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Sin City 1: Stadt ohne Gnade
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 02.10.2008, Serie: Belletristik, Autor(en): Frank Miller, Verlag: Cross Cult Verlag, Seiten: 206, Erschienen: 2005, Preis: 19,80 €


Die Nacht ist teuflisch heiß. Alles klebt. Ein lausiges Zimmer in einem lausigen Teil einer lausigen Stadt.

Marv ist ein Kerl so hässlich, dass er sich nicht einmal eine Frau für Geld besorgen kann. Doch diese Nacht ist anders. Goldie ist bei ihm, eine Frau wie ihr Name - reines Gold. Als er aufwacht, ist sie tot und er auf dem Weg heraus zu finden, wer dafür verantwortlich ist. Wer hat soviel Mühen auf sich genommen, eine Hure zu ermorden und es ihm in die Schuhe zu schieben? Die Cops sind schon auf dem Weg und es wird dreckig, sehr dreckig
Marvin ist ein Schläger und Killer, aber an seinen Händen klebt nur das Blut der Schuldigen. Doch schuldig ist so ziemlich jeder in dieser Stadt, Basin City, die jeder nur Sin City nennt – eine Stadt der Sünde, wohin man blickt. Und so mordet sich Marv zur Wahrheit durch, mit Stil, aber auch viel Blut. Er steckt ein und teilt doppelt aus. Ruhe hat er eigentlich nie. Er ist ein Getriebener, der ganz genau weiß, was am Ende auf ihn wartet. Aber für Goldie würde er alles tun. Für die Frau. die ihm das gegeben hat, von dem er dachte, dass es in ihm schon lange nicht mehr existiert.

Stadt ohne Gnade ist der Grundstein der Comicreihe um Sin City, welche mittlerweile nicht nur Kultstatus genießt, sondern auch einen ungewöhnlichen Kinofilm mit hochkarätiger Starbesetzung hervorbrachte. Der erste Teil ist einer von dreien, welche die Handlung des Blockbusters formen. Und es ist verblüffend, wie sehr sich Film und Comic ähneln, nicht nur was die Handlung anbelangt, sondern vor allem auch wegen der Bilder. Diese sind ausschließlich in schwarz-weißer Schattenkulisse gehalten, welche die Atmosphäre der Stadt überzeugend wiedergeben. Rasante Bilder mit Sprechblasen und Großformate mit dichtem Text am Rand wechseln sich ab und schaffen Comickunst vom Feinsten. Die Story ist ohne Frage brutal, aber mit jeder Seite wächst die Spannung, und der Leser wird sich schwer dazu hinreißen lassen, das Buch wegzulegen, bevor er es nicht komplett gelesen hat. Die Serie ist eine der bestlaufenden im Cross Kult Programm und die erste Auflage längst vergriffen. Doch keine Sorge, für Nachschub ist gesorgt.

Fazit: Wer Crime Comics mag, wird Sin City lieben, sich in seinen Gassen verirren und gar nicht mehr nach Hause wollen, so schrecklich diese Stadt auch ist. Denn es sind Antihelden wie Marv, welche diesen Moloch erfahrenswert machen. Wer den Film mochte, muss die Comics lesen und das nicht nur, weil die Serie viel mehr erzählt als der Film. Viel Wert wurde auch auf die Übersetzung gelegt, denn auch die Sprache ist genau so, wie sie sein soll: Dreckig, düster, brutal, dramatisch, rasant, schockierend, einfach geil!




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