ein neues Comic der Unheimlich-Schmiede warten, endlich ist es da und endlich auch wieder etwas dicker als der Sonderheft-Lappen, der dem ersten Band folgte. Alle bisherigen Ausgaben konnten durch Bild und Text im Großen und Ganzen begeistern – ein Erfolgsrezept?

Wer glaubt, die mysteriöse Geschichte um eine Grabung in den Tiefen Russlands aus Heft eins wird fortgesetzt, sieht sich gleich zu Anfang enttäuscht. Los geht es mit der Geschichte "Die Hexe und das Schwert", in der sich eine Gruppe Jugendlicher auf den Weg macht, ein altes Spukhaus zu besuchen. Dort soll eine Hexe lauern. Was sich klassisch nach Lovecraft-Spukgeschichte anhört, kommt leider als Schaf im Wolfspelz daher. Die Handlung verkommt schnell zu einer banalen College-Horror-Splatter-Story, die in keiner Weise überzeugt. Das Ganze hat mit dem Altmeister so wenig zu tun, wie das durchschnittliche Lovecraft-B-Movie aus der Aktionspreis-Ecke meiner örtlichen DVD-Handlung. Schade, wurden doch immerhin mehr als Dreiviertel des Hefts darauf verschwendet.
Nach vier Seiten Werbung folgen drei Seiten mit einer neuen Geschichte aus dem Wilden Westen, "Gary Dagger im Goldrausch". Ein Geisterjäger besucht eine Geisterstadt und tut, was er eben so tun muss. Ein echter One-Shot, kurz und knapp und leider auch das Highlight des Hefts. Aber auch hier sucht man den Mythos vergeblich.
Nach einer weiteren Seite Werbung bildet der erste Teil von "Reporter der Toten" den Abschluss dieser zweiten Ausgabe. Dabei gefällt mir vor allem der Zeichenstil, der stark an Edding erinnert. Die Geschichte ist mysteriös und endlich auch einen Funken cthuloid, aber eben schon wieder zu Ende, bevor sie richtig begonnen hat.

Fazit: Ich weiß nicht, was da bei Unheimlich seit der letzten Ausgabe passiert ist. Wo der Auftakt dieser Comicreihe im Großen und Ganzen überzeugen, ja teilweise auch richtig begeistern konnte, flacht sie nun zu einem Machwerk ab, das mit Lovecraft kaum etwas zu tun hat. Anstatt eine alte Geschichte fortzusetzen, wird eine weitere halbherzig begonnen. Wollen wir hoffen, dass die Reihe zur alten Stärke zurückfinden kann, vor allem aber auch zum Mythos, sonst hat sie den Namen Lovecraft bei Leibe nicht verdient.




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