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Monsieur Mardi-Gras – Unter Knochen, Band 1: Willkommen!
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 02.10.2008, Serie: Belletristik, Autor(en): Éric Liberge, Verlag: Keine Angabe, Seiten: 64, Erschienen: 2008, Preis: 13,80 €


Victor Tourterelle ist tot, ausgerutscht im Badezimmer auf einem Spielzeugauto seines Sohnes. Doch da, wo er sich wiederfindet, ist mitnichten das Paradies und auch das Bild der Hölle will nicht so wirklich passen. Um ihn herum ist nichts außer Sand und eine Art Mond, der die Düsternis erhellt. Keine Menschenseele ist zu sehen, und so macht er sich daran, eine gigantische Sandburg zu bauen, als ein skelettierter Postbote ihm eine Nachricht überbringt. Sein neuer Name sei nun Mardi-Gras Aschermittwoch, da er zwischen diesen beiden Feiertagen gestorben sei. Doch damit will sich der soeben Verblichene nicht abfinden. Die Verzweiflung in ihm weicht blanker Wut, als er in die große Necropole gebracht wird, denn keiner will ihm sagen, wo er gelandet ist. Die Flut von Skeletten, die die Bürger darstellt, hat sich scheinbar mit ihrem zwischenweltlichen Schicksal abgefunden, doch Aschermittwoch gibt sich nicht zufrieden und wird zum Aufrührer. Damit stößt er an und schlittert von einem Unglück ins nächste. Doch auch eine Randpartei wird auf ihn aufmerksam und schätzt die Künste, welche Mardi-Gras sich zu Lebzeiten aneignen konnte.

Dieses Comic im formschönen DinA4 Format ist der Geschichte angemessen in sehr gedeckten Tönen gehalten. Schwarz und weiß dominieren die Seiten, die mal gähnende Leere, aber auch faszinierend morbide Architektur und Individuen zeigen. Vor allem die großformatigen Bilder zeigen die Klasse des Künstlers. Viel Wert wurde auf Details gelegt. So erkennt man in einer Flut von Skeletten ausgetauschte Schädelplatten und andere Deformationen. Das Comic liest sich schnell in einem Zug und ist leider viel zu schnell zu Ende.

Fazit: Ohne Zweifel ist dieses Hardcoverbuch nichts für zarte Gemüter. Man braucht schon einen recht morbiden Humor. Wer den aber mitbringt, wird seine Freude haben. Denn nicht nur künstlerisch liegt das Comic ganz vorne, auch die Geschichte weiß zu überzeugen, bietet allerdings lediglich eine Einführung. Drei weitere Bände werden folgen, auch einen Schuber für die komplette Serie gibt es schon. Bei dem Preis kann man einfach nichts verkehrt machen.




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