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Liber Cantiones (Neuauflage)
Von Philipp Kiefner

Rezension erschienen: 14.01.2009, Serie: Rollenspiel, Autor(en): , Verlag: Ulisses Spiele, Seiten: , Erschienen: 2008, Preis: 30,00 Euro


Da liegt es auf dem Tisch, groß, schwer und im braunen Ledereinband mit Golddruck ziemlich beeindruckend. Zweifellos, die neue Liber Cantiones Deluxe-Ausgabe macht was her. Dieser gute Eindruck bestätigt sich beim ersten Blättern. Die dicken, pergamentartigen Seiten fühlen sich fest und geschmeidig an und das bräunliche Papier mit dunklem Druck vermittelt Alter und Erhabenheit.
Mit Fug und Recht lässt sich also sagen, dass die neue Zauberspruchsammlung von Ulisses-Spiele die bislang beste Annäherung an ein "echtes" Zauberbuch darstellt. Inhaltlich hat sich zum roten Vorgängerband einiges geändert. So hat man die Rituale herausgenommen und die einzelnen Sprüche auf den neusten Stand der Errata gebracht. Diese umfassen neben der Klarstellung einiger ungenauer oder mehrdeutiger Textpassagen auch Änderungen an den Zaubern selbst. So wurde beispielsweise das Neutralisieren von Giften beim "Abvenenum" deutlich erschwert oder die Beeinträchtigungen unter dem "Aerogelo" neu gefasst. Insgesamt 83 Zauber sind von den Änderungen betroffen, darunter auch so beliebte wie "Ignifaxius", "Gardianum" oder "Flim Flam". Zwar stellen sich die meisten Errata bei genauerer Betrachtung als nur marginal heraus, doch es lohnt sich das eigene Spruchrepertoire auf neue Varianten, Erleichterungen oder Erschwernisse hin zu untersuchen.
Das neue Liber Cantiones umfasst insgesamt 304 Seiten und bietet neben den Zaubern auch Erläuterungen, Repräsentationen, die aktuellen Modifikationsregeln sowie den obligatorischen Anhang mit Index. Das alles präsentiert sich stilistisch schön, klar strukturiert und übersichtlich. Doch wo viel Licht ist, gibt es natürlich auch Schatten. So mag es den ein oder anderen stören, dass die Rituale nicht mehr aufgeführt werden und es nur noch einen Seitenmerker gibt. Auch musste die Schriftgröße dem verspielten Seitenlayout sowie den langen Zauberbeschreibungen Tribut zollen und liegt nahe an der Grenze zur Unlesbarkeit. Ein kleinerer Mangel stellt zudem die fehlende Konkretisierung der Dämonen- und Elementarmerkmale der jeweiligen Zaubersprüche dar. Diese sind allerdings im Anhang richtig aufgeführt.

Fazit:
Das schwarze Auge hat mit der neuen Liber Cantinoes Deluxausgabe ein echtes Juwel der Rollenspielregelwerke bekommen. Von wenigen Mängeln und der arg kleinen Schriftgröße abgesehen überzeugt der Lederband völlig. Er wird auch bei einem Preis von 30,-€ sicher begeisterte Verbreitung unter den Spielern finden, nicht zuletzt da in der Neuauflage des Magieregelwerks (4.1) keine Sprüche mehr enthalten sind.




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