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Armalion – Belagerung
Von Nils Rehm

Rezension erschienen: 20.03.2002, Serie: Tabletop, Autor(en): Michael Immig, Christian Lonsing und Thomas Römer, Verlag: Fantasy Productions GmbH, Seiten: 144, Erschienen: 2001, Preis: 45,00 DM (23,00 €)


Das erste Fantasy-Rollenspiel in den 70er Jahren war eine Weiterentwicklung des militärischen Tabletop-Spiels. Im Laufe der Jahre wurden die Spielmechanismen immer mehr verfeinert und die beiden Gattungen kamen zu eigenständigen Profilen. Indikatoren dafür waren nicht zuletzt die Abenteuer, die sich immer weiter vom Hack&Slay der frühen dungeonlastigen Szenarien weg entwickelten. Doch es gibt Situationen, die mit herkömmlichen Rollenspielsystemen nicht mehr befriedigend ausgespielt werden können: Großgefechte. TSR war damals die erste Firma, die auf den Bedarf reagierte. In ihren laufenden Kampagnen, z.B. bei Dragonlance, gab es ganze Abenteuer, die vollständig für die neuen Großgefechtsregeln konzipiert waren. Das Schwarze Auge stellt mit Armalion seit einiger Zeit auch so einen Systemaufsatz zur Verfügung. Der vorliegende Ergänzungsband ermöglicht das Spiel des klassischsten und interessantesten Bereichs, der Belagerung.
Federführend war wohl Christian Lonsing, der auch in der Fanzineszene schon vor Jahren mit sehr originellen Ideen aufgefallen ist. Mit "Armalion-Belagerung" erhält der Rollenspieler oder Tabletop-Fan ein mächtiges Werkzeug. Nach der Abklärung der regeltechnischen Rahmenbedingungen wird im Kapitel "Der Kampagnenspielzug" der Ablauf einer Spielrunde detailliert beschrieben. Die folgenden fast vierzig Seiten sind verschiedenen Belagerungsszenarien (Boden und See) gewidmet. Dabei sind die Informationen knapp, reichen aber aus, um den einzelnen Settings ein vorstellbares Gesicht zu geben. Außerdem decken sie eine Vielzahl gängiger Fälle ab. Das Kapitel schließt mit Tipps für Angreifer und Verteidiger. Nach Technik und Spielinhalten fehlen jetzt noch die Armeen. Davon gibt es auf ebenfalls rund 40 Seiten etliche, geordnet nach Gruppen und untergliedert in Helden und Einheiten. Thorwaler, Horasier, Novadi, Shîkanydad, Söldner, Golemiden, Achaz, Borbaradianerorks und einige neue zusätzliche Einheiten stehen zum Einsatz bereit. Damit dürfte fast jede aventurische Belagerung kein Problem sein. Wer sein Spiel dann noch mit aventurischen Persönlichkeiten würzen will, bekommt davon 25 geliefert, darunter Klassiker wie Galotta und Xeraan. Im Anhang rundet die Redaktion ihren Ergänzungsband durch ein Kapitel über das Wetter, zwei - nennen wir es Kampfmittel, Regelergänzungen und -änderungen sowie Protokolle (Kampagnenbögen, Strategiebogen und Armalion-Schiffsbogen) ab.
Neben der ausgereiften Zusammenstellung hat mich vor allem die fast im kompletten Heft anzutreffende Übersichtlichkeit angesprochen (Ausnahme ist nur der Anhang, dem eine etwas bessere Struktur gut getan hätte). Für Tabletops ist nichts tödlicher, als ständiges erfolgloses Blättern in den Regelbücher. Spezielle graue Kästen heben im Text besonders wichtige Passagen hervor. Wichtige Übersichten werden vorangestellt. Den schnellen Zugriff auf den Rundenablauf gewährleistet zudem ein herausnehmbares Referenzblatt. Die vielen großzügigen Illustrationen laden zudem den Leser zum Stöbern ein. Die Qualität hat allerdings auch ihren Preis. 45 DM für ein 144-seitiges Softcover (Farbumschlag, innen Schwarz-Weiß) sind nicht eben wenig.




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