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Es war einmal ein Held
Von Ingo Schulze

Rezension erschienen: 08.10.2008, Serie: Belletristik, Autor(en): Michael A. Stackpole, Verlag: Heyne Verlag, Seiten: 685, Erschienen: 1998, Preis: 17,90 DM


Michael A. Stackpole ist durch diverse Battletech-Romanen eine bekannte Größe, zumal einige großartige Trilogien von ihm stammen. Insgesamt 12 in Deutschland erschienene Battletech-Romane hat er zurzeit geschrieben, außerdem für Star Wars und eine Shadowrun-Kurzgeschichtensammlung.
Genug Erfahrung also, um ein gutes Fantasy-Buch abzuliefern. Es war einmal ein Held ist auf jeden Fall anders. Nicht umsonst steht es in der Tradition von Robert Jordans Rad der Zeit-Zyklus.

Auf der Welt Skirren werden die Menschen von der finsteren und grausamen Magierrasse der Reith versklavt. Auch die Elfen haben nicht viel für die Menschen übrig. Doch wo es Unterdrückung gibt, gibt es auch Widerstand. So ist es der Rote Tiger, der den Widerstandskampf anführt.
Der Blick des Autors richtet sich jedoch auf einen seiner Gefährten, den Kämpfer Neal Roclawski, der Träger des legendären Schwertes Herzspalter. Der Legende nach ist dieses Schwert dazu geschaffen, seinem Besitzer ein Reich zu erobern. An seiner Seite steht der Elfenkrieger Aarundel. Ein wahrhaftig seltenes Duo, sind doch die Elfen wie gesagt nicht sehr menschenfreundlich. Aber Aarundel stammt aus einer weltoffenen und toleranten Familie, im Gegensatz zum Großteil der erzkonservativen Elfen.

Nun ja, wenn der Leser erwartet, von den Heldentaten der beiden zu lesen, wird er sich schnell getäuscht sehen. Zwar wird auch über diese geschrieben, wobei man anmerken muss, dass Neal nicht nur ein heroischer Kämpfer, sondern auch ein Mann starker Worte ist. Nein, stattdessen wird auch von der politischen, gesellschaftlichen und sozialen Konfrontation insbesondere mit den Elfen und ihren Riten und Bräuchen berichtet. Neal gelingt es, ihre Sicht über Menschen zu ändern.
Parallel dazu wird aus Sicht der Elfin Gena rund 500 Jahre später über ihr Leben geschrieben. Es wird also von Kapitel zu Kapitel zwischen Gena und Neal gesprungen. Gena ist die Enkelin von Aarundel und für sie ist Neal mehr als nur Legende, schließlich ist es erst zwei Generationen her. Vieles hat sich geändert. So ist Gena mit dem menschlichen Dieb Rik unterwegs nach Audron, wo sie von Graf Berengar erwartet werden. Dieser braucht dringend die Hilfe von Gena, denn ihr Wissen über Neal kann ihm aus dem Schlamassel helfen.

Fazit: Stackpole gelingt es zwar meisterhaft, beide Zeitschienen zu verknüpfen, aber insgesamt war ich vom Ende enttäuscht. Lesen lässt sich das Buch nicht leicht, aber schließlich wird auch nicht von belanglosen Superheldentaten berichtet. Wenn der Leser Lust auf was Neues hat und probierfreudig ist, wird er entweder seinen Narren daran fressen oder ziemlich enttäuscht werden.




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